Gewalt gegen Indigenas in Brasilien
Verfasst von entdinglichung am November 16, 2007
Obwohl die Regierung unter dem ehemaligen militanten Gewerkschafter und jetzigem Präsidenten Lula für sich in Anspruch nimmt, mit der bisherigen strukturell gewaltförmigen und auf Assimilation und Landraub abzielenden Indigena-Politik der vorherigen brasilianischen Regierungen gebrochen zu haben, kommt es auch weiterhin regelmässig zu Gewalttaten und Drohungen gegen Indigena-Communites und deren Angehörige. Staatliche Stellen sind dabei nicht in der Lage, einen effektiven Schutz oder die Ahndung von Übergriffen zu bewerkstelligen, sondern kollaborieren in aller Regel mit den Tätern.

Zwei Besispiele aus den vergangenen Tagen machen dies deutlich:
* Im Oktober wurden in Nanderú Marangatú/Bundesstaat Mato Grosso do Sul zwei Guarani-Frauen von den Pistoleros eines Land-”Besitzers” vergewaltigt, die Guarani von Nanderú Marangatú wurden von der Polizei vor zwei Jahren von dem ihnen seit März 2005 rechtlich wieder gehörenden Land vertrieben, wobei ein Oberhaupt der Community von der Polizei ermordet wurde.
* Der international bekannte Yanomami-Schamane und -Sprecher David Kopenawa Yanomami wurde von einem Land-”Besitzer” welcher illegal Teile einer Reservation im Bundesstaat Roraima besetzt hält und für die Zerstörung des dortigen Waldes mit verantwortlich ist, mit dem Tode bedroht.
Weitere aktuelle Infos zur Situation der Indigenas in Brasilien findet mensch u.a. hier.