Neues vom Personenkult
Verfasst von entdinglichung am 22. Februar 2008
* Einem Artikel aus der UZ vom 15.02. zufolge zeigen sich in Turkmenistan nach dem Tode des “Türkmenbaşy” (Vater aller Turkmenen) und “Diamantenkranz des Volkes” Saparmyrat Nyýazow, dem wohl bizarrsten poststalinistischem Machthaber im Bereich der ehemaligen Sowjetunion, im Dezember 2006 gewisse Lockerungstendenzen, welche der Autor mit der Tauwetterperiode nach dem Tode Stalins und der Ausschaltung Berijas 1953 vergleicht, so wurden Zirkusveranstaltungen und Opernaufführungen wieder zugelassen und einige dem Personenkult dienende Festtage wieder abgeschafft; ob für die Führerscheinprüfung immer noch das Studium des Ruhnama Pflicht ist oder ob die Wochentage und Monate wieder die alten Namen tragen ging aus dem Artikel nicht hervor, auch ist es nach wie vor verboten “Zweifel an der Richtigkeit der Politik des Präsidenten [zu] säen” und der Neutralitätsbogen steht offenbar in der Hauptstadt Aşgabat auch noch. Den freien Westen scheint die Repression gegen Gedankenverbrecher in Turkmenistan wie auch anderswo kaum zu stören, da sich mit dem erdgas- und erdölreichen Land gute Geschäfte machen lassen …
In der DVR Korea wird währenddessen Geburtstag gefeiert, allgemeine Freude herrscht, auch unter den Blumen, das Geburtstagskind bekommt eine Medaille geschenkt und wird auch sonst ungemein geehrt; wovon Hamburgs Staats- und Parteichef noch ein wenig entfernt ist.

