Zum St. George’s Day
Verfasst von entdinglichung am 23. April 2008
Heute feiert England seinen Nationalheiligen, die Folgen sind ein erhöhten Bierverbrauch sowie gelegentliche Festbeflaggung mit einem Kreuzfahrersymbol. Dass der traditionellen Legende (mit der Quellenlage gibt es da einige “Probleme”) nach Georg von Lydda zum christlichen Märtyrer wurde, weil er als Offizier der römischen Armee 303 uZ eine Befehlsverweigerung beging und sich weigerte, ChristInnen zu verfolgen (mit modernen Worten “Zivilcourage zeigte”) geriet dabei schnell in Vergessenheit, wurde zu seiner Zeit noch ein Widerspruch zwischen einer gleichzeitigen Zugehörigkeit zum Christentum und zur Armee gesehen und Soldaten teilweise von den Sakramenten ausgeschlossen, so wurden gut 10 Jahre später nachdem Kirche und römischer Staat unter Constaninus dem “Grossen” eine langanhaltende Symbiose eingingen hingegen Wehrdienstverweigerer exkommuniziert (ein lesenswertes Buch zu der Gesamtthematik ist übrigens AD 381: Heretics, Pagans and the Christian State von Charles Freeman). Kaum verwunderlich, dass derartiges heutzutage kaum erwähnt wird, würde es doch nicht zum nationalistischen Identitätsstiftungsgehubere oder zumindest kaum zum abendlichen Besäufnis passen.

P.S.: Einen interessanten Artikel zum heutigen Feiertag findet mensch im übrigen auf Vaux Populi
P.P.S.: Nationalfeiertage gehören wie auch Nationen als solche überwunden!

