Hier nun der vorher schon in englischer Sprache dominierte Aufruf auch in deutscher bersetzung, Quelle RSB, einen weiteren Artikel zum Thema kann mensch hier finden:

Hilfsaufruf im Kampf gegen die Taliban und die Operationen des pakistanischen Militärs
Tariq Ali und Farooq Tariq
01.06.2009
Dies ist eine offizielle Bitte der Labor Relief Campaign1 um Unterstützung im Kampf gegen die Taliban und die Operationen des pakistanischen Militärs. Ziel des Aufrufs ist es, sofortige Hilfe den mehr als 1,5 Mio. Flüchtlingen aus der Malakand Region, der Nordwestlichen Grenzprovinz Pakistans, zukommen zu lassen.
Mazdoor Jeddojuhd
Die Vertreibung ist das Ergebnis der Kämpfe zwischen den Taliban und der pakistanischen Regierung. Wir planen Mazdoor Jeddojuhd häufiger in Paschtu2 zu veröffentlichen. Momentan erscheint die Zeitung wöchentlich in Urdu und monatlich in Paschtu. Ziel ist, sowohl dem religiösen Fanatismus als auch der staatlichen Repression entgegenzuwirken. Wir wollen die ArbeiterInnen- bzw. die sozialen Bewegungen in der Region unterstützen, indem wir ihre Aktivitäten und Anliegen veröffentlichen und ihnen eine Plattform bieten, sich auszutauschen und neue Netzwerke zu bilden.
Die Situation
Die Taliban haben die Kontrolle über einige Regionen von Pakistan erlangt. Sie drohen andere Teile ebenfalls zu besetzen. Um die Situation zu befrieden, traf die pakistanische Regierung im April mit den Taliban ein Abkommen, das den Taliban ermöglichte, das so genannte ‘Nizam Adl‘ (Rechtssystem)3 in Malakand einzuführen. In den von ihr kontrollierten Regionen führten die Taliban mittelalterliche Gesetze ein, die vor allem auf die Einschränkung der Rechte von Frauen und Minderheiten abzielen. Das Abkommen gab darüber hinaus den Taliban die Möglichkeit, in andere Gegenden vorzudringen.
Dann änderte die Regierung radikal ihre Taktik, fiel in ein anderes Extrem und startete die Militäroperation. Das Ergebnis ist ein gewaltiger Flüchtlingsstrom in andere Teile des Landes. Laut Armee sollen die religiösen Fanatiker vernichtet werden und das brauche Zeit. Aber die Extremisten halten der Militäroffensive stand und ihr Einfluss in Pakistan wächst.
Fanatismus kann nicht mittels Militäraktionen ausgelöscht werden. Im Gegenteil: Dies führt eher zu einer Verbreitung ihrer Ideen bei. Die Taliban haben nach der Besetzung Afghanistans durch die NATO 2001 die Macht verloren. Nichtsdestotrotz sind sie nach ein paar Jahren zunächst in Pakistan später in Afghanistan wieder erstarkt. Die Situation ist recht komplex.
Die Militäroperation im Swat-Tal verschleiert die Tatsache, dass das pakistanische Militär die Taliban als ein Faustpfand betrachtet und nicht gewillt ist, dieses zu opfern, um den USA zu gefallen. Während die Armee die Taliban aus dem Swat-Tal vertreibt, lässt sie die Dschihad-Infrastruktur (Trainingscamps, Schulungszentren, Zeitungen, Wohltätigkeitsstrukturen; die verschiedenen Aktivitätsbereiche der Taliban) in anderen Teilen Pakistans unangetastet.
Das Ausmaß dieses Aufstands wird durch die 1,5 Mio. Menschen verschärft, die nun in unterfinanzierten Flüchtlingslagern oder ungenügenden Notunterkünften ausharren ohne die Möglichkeit den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten. Diese Vertreibung erzeugt kein Vertrauen in die Fähigkeiten des pakistanischen Staates die Probleme der Flüchtlinge anzugehen.
Ein anderes zentrales Problem sind die Drohnenangriffe der USA. Seit 2006 starben über 700 Menschen bei diesen Militäraktionen, darunter 164 während den 14 Angriffen, die seit Obamas Regierungsantritt stattfanden. Diese Drohnenangriffe schüren die gegen die USA gerichteten Ressentiments. Insgesamt ist die Besatzung von Afghanistan durch die NATO und die USA eine Gefahr für die Stabilität der Nordwestlichen Grenzprovinz Pakistans.
Unsere Perspektive und Strategie
Der Kampf gegen religiösen Extremismus kann nur Erfolg haben, wenn die grundlegenden Probleme der arbeitenden Klasse in sozialer, politischer und ökonomischer Hinsicht gelöst werden. Es gilt darüber hinaus ein frei zugängliches Bildungssystem aufzubauen mit einem säkularen Lehrplan. Ziel ist es, den Feudalismus zu beenden, eine Landreform durchzuführen und die Besatzung Afghanistans durch die USA zu beenden. Unsere Strategie ist, religiöse Fanatiker mit lokalen Verteidigungskomitees zu bekämpfen.
Die Alternativen
Sowohl die Taliban als auch das pakistanische Militär handeln zerstörerisch. Weder die Taliban noch die Militäraktion dürfen von uns unterstützt werden. Unsere Position ist radikaler und geht über die bloße humanitäre Unterstützung für die Binnenflüchtlinge hinaus, obwohl diese Arbeit absolut notwendig ist. Es geht um mehr als nur eine Verurteilung der Drohnenangriffe, die zivile Opfer verursachen und die Souveränität Pakistans verletzen. Wir sind unmissverständlich gegen den Krieg, da diese Militärkampagne mit Sicherheit die Menschenrechte auf Generationen hinaus beeinträchtigt.









