Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archiv für Januar 2011

Was unterscheidet die BRD und Tunesien?

Geschrieben von entdinglichung am 23. Januar 2011

so einiges, einen Unterschied nennt der PCOT-Vorsitzende Hamma Hammami in einem Interview mit der gestrigen jungen welt:

„jw: Gibt es in Tunesien keinen Antikommunismus?

HH: Doch, es gibt schon Antikommunismus in Tunesien – aber nicht in dem grotesken Ausmaß wie bei Ihnen in Deutschland. Unsere Partei, die Kommunistische Arbeiterpartei Tunesiens, kommt zudem bei der Bevölkerung gut an, weil bekannt ist, daß wir viel für die Befreiung von der Diktatur und für die Demokratie getan haben.“

Aktuelle Berichte zu den Kämpfen in Tunesien und Algerien auf Le Jura Libertaire und auf ESSF, hier auch eine nette Zusammenstellung mit peinlichen Lobhudeleien französischer PolitikerInnen für Ben Ali

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Musik zum Sonntag … Orchestre National de Barbès

Geschrieben von entdinglichung am 23. Januar 2011

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Drohende Räumung von Dale Farm

Geschrieben von entdinglichung am 22. Januar 2011

Dale Farm bei Crays Hill/Essex, die grösste Traveller-Siedlung Britanniens ist von der Räumung bedroht:

Dale Farm, in Crays Hill, Essex, is the UK’s largest Travellers’ community, consisting of nearly a hundred separate properties, lying well outside the village and made up of extended family plots or yards.

Most are owned by Travellers of Irish heritage, although some Romani families also own yards. The estate is divided in two sections, the front part (about 45 plots) has planning permission; while the back part (52 plots) despite numerous applications and appeals, has been refused planning consent, even though the site was previously a disused scrap yard! 90% of traveller planning applications are initially rejected compared to 20% overall.

Caving in to racial prejudice, Basildon District Council (BDC) has set aside two million bounds to demolish the homes in the back 52 plots. This could happen as early as September. We view the destruction of half this community as ethnic cleansing.

The planning history of the area has shown that the site had been used without planning permission since early 1990’s for a variety of industrial uses. In 1992 BDC issued Enforcement Notices against various unauthorised commercial activities that were being pursued on the site. Part of the land at the east side of the site was previously the subject of two temporary consents for the breaking of motor vehicles, sale of vehicle parts and dealing in scrap metals. This use ceased following the vacation of the
land by the business proprietors in 2001.

When the unauthorised development of the application site first came to the Council’s attention in September 2003, the land to the east of the site had been used as a scrap yard from 1978 until 2001 under a permission granted by the Council to be used as such. If an exception was allowed for the scrap metal yard, surely an exception can be made for a vulnerable minority group to continue to live there, particularly given that many of them have already been through traumatic experiences of forced eviction.

In May 2005, the BDC voted to take direct action, setting aside some three million euro for an eviction and demolition operation. Residents sought a Judicial Review of this decision and won in the High Court. This judgment was overturned by the Court of Appeal on 22 January 2009. An appeal to the House of Lords was denied on 14 May 2009. After extensive research into the needs of Travellers and Gypsies in the UK, on 20 July the Department for Communities and Local Government informed BDC and the Gipsy Council that the District Council is required to provide sufficient land for 62 (sixty two) additional pitches. This requirement can be easily met by BDC if it decides to grant planning permission for the 52 (fifty two) unauthorised pitches already in existence at Dale Farm.

As mentioned before, the main desire of the families is to not move from Dale Farm; they wish to get planning permission for permanent residence to continue living in the site they privately own.

We say no to home demolitions, and no to ethnic cleansing!

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Die RSO zu Spitzeln in der Linken

Geschrieben von entdinglichung am 22. Januar 2011

Quelle des nachfolgend dokumentierten Textes: Webseite der RSO

Sie sind unter uns: Über Spitzel in der Linken

Geschrieben von Stefan Horvath, Donnerstag, 20 Januar 2011

Fans der bürgerlichen Demokratie witzeln gerne darüber, wenn Linke von geheimen Operationen des Staatsapparates sprechen. Doch die jüngsten Enthüllungen von verdeckten ErmittlerInnen in Deutschland, Österreich und Großbritannien zeigen, dass die Realität häufig skurriler ist als jede Verschwörungstheorie.

„Jetzt ist schon wieder was passiert“. Mit diesem Satz beginnt jeder der großartigen „Simon Brenner“-Krimis des österreichischen Autors Wolf Haas. Der kauzige Ex-Polizist Simon Brenner, der da in einigermaßen kuriosen Mordfällen ermittelt, zeichnet sich weniger durch hohe investigative Dynamik als durch Starrsinn und Hartnäckigkeit aus. Keine schnellen Schlüsse ziehen, das ist sein Motto.

Schnelle Ergebnisse, die musste auch der gleichnamige Simon Brenner in Heidelberg nicht liefern. Sein Einsatz als verdeckter Ermittler in der linken StudentInnenszene der südwestdeutschen Universitätsstadt war auf mehrere Jahre angelegt. Dumm nur, dass ihm am 11. Dezember 2010 eine Urlaubsbekanntschaft einen Strich durch die Rechnung machte. „Du bist doch der Simon von der Polizei!?“ Und schon war es um den groß angelegten Spitzelversuch des Landeskriminalamts (LKA) Baden-Württemberg geschehen. Dadurch, dass er tags darauf von seinen ehemaligen „FreundInnen“ zu Rede gestellte wurde und dabei offenbar auch recht redselig war, wissen wir nun interessante Details über verdeckte Ermittlungen innerhalb der Linken. (Mehr dazu auf Indymedia)

Die Geschichte von Simon Bromma

Simon Brenner, so haben linke HackerInnen herausgefunden, heißt in Wirklichkeit Simon Bromma. Er stammt aus Radolfzell am Bodensee, ist im lokalen Turnverein aktiv und Jugendwart im „Wein- und Kulturzentrum des Meersburger Winzervereins“. Der Sohn einer Polizistenfamilie (Vater und Bruder sind ebenfalls bei der Polizei) wollte wohl Karriere machen und anscheinend schien ihm der Einsatz als Spitzel ein probates Mittel hierfür zu sein. Beim LKA absolvierte er nach eigenen Angaben eine mehrmonatige „Spezialausbildung“ und begann Ende 2009 die Identität „Simon Brenner“ aufzubauen.

Ab Anfang April 2010 infiltrierte Bromma aktiv die linke Szene in Heidelberg. Neben regelmäßigen Berichten für die LKA-Abteilung „I540 Verdeckte Ermittlungen“, die er nach eigenen Angaben alle zwei Wochen in Stuttgart verfasste, hielt er auch Kontakt zum Heidelberger Staatsschutz. Die vorgegebene Strategie war, sich über das Engagement in eher offenen linken Strukturen langsam eine Reputation innerhalb der Szene aufzubauen, um nach einem realistisch vorgetäuschten Radikalisierungsprozess schließlich autonome Antifa-Strukturen zu infiltrieren (konkret die Antifaschistische Initiative Heidelberg). So machte er bei der StudentInnen-Organisation der Linkspartei, dem SDS mit, engagierte sich in der Kritischen Initiative (KI), nahm an Kundgebungen, Demos und Blockaden teil. Ehemalige „MitstreiterInnen“ beschreiben ihn als äußerst freundlich und hilfsbereit. Simon war einfach überall dabei, ob im NoBorder-Camp in Brüssel oder bei Blockadeaktionen gegen den Castor-Transport. Noch am Tag seines Auffliegens hatte der Spitzel an der von ihm selbst organisierten Critical Mass-Fahrraddemo in Heidelberg teilgenommen.

Interessant am Fall „Simon Brenner“ ist jedenfalls, dass seine falsche Identität wesentliche Ähnlichkeiten mit seinem wirklichen Leben aufweist. (Mehr dazu auf Indymedia ) Etwa der Name, seine Heimatregion oder sein Hobby des Fahrradfahrens. Das ist kein Wunder, denn so versucht die Polizei ein unabsichtliches Verplappern des Spitzels oder zufällig auftretender Bekannter zu verhindern.

Danielle Durand und die österreichische Tierrechtsszene

Ähnlich wird es wohl auch im Fall von „Danielle Durand“ gewesen sein, jener verdeckten Ermittlerin, die über 16 Monate die österreichische Tierrechtsszene bespitzelt hatte (sieh dazu „Zum Schauprozess gegen die 13 TierrechtlerInnen „). Bei über 200 Veranstaltungen und Aktionen von Infotischen in Einkaufsstraßen über Rechtshilfeworkshops bis hin zu Jagdsabotagen war die fleißige Polizistin mit von der Partie. Zwar konnte „Durand“ den nun angeklagten 13 TierrechtsaktivistInnen keinerlei Straftaten nachweisen (im Gegenteil, ihre Bericht entlasteten die Angeklagten sogar), regte interessanterweise gegenüber AktivistInnen aber an, Codeworte oder e-Mail-Verschlüsselung zu verwenden – also Maßnahmen, die den Angeklagten jetzt zur Last gelegt werden.

Obwohl das Verschlüsseln von e-Mails weder illegal noch unüblich ist, verweist dieses Beispiel auf eine weitere Funktion von Polizeispitzeln. Oftmals sollen sie linke Organisation nicht nur aushorchen, sondern auch als sogenannte Agent Provocateurs zu Straftaten anregen, um AktivistInnen damit in die Falle zu locken.

So war es auch bei einem weiteren vor kurzem geouteten Spitzel, dem britischen Polizisten Mark Kennedy. Mindestens sieben Jahre war dieser „Superspitzel“ in mindestens 22 (!) verschiedenen Ländern aktiv, darunter in Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Island und Deutschland. Sein Einsatz verschlang jährlich rund 300.000 Euro Steuergeld! Kennedy infiltrierte zahlreiche antirassistische, klimapolitische und globalisierungskritische Gruppen und Bewegungen. Für einen Blockadeversuch des englischen Kohlekraftwerks Ratcliffe-On-Soar, den er mitorganisiert hatte, versorgte er die 113 AktivistInnen mit Infos und empfahl bestmögliche Zugänge. Kurz vor Beginn der Blockadeaktion wurden diese dann jedoch im Zuge einer Razzia verhaftet.

20 Jahre Infiltration

Eine weitere sehr wesentliche Infiltration flog bereits vor 2001 auf: „Manfred Schlickenrieder“ und die „Gruppe 2“ in München. Unter dem sehr geschickten Deckmantel eines linken Dokumentationsprojekts bewegte sich „Schieckenrieder“ in der westeuropäischen radikalen Linken und suchte vor allem den Kontakt zu bewaffnet kämpfenden Organisationen wie den Resten der RAF, den Roten Brigaden, der Action Directe oder der türkischen Devrimci Sol.

„Schieckenrieder“ schrieb rund 20 Jahre lang Berichte und politische Einschätzungen, legte Namenslisten und Fotokarteien an. Anfänglich stellte die Gruppe 2, die offenbar nur aus Schieckenrieder bestand, Kassetten mit Liedern der italienischen Arbeiterbewegung her und vertrieb politische Filme und Bücher aus Italien. Später gab sie die Zeitschrift „texte“ heraus, die zum Beispiel Dokumente aus der nordamerikanischen Gefangenenbewegung oder aus der Diskussion der italienischen Roten Brigaden übersetzte und veröffentlichte. Zugleich trat die „gruppe 2″ als Dokumentationsstelle auf, die ein kleines Archiv betrieb, das (gegen Hinterlegung der Personalien) von Einzelpersonen genutzt werden konnte und wo Videogeräte ausgeliehen werden konnten. Und natürlich filmte sie.

Als Zuverdienst operierte die „gruppe 2″ in der Grauzone privatwirtschaftlicher Geheimdienste. So kassierte Schlickenrieder 1997 20.000 DM bei der Firma „Hakluyt“ in London für die Bespitzelung deutscher Anti-Shell-, Greenpeace- und Menschenrechtsgruppen. Als der Revolutionäre Aufbau Schweiz Schieckenrieder schließlich aufdecken konnte, ging eine rund 20jährige intensive Bespitzelung eines Spektrums der radikalen Linken zu Ende (siehe dazu: http://www.salonrouge.de/gruppe_2.htm).

Pack schlägt sich …

Dass Polizeiprovokateure regelmäßig bei größeren linken Demos eingesetzt werden, ist für die organisierte Linke ein alter Hut. Bloß die bürgerliche Presse muss das immer wieder aufs Neue „herausfinden“ und verkaufswirksam ein wenig skandalisieren. In einem Interview mit dem Hamburger Abendblatt spricht ein Polizist ganz offen über diese Praxis: „Ich weiß, dass wir bei brisanten Großdemos verdeckt agierende Beamte, die als taktische Provokateure, als vermummte Steinewerfer fungieren, unter die Demonstranten schleusen. Sie werfen auf Befehl Steine oder Flaschen in Richtung der Polizei, damit die dann mit der Räumung beginnen kann.“.

Jüngstes bekannt gewordenes Beispiel ist der Polizeieinsatz rund um Stuttgart 21 , wo offenbar ein Polizist, getarnt als vermummter Demonstrant, Pfefferspray gegen die Polizei einsetzte, um so den brutalen Polizeieinsatz gegen die DemonstrantInnen zu rechtfertigen.

Die Stuttgarter Grünen zitierten Mitte Dezember auch ein Gespräch vom Juni 2010 aus dem Baden-Würtembergischen Umweltministerium. Laut Grünen hieß es darin: „Das Polizeipräsidium Stuttgart bildet aktuell zwei ehemalige zivile Aufklärer der BFE (Beweissicherungs- und Festnahmeeinheiten) für die Erkenntnisgewinnung im linken Bereich aus. In keinem Fall darf aber der Duktus der Überwachung von bürgerlichen S-21-Gegnern aufkommen.“ (http://www.stuttgart-21-aktuell.de/mehrere-polizei-spitzel-in-die-widerstandsbewegung-gegen-stuttgart-21-eingeschleust-43535)

Was viele Fälle von Bespitzelung linker Organisationen eint, ist, dass die Einsätze oftmals hart an der Grenze des bürgerlichen Rechts schrammen, nicht selten sind sie schlicht illegal. So hat Polizeispitzel Simon Bromma die linke Szene Heidelbergs ohne konkreten Tatverdacht infiltriert, was gegen deutsches Recht verstößt. Und auch der Einsatz von Frau „Durand“ war spätestens seit Anfang 2008 rechtlich nicht mehr gedeckt.

… Pack verträgt sich

Diese Umstände zu thematisieren, etwa gegenüber der linksliberalen bürgerlichen Presse, ist für linke AktivistInnen sicher sinnvoll. Doch für uns selbst muss klar sein, dass sich der Staatsapparat in seinem Kampf gegen die Linke und die ArbeiterInnenbewegung niemals an Gesetze halten wird, wenn er es für nötig erachtet.

Vielmehr können wir davon ausgehen, dass die radikale Linke (oder das, was der Staat eben dafür hält) ganz routinemäßig auch mit dem Einsatz illegaler Mittel überwacht wird. Dafür wurden in der Geschichte sogar auch immer wieder gänzlich informelle Geheimdienste gegründet, wie beispielsweise das Gladio-Netzwerk . Auf die abstrakte bürgerliche „Demokratie“ brauchen wir da wirklich nicht vertrauen.

Silentium!

Trotzdem sollten AktivistInnen der Linken und der ArbeiterInnenbewegung nicht paranoid werden. Sicher, es ist beängstigend, wenn die Polizei so massiv in das Leben von Menschen eingreift. Wenn sich plötzlich herausstellt, dass eine Person, der du vertraut hast, mit der du vielleicht gut befreundet warst oder ein sexuelles Verhältnis gepflegt hast, in Wirklichkeit jemand anderer ist. Dass diese Person Akten über dich angelegt hat und diese an den Staatsapparat weitergegeben hat. Der psychische Schaden, den so etwa auslöst, ist sicher nicht zu unterschätzen.

Politisch gesehen hingegen können Polizeispitzel der Linken zwar erheblich schaden, gänzlich aufhalten können sie progressive und revolutionäre Bewegungen aber nicht. Die Bolschewiki etwa hatten ab 1912 mit Roman Malinowski sogar einen Polizeispitzel im Zentralkomitee – und das im äußerst repressiven zaristischen Russland. Auch in der Redaktion ihrer legalen Zeitung in Petersburg waren zwei zaristische Agenten. Und schließlich gab es keinen einzigen bolschewistischen Parteitag im Ausland, wo nicht mindestens ein Spitzel der zaristischen Geheimpolizei Ochrana anwesend war. Immer wieder wurden Mitglieder verhaftet und Gruppen ausgehoben, nichtsdestotrotz wuchs die Partei an und konnte im Oktober 1917 sogar die Revolution anleiten. Ein wesentlicher Grund dafür war, dass die Bolschewiki es verstanden hatten, eine richtige Mischung aus konspirativer und offener Arbeit zu entwickeln.

Lenin, der Malinowski lange zu Unrecht gegen Vorwürfe der Bespitzelung verteidigt hatte, schrieb später in seiner Polemik „Der linke Radikalismus, die Kinderkrankheit im Kommunismus“:

„Um unser Vertrauen zu gewinnen, musste uns Malinowski als Mitglied des Zentralkomitees der Partei und Abgeordneter der Duma helfen, legale Tageszeitungen herauszugeben, die es auch unter dem Zarismus verstanden, den Kampf gegen den Opportunismus der Menschewiki zu führen und in entsprechend verhüllter Form die Grundsätze des Bolschewismus zu propagieren. Mit der einen Hand schickte Malinowski viele Dutzende der besten Vertreter des Bolschewismus in Verbannung und Tod, während er mit der anderen Hand helfen musste, vermittels der legalen Presse viele Zehntausende neuer Bolschewiki zu erziehen.“

Sicherheitskultur

Das bolschewistische Beispiel und viele weitere aus der Geschichte zeigen: Vorsichtig mit internen Informationen umzugehen, kann der Linken nie schaden. Eine revolutionäre Organisation wird niemals darauf verzichten können, Zugriffe von außen so weit wie möglich zu erschweren und besonderes Gewicht auf eine „Sicherheitskultur“ zu legen. Auf die repressiven Praktiken des Staates mit Paranoia und einem Rückzug in selbstgewählte Isolation zu reagieren, so wie es weite Teile des autonomen Spektrums vor allem im deutschsprachigen Raum betreiben, ist aber die falsche Strategie. Dadurch schneidet sich die politische Organisation nur von den Menschen ab, die sie eigentlich überzeugen und gewinnen will und macht sich auf der anderen Seite erst recht interessant für „Big Brother“ Staat. Die optimale Balance von Sicherheit und Offenheit wird wohl immer wieder neu zu definieren sein. Denn Sicherheitsmaßnahmen haben zwei Seiten: Einerseits sind sie unabdingbar, gewährleisten sie doch das nötige Ausmaß an Sicherheit, schotten die Organisation nach außen ab und behindern staatliche Repression und unerwünschte Infiltration von außen. Andererseits aber können Sicherheitsmaßnahmen auch dazu tendieren, sich von politisch Interessierten abzuschneiden und sich in der selbstgewählten Isolation wohlig einzurichten. Denn die beste Versicherung gegen staatliche Repression ist noch immer eine breite Verankerung

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Zwei Hinweise zur Lektüre

Geschrieben von entdinglichung am 21. Januar 2011

* Wildcat, Nr. 88, Winter 2010/2011, mit Artikeln zu den Kämpfen u.a. in Griechenland, Frankreich, Britannien, Stuttgart, dem Wendland sowie einer diskussionswürdigen Beilage mit Texten von Loren Goldner sowie Gilles Dauve/Karl Nesic zum Thema „Der historische Moment / ArbeiterInnen verlassen die Fabrik

* Lunapark 21, Nr. 10, Winter 2010, mit dem Schwerpunkt Festung Europa und dem sehr lesenswerten Artikel Eine explosive Mischung: Neoliberalismus & Korruption im Iran von Soheil Afsani

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TREND feiert Geburtstag

Geschrieben von entdinglichung am 21. Januar 2011

Die Onlinezeitung Trend wird zwar noch nicht volljährig, darf aber von nun an Mofa fahren und feiert heute und morgen im Mehringhof und diskutiert dabei mit geladenen wie ungeladenen Gästen über das Thema REFORM & REVOLUTION – Wege aus dem Kapitalismus … von hier aus liebe rote Grüsse und einen herzlichen Glückwunsch an den rüstigen Jubilar!

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The Commune Nr 20, Januar 2011

Geschrieben von entdinglichung am 20. Januar 2011

Die neue The Commune, als pdf-Datei hier

Die Artikel im einzelnen:

News

* the truth about julian assange – Adam Ford writes on the WikiLeaks saga

* tommy sheridan’s celebrity socialism – Allan Armstrong on the politics behind the perjury trial

Workplace

* unite cans heinz strike – Alfred Stevens on the end of the Wigan Heinz dispute (updated/abridged in PDF)

* PM: ‘striking never achieves anything’ – Sharon Borthwick didn’t think much of David Cameron’s advice to striking workers

* ‘no cuts?’ ‘no chance!’ – David Huckerby on Sheffield Homes’ cuts plans

* an image of the big society? – ‘Lady Stardust’ looks at the cooperatively-run Woodberry Down Community Library

* the global commune – 29th January Edinburgh meeting on trade unionism

Student movement

* education: their vote isn’t the end of our struggle – editorial of The Commune

* student occupations pamphlet: a call for contributions

* can student struggles engage with campus staff? – students’ and workers’ struggles at Bristol university

* build the movement or build the party? – Sinead Rylance saw sectarianism at play in the KCL occupation

* LSE occupation: 1968 and all that – Jack Staunton saw more hope in the college students’ protests than the occupation at his uni

* mobilisation versus representation – Joe Thorne looks at the conflicting dynamics of the November-December student movement and the role of the left

* hope against hope: a necessary betrayal – Nic Beuret looks at the aspirations of the student movement beyond ‘freezing the fees’

Organising

* where next for network x? – Daniel Gray reports on the activist gathering in Manchester

* feminism, organisation and class struggle – a day of discussion and mutual exchange, London, 20th February

* issue two of the educator

* our platform

* our meetings

International

* from celtic tiger to death by a thousand cuts – Ronan McAoidh on the economic and political crisis engulfing Ireland

* a french thatcher? the rise of nicolas sarkozy – Noé le Blanc reports on the record of the new right in France

* from palace coup to revolution – Camille Boudjak reports on the mass revolt in Tunisia

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Freiheit für Moshrefa Mishu!

Geschrieben von entdinglichung am 20. Januar 2011

Die Quelle des nachfolgend dokumentierten Aufrufes ist LabourStart (wo auch eine Petition abgeschickt werden kann), weitere Informationen auf der Webseite der Asian Human Rights Commission

Bangladesh: Free Moshrefa Mishu

Moshrefa Mishu.Moshrefa Mishu, President of the Garment Workers Unity Forum (GWUF), a trade union of the ready-made garment sector, was illegally arrested on 14 December 2010. The arrest occurred after mass protests of garment workers demanding the implementation of the increased minimum wage. While there was no warrant at the time of her arrest, Mishu is now facing three fabricated criminal charges. She has been ill-treated and threatened with death while in detention, and the police did not allow her to take necessary medicines with her. Mishu’s health has deteriorated as a result of ill-treatment and the subsequent denial of adequate medical treatment by politically-motivated doctors while in detention. It is urgent to intervene by insisting that the Government of Bangladesh immediately release Mishu Moshrefa and to drop the fabricated charges.

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Einige Lesehinweise zur Revolte in Tunesien und umzu

Geschrieben von entdinglichung am 20. Januar 2011

* Kommunistische Arbeiterpartei Tunesiens: Die Tyrannei ganz zerschlagen (DKP)

* Al Mounadil-a: All the victory to the Tunisian Revolution; the forefront of the revolution in the North of Africa and the Middle East (International Viewpoint):

„- Do not trust those who remained from the gang of Ben Ali! Beware of liberal political forces that are very eager to ride on people’s victory! All the power to the revolutionary people! This is the slogan that should unite all Tunisian revolutionaries.

- For a second, third, fourth, and fifth Tunisia! Against the tyrannical regimes sponsoring division! For a Great Democratic United and Socialist Maghreb! These are the slogans that should unite the revolutionaries in the Great Maghreb.

- All the victory to the Tunisian Revolution; the forefront of the revolution in the North of Africa and the Middle East.“

* Parti socialiste des travailleurs (PST, Algerien): No to neoliberalism! No to the free market! For a politics that serves the needs of the people! (International Viewpoint)

* Union Générale Tunisienne du Travail (UGTT): Statement of the National Administrative Commission, 18.01. 2011 (pdf-Datei)

* Parti du Travail Patriotique et Démocratique (PTPD): Situation et tâches en Tunisie : Déclaration (Extraits) (ESSF)

* Tunesien: Die Revolution ist noch nicht zu Ende (Anarkismo)

* Opposition tunisienne : les forces en présence (Le Figaro)

* Après la Tunisie… la Galaxie !!! (Le Jura Libertaire)

* Brian Whitaker: Without God on our side (Guardian)

„One of the most refreshing things about the Tunisian uprising – and very unusual for the Middle East – has been the lack of meddling by external interests. Apart from a few mouse-like squeaks from the state department, the US stayed out of it and so too did God, along with his self-appointed representatives on earth.

In most Arab countries, Islamists are seen as the main alternative to existing regimes – which suits the regimes fine because it scares people into supporting them. In Tunisia, though, as George Joffe explained, the organisational strength of the uprising came mainly from the country’s biggest trade union, the UGTT, with students and thousands of disaffected citizens also joining in. The rhetoric was broadly leftist rather than religious.

Hopefully, what Tunisia can provide for the Middle East is a new model – a secular alternative to the Iranian revolution. There are no ayatollahs waiting in the wings. The Islamists will probably to resurface after two decades of suppression, but there are no indications that they have a large popular following in Tunisia and they are unlikely to play anything more than a minor role in the country’s political future.

If the Tunisian revolution continues on its current path, we could even see the beginnings of a post-Islamist phase in the Arab countries.“

* Tunisia as a paradigm (New Left Project)

* Nadim Mahjoub: No to fake new regime (Weekly Worker)

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Anarchie in Besançon?

Geschrieben von entdinglichung am 19. Januar 2011

ein wenig Farbe auf einem Denkmal für Kolonialkrieger erzeugt Furcht beim organisierten Spiessertum … Quelle: Le Jura Libertaire

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