Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archiv für Januar 2011

Neugegründeter unabhängiger ägyptischer Gewerkschaftsdachverband ruft zum Generalstreik auf

Geschrieben von entdinglichung am 31. Januar 2011

Quelle: UnionBook

Egypt: New trade union federation formed

Center for Trade Union & Workers Services (CTUWS)

Translation of original in Arabic into English:

Press Release

Date: Sunday, 30 January 2011

Today, representatives of the of the Egyptian labor movement, made up of the independent Egyptian trade unions of workers in real estate tax collection, the retirees, the technical health professionals and representatives of the important industrial areas in Egypt: Helwan, Mahalla al-Kubra, the tenth of Ramadan city, Sadat City and workers from the various industrial and economic sectors such as: garment & textiles, metals industry, pharmaceuticals, chemical industry, government employees, iron and steel, automotive, etc… And they agreed to hold a press conference at 3:30pm this afternoon in Tahrir Square next to Omar Effendi Company store in downtown Cairo to announce the organization of the new Federation of Egyptian Trade Unions and to announce the formation of committees in all factories and enterprises to protect, defend them and to set a date for a general strike. And to emphasize that the labor movement is in the heart and soul of the Egyptian Peoples’ revolution and its emphasis on the support for the six requirements as demanded by the Egyptian People’s Revolution. To emphasize the economic and democratic demands voiced by the independent labor movement through thousands of strikes, sit-ins and protests by Egyptian workers in the past years.

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Frauendemonstration in Tunis

Geschrieben von entdinglichung am 31. Januar 2011

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Critique sociale N°14

Geschrieben von entdinglichung am 31. Januar 2011

Die Februarausgabe der Critique Social (als pdf-Datei hier) mit einem Artikel zur Lage in Tunesien, einem Interview mit Maximilien Rubel und einem biographischen Text zu Paul Frölich:

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Proletarische Front, Gruppe Hamburg (PF): Bombardiert das Hauptquartier! Chinas Weg – eine Alternative zum Revisionismus? (1972)

Geschrieben von entdinglichung am 31. Januar 2011

Nach dem Aktionsprogramm der „operaistischen“ Proletarischen Front nun wieder ein Text der häufig als „luxemburgistisch“ oder „spontaneistischen“ gelabelten Proletarischen Front, Gruppe Hamburg (PF) die mit Bombardiert das Hauptquartier! Chinas Weg – eine Alternative zum Revisionismus? (pdf-Datei, 150 mb) betitelte Maoismus-Kritik der Gruppe:

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Musik zum Sonntag … UK Decay

Geschrieben von entdinglichung am 30. Januar 2011

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¡Que se vayan todos!

Geschrieben von entdinglichung am 29. Januar 2011

im Nahen Osten und überall, gefunden auf Révolution en Iran:

einer Meldung zufolge sind die SalzarbeiterInnen in Suez in einen unbefristeten Streik mit dem Ziel des Sturzes der Regierung getreten

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Zum Fall Tommy Sheridan

Geschrieben von entdinglichung am 28. Januar 2011

„The time has come to rid the left of male misogynists who view women as appendages,“ says former SSP MSP Rosie Kane. „Sheridan vilified the women in the party who refused to bow to him. Our lives have been devastated by his actions.“

„I wouldn’t go so far as to say he was predatory but things were more in his favour than the women. There were concerns about his behaviour when he was in Militant [prior to setting up the SSP] and complaints were made, but the leadership in London chose not to act on it. I suppose they didn’t want to kill the goose that laid the golden egg.“

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Freiheit für Oz!

Geschrieben von entdinglichung am 28. Januar 2011

Quelle des nachfolgend dokumentierten Textes: EXPRESS – Die linksradikale Mobilisierungs-Mailingliste für Hamburg und Umgebung

Ein Gespenst geht um in den Städten!

FREE OZ’ ART AND ACTIVISM

Am 3. Februar 2011 beginnt ein Verfahren gegen Hamburgs bekanntesten Graffiti-Künstler. Bereits acht Jahre seines Lebens saß Oz im Gefängnis. Nun droht ihm eine weitere, im schlimmsten Fall mehrjährige Haftstrafe für seine künstlerische Tätigkeit. Oz wird dabei nicht nur als einzelner Streetart-Aktivist, sondern stellvertretend für Graffiti als kriminalisierte Form urbaner Kunst verfolgt. Die aktuellen Vorwürfe sind meist banal. Vielfach geht es um „Straftaten“ wie die Verschönerung der Rückseite von Verkehrsschildern oder das Anbringen von Aufklebern an Automaten. Kriminalisiert wird Oz ganz offensichtlich nicht für diese Taten, sie erscheinen einfach zu unaufdringlich, sondern für sein Gesamtwerk.

Gemessen am Bekanntheitsgrad dürfte Oz einer der erfolgreichsten Grafiker und Maler aus Hamburg sein. In ganz Europa kennt man seine Smileys und sein Logo, welches in Hamburg allgegenwärtig erscheint. Wo andere Künstler_innen umworben und vereinnahmt werden, die Stadt versucht, deren kreativen Ruhm für den Standort und die Marke Hamburg zu vermarkten, wird im Fall von Oz mit beispielloser Repression reagiert. Der Grund ist einfacher Natur: der Hauptteil seiner Arbeiten entzieht sich einer ökonomischen Verwertung.

In Boulevard-Medien wurde er in den vergangenen Jahren mit dicken Schlagzeilen als „Außenstehender“ und „Bedrohung der Gesellschaft“ diffamiert. Seine Arbeiten werden aus diesem Blickwinkel nicht als Bereicherung für die Menschen dargestellt, sondern als diffuse Gefahr für die Allgemeinheit heraufbeschworen. Das Urbane wird in dieser Deutung jenseits eines historischen Begriffes der Freiheit von Stadtluft zu einer sehr deutschen Form von Schicksalsgemeinschaft, der es sich unterzuordnen gilt. Menschen, die auf ihre Autonomie beharren oder einfach sperrig sind, werden dabei als zu bekämpfende Abweichung betrachtet.
Einerseits offenbart sich darin eine uralte, tiefsitzende bürgerliche Verachtung gegenüber anderen Lebensentwürfen, andererseits fehlen die Voraussetzungen, die Bedeutung kultureller Ausdrucksformen zu verstehen, die sich ökonomischer Sinnhaftigkeit scheinbar verweigern. Doch da die Gesetzmäßigkeiten des Kunstmarktes sich auch in jene Bereiche erstrecken, die versuchen sich ihm entziehen, ist ein Teil der Arbeit von Oz inzwischen durchaus auch in Ausstellungen und Galerien gelandet. Er steht damit in der Tradition von umstrittenen Künstlern wie Gérard Zlotykamien oder Harald Naegelie,

Dass „vergnüglicher Vandalismus“ Kunst darstellen kann, wittert sogar das Flaggschiff hanseatischer Lesekultur, die Zeit. Wird dort doch ein anderer Street-Art Aktivist regelrecht gefeiert: „Mit Banksy wurde der urbane Vandalismus unterhaltsam, wie kein anderer versteht er sich darauf, die ödesten Städte in lustvolle Ausstellungsräume zu verwandeln.“ Analogien sind ein gefährliches Pflaster und obwohl Smileys auf Stopschildern der Ironie von Bansky durchaus entsprechen, soll es nicht darum gehen, die Arbeiten beider zu vergleichen. Doch wer mag, stelle sich vor, Bansky hätte nicht im hippen London, sondern im schillernden Hamburg gelebt. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hätte ihn durch 12 MEK Beamte observieren lassen, vor Gericht erfolglos nach Möglichkeiten gesucht, ihm als „notorischen Sachbeschädiger“ die Schuldfähigkeit abzusprechen und ihn damit als Triebtäter zu klassifizieren und mit Sicherheitsverwahrung zu bedrohen. In den Medien wäre sein Urteil hämisch mit „Graffitis nur noch im Knast“ begrüßt worden und er hätte große Teile seines Lebens in Haft verbracht.

Wir fragen uns, wo liegt das Verbrechen beim Zeichnen eines Smileys auf einen Stromkasten oder eine leere Wand? Wie lässt sich verstehen oder erklären, dass ein Mensch deshalb eine in der Summe mehrjährige Haftstrafe erhält, welche von der Dauer einer juristischen Schwere von Taten wie Mord oder Totschlag gleichkommt? Eine Gesellschaft, die dies bejaht oder zulässt, bewegt sich nicht nur jenseits rechtlicher Minimalstandards, sondern ist in jeder Hinsicht autoritär und inhuman, Sie begegnet der elementarsten aller Freiheiten mit einem der schwersten aller Mittel: Dem Recht auf Sichtbarkeit, Sprache und Selbstdeutung der eigenen Existenz mit langjährigem Freiheitsentzug und dem Gebot des Schweigens.

Der juristische Exorzismus, mit dem die Zeichen Oz ausgetrieben werden sollen, geht einher mit einem zunehmend repressiveren Begriff von Stadt und öffentlichem Raum. Kameraüberwachung, staatliche und privatisierte Kontrolle, Sauberkeit und Ordnung als Messpunkte subjektiver Sicherheit durchdringen den öffentlichen Raum. Parolen, Bilder, Plakate, Demonstrationen oder Straßentheater sind Bestandteile des öffentlichen Lebens.

Das meiste davon wird in den Innenstädten mittlerweile verboten, um einen reibungslosen Konsum zu perfektionieren. Im bürgerlichen Verständnis von Freiheit soll ökonomisch-rational gehandelt werden und Selbstverwirklichung erfolgt durch Arbeit und Warenkonsum. In den surrealen Botschaften von Oz liegt eine subtile Widerstandshandlung gegen Zwänge die mit solchen Normen verbunden sind. Sie sprechen eine verborgene Verweigerungshaltung an, eine innere Abwehr gegen die Aufgabe nonkonformer Individualität durch Selbsteinordnung in städtische Ordnungs- und Kontrollräume. Sie verweigern sich dem Diktat einer Funktionalität und Verwertung im Kapitalimus.

Menschen wie Oz gehören nicht in den Knast, sondern zum Leben in der Stadt. Sie sind wichtig, weil sie sich zeigen und einem Gewaltverhältnis, das uns in Form von nackten Wänden und schreiender Werbewirklichkeit umgibt, nachdenkliche Muster und Formen verleihen. Oz verleiht der Architektur der Stadt dabei eine Würde, die von Goldgräberstimmung und Investorenlandschaften, wachsender Stadt und Sicherheitsbedürfnissen längst vergessen und verdrängt wurde. Er gibt dem Bedürfnis nach Leben eine Sprache, die von den Mauern wiederhallt, kopiert wird und sich weiterverbreitet.

Das „Gespenst“ ist für den französischen Philosophen Jacques Derrida, das einsickerrn eines toten Zeichens in einen lebendigen Diskurs. In „Marx Gespenster“ ist es die Idee der Gerechtigkeit. Es gibt Menschen, die Marx vergessen lassen wollen, aber seine Gespenster werden sie nicht los. Sie „transformieren“ sich, niemand kann sagen, wann und wo sie auftauchen, doch sie kommen immer wieder. Auch die Symbolwelten von Oz trotzen der repressiven Wirklichkeit und vervielfältigen sich. Sie beschwören Unsicherheit in den Augen von Ordnungsfanatiker_innen und eine Kulisse des Begehrens für andere.

Sie erzählen nichts über die Urheberschaft oder eine Handlung von Oz, sondern davon, dass die Stadt kein toter Ort von Sachzwängen ist. Der Schriftzug Oz, die Smileys und Kringel sind künstlerischer Protest für Urbanität als Begriff von Freiheit gegenüber dem vermeintlich Notwendigen. Es gibt über 100 000 Oz Graffitis, sie sind in anderen Städten in Europa aufgetaucht und entstanden auch während seiner Haftzeit. Es ist nicht die Person, die jetzt verurteilt werden soll, sondern der Versuch, Gespenster zu vertreiben, die Aufbegehren gegen die scheinbare Alternativlosigkeit einer bestehenden Ordnung und Weltsicht. Eine Weltsicht, welche die Ökonomie zu einem Fetisch, Sinn und Zweck erklärt, dem sich das Politische, die Kunst und das Leben in der Stadt unterzuordnen haben. Darin besteht die Subversivität der Smileys, das entgrenzte Strafbedürfnis, die Hysterie gegen die sich gespensterhaft verbreitenden Zeichen und den Menschen Oz.

Wir fordern Freiheit für Oz und die Einstellung seines Verfahrens, weil jeder andere Zustand staatliche Gewalt als Modell und Kitt des gesellschaftlichen Zusammenlebens befördert und den Verlust von individueller Freiheit zugunsten der Zwänge einer ökonomischen Schicksalsgemeinschaft bedeutet. Wer Oz aus dem Bild der Stadt vertreiben will, will nicht ihm alleine die Sprache rauben, sondern allen, die versuchen, sich neu zu erfinden und sich jenseits bestehender Normen ausdrücken wollen.

Für eine Stadt der Zeichen, Bilder und
surrealen Botschaften!
Freiheit für Oz und Einstellung des Verfahrens!

AG Repression und Solidarität
Kontakt: freeoz@gmx.de

Dienstag 1.2.2011
Info- und Solidaritätsveranstaltung im Gängeviertel
zum aktuellen Prozess und der Repression gegen Oz
20 Uhr

………………………………….
Spendet Geld für Prozesskosten und die Öffentlichkeitsarbeit.
Zeigt Solidarität und besucht den Prozess gegen Oz. Leitet diese Solidaritätserklärung weiter und veröffentlicht sie.

Prozesstermine
3.2. 13 Uhr | 11.2. 9-13 Uhr | 18.2. 9-13 Uhr
25.2. 9-13 Uhr | 4.3. 9-13 Uhr | 11.3. 9-13 Uhr
Amtsgericht Barmbeck Saal E 10

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Zwei neue Broschüren von Critique Sociale

Geschrieben von entdinglichung am 28. Januar 2011

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Räte in Tunesien?

Geschrieben von entdinglichung am 27. Januar 2011

Ein Artikel auf der Webseite der NPA berichtet von Formen der Selbstorganisation und-Verwaltung in Siliana und Sidi Bou Ali, hier ein Auszug:

Nous, citoyens de la ville de Sidi Bou Ali rassemblés à la « Place du Peuple » en ville déclarons :
- nous rejetons cette décision qui se base sur une Constitution antidémocratique et impopulaire, et qui ne garantit pas les droits de toutes les sensibilités nationales dans le pays ;
- nous refusons la domination du parti au pouvoir et à sa continuation à contrôler la vie politique dans le pays, à travers ses symboles et ses valets dans le gouvernement;
- nous élisons, d’une façon publique, un Conseil local temporaire pour qu’il gère les affaires de la cité et pour travailler dans le cadre de la coordination régionale et nationale pour retrouver le fonctionnement normal de la vie civile, économique, culturelle et politique dans le pays jusqu’à ce qu’une nouvelle Constitution d’une société démocratique et populaire ouvre la voie à des élections pour assurer la dévolution pacifique du pouvoir et sans aucun monopole. Et veille à ce qu’il représente l’ensemble des parties nationales.
Les fonctions de ce Conseil sont :
- La formation de comités de sécurité pour protéger les quartiers,
- Aider à reprendre la vie économique quotidienne et à assurer les nécessités de la vie quotidienne des citoyens,
- Assurer la réouverture des institutions civiles (banques, hôpitaux, municipalités, écoles, instituts, …)
- Assurer la propreté de la ville,
- Coordonner avec les conseils locaux et régionaux formés,
- Communiquer et assurer la liaison avec l’armée nationale tant qu’elle est la seule institution qui veille, aujourd’hui, sur le pays.

Nous décidons de nous répartir sur les comités suivants :
- Comité de la propagande et des médias ;
- Comité de la communication avec l’Armée nationale ;
- Comité de la protection des quartiers ;
- Comité de la propreté de la ville ;
- Comité de la logistique ;
- Comité de sensibilisation, d’orientation et de culture.

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