Zum Gedenken an Hans Berger und Heinz Leidersdorf
Verfasst von entdinglichung am Februar 18, 2008
Am 18. Februar 1943, heute vor 65 Jahren, wurden im Vernichtungslager Auschwitz die beiden jüdischen revolutionär-marxistischen Widerstandskämpfer Hans Berger aus Berlin und Heinz Leidersdorf aus Hamburg ermordet. Der Laborant Berger - Mitglied der Reichsleitung und der Bezirksleitung Berlin-Brandenburg und zentraler Kurier der Internationalen Kommunisten Deutschlands (IKD) - und der Studienreferendariar Leidersdorf - Mitglied der Bezirksleitung Hamburg/Wasserkante der IKD - waren beide Anfang November 1935 in Hamburg im Rahmen des zentralen Schlages der Gestapo gegen IKD-Strukturen inhaftiert und vom Volksgerichtshof zu acht bzw. neun Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Beide wurden im Rahmen der vom NS-Justizminister Thierack im Herbst 1942 angeordneten Auslieferung von 14.400 ( jüdischen, russischen, ukrainischen und Roma- und Sinti-) Strafgefangenen an die SS zur “Vernichtung durch Arbeit” übergeben und nach Auschwitz deportiert. An Heinz Leidersdorf und seine 1941 ins Ghetto Riga deportierte und dort ermordete Mutter Adele Leidersdorf (geb. Heymann) erinnert heute ein Stolperstein vor ihrer Wohnung in der Grubesallee 21 im Hamburger Stadtteil Rahlstedt sowie ein weiterer Stolperstein vor der Hamburger Talmud-Tora -Schule im Grindelviertel am Grindelhof 30, wo er von 1933 bis zu seiner Inhaftierung unterrichtete. Hans Bergers Schwester Hilde Berger, die ebenfalls der IKD angehörte, überlebte als Sekretärin in der Firma von Oskar Schindler und lebt heute in New York.