Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Aktion gegen Eukalyptusplantage und Repression gegen BäuerInnen in Rio Grande do Sul

Verfasst von entdinglichung am 9. März 2008

Nachfolgend eine Presseerklärung (eigene freie Übersetzung des englischsprachigen Originals) von Via Campesina zu einer Nachahmenswerten Aktion landloser Frauen in Rio Grande do Sul/Brasilien gegem eine Eukalyptusplantage (welche für den Wasserhaushalt der betroffenen Regionen katastrophale Folgen haben) des finnisch-schwedischen Stora Enso und zur staatlichen Repression gegen die Aktivistinnen.

Faust

Repression gegen BäuerInnen in Rio Grande do Sul:
Solidarität mit den Frauen, welche Biodiversität und Leben verteidigen!

Via Campesina

Wie solidarisieren uns mit den Frauen in Rio Grande do Sul/Brasilien in ihrem Kampf gegen „grüne Wüsten”.
Am 4. März besetzten ca. 900 Frauen von Via Campesina Rio Grande die 2100 Hektar große Farm “Fazenda Tarumã” in Rosário do Sul. Die Frauen rissen die Eukalyptusbäume aus und pflanzten einheimische Bäume auf dem illegalerweise von dem finnisch-schwedischen Papier- und Zellstoffmulti Stora Enso erworbenem Gelände. Die Polizei attackierte die gewaltlose Versammlung und verletzte dabei 50 der Frauen

Die Aktion fand gemeinsam mit anderen Aktionen im Rahmen des Internationalen Frauentages am 8. März statt. Bäuerinnen sind am stärksten vom gegenwärtigen Modell einer export-orientierten, auf die Ausplünderung der natürlichen Ressourcen und die Ausschließung von KleinbäuerInnen basierenden Landwirtschaft im Sinne der transnationalen Konzerne betroffen.

Auf der ganzen Welt zerstören Eukalyptusplantagen wie andere monokulturelle Anplanzungen (grüne Wüsten) die Umwelt und verhindern, dass KleinbäuerInnen ihren Lebensunterhalt bestreiten und Nahrungsmittel für alle produzieren können.
Wir verurteilen entschieden die Gewalt gegen die BäuerInnen – Frauen wie Männer – und verteidigen ihr Recht auf Leben und darauf, ihre Communities auf eine ökologisch wie sozial verträgliche Weise zu ernähren.

Via Campesina-Mitglieder in der ganzen Welt setzen sich für eine auf bäuerliche oder Familienbetriebe basierende Landwirtschaft, welche auf eine nachhaltige Produktion mit lokalen Ressourcen und im Einklang mit lokalen Kulturen und Traditionen basiert.

Wir setzen uns für die Gleichheit von Frauen und Männern ein.

Wir setzen uns für Selbstversorgung ein.

Henry Saragih, General Coordinator von La Via Campesina International
Jakarta, 7. März 2007

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