Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 11. Januar 2008

Streiflichter aus Britannien

Posted by entdinglichung - 11. Januar 2008

Es hätte so schön sein können …: Die Labour-Regierung unter Gordon Brown verkündigt die Nachricht und die Tory-Opposition, ein Teil der AnwohnerInnen (welche Windenergieanlagen ganz hässlich finden), örtliche Wirtschaftsverbände und natürlich die selbstlos daherkommende Atomindustrie freuten sich darüber, dass nachdem der alte Atommeiler vor einigen Jahren stillgelegt wurde, ein neues Atomklo den kleinen, durch seine im 7. Jahrhundert errichtete angelsächsische Kirche bekannten Ort Bradwell-on-Sea an der Küste von Essex verschönern würde … aber ausgerechnet jetzt kommen da Meldungen, dass die Betreiber vor einigen Jahren am 26. Dezember 2004 offenbar radioaktive Abwässer haben entweichen lassen (jener sagte dazu: „At no point was there any risk to the public or the environment.“) und daher vor Gericht muss. Lesenswerte kritische Kommentare zum Wiederaufleben des Atomwahns in Britannien finden sich u.a. auf den Webseiten von Peter Tatchell, Greenman’s Occasional Organ und Another Green World.

nuklearraakwnee

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Polizei versucht Unterschriftensammlung eines sozialistischen Kandidaten zu unterbinden

Posted by entdinglichung - 11. Januar 2008

Nicht nur Esel und Elefanten versuchen derzeit ihr Leittier zu ermitteln, auch die unabhängige Linke in den USA beteiligt sich, ohne Illusionen zu haben oder zu denken, dass sich darüber gross etwas verändern liesse, am derzeitigen VorpräsidentschaftskandidatInnenwahl-Rummel. Anders als die beiden grossen bürgerlichen Parteien gefällt dies – obwohl derzeit von sozialistischer Seite keine Gefahr droht – der Staatsgewalt und dem Kapital nicht immer. Brian Moore, Präsidentschaftskandidat der linkssozialistischen SPUSA bekam dies am 6. Januar zu spüren, als er in der Kleinstadt Brattleboro (Vermont) Unterschriften (KandidatInnen kleiner Parteien müssen in vielen Bundesstaaten extrem hohe Mengen an Unterstützungsunterschriften vorlegen, um überhaupt auf den Stimmzettel gelangen zu können) auf dem Parkplatz eines Supermarktes sammelte. Der Supermarktmanager rief die Polizei zur Hilfe, welche Moore und seinen BegleiterInnen mit der Festnahme auf Grund der Verletzung von Eigentumsrechten/Hausfriedensbruch drohte. Die übergeordnete staatliche Instanz bremste die übereifrigen Kleinstadt-Sherriffs jedoch erst einmal aus, so das Moore und seine GenossInnen gelang, insgesamt fast 500 Unterschriften in Brattleboro und Umgebung zu sammeln.

roterstern

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Philip Agee (1935-2008)

Posted by entdinglichung - 11. Januar 2008

Am 7. Januar starb in Havanna im Alter von 72 Jahren Philip „Phil“ Agee, ehemaliger CIA-Agent und späterer CIA-Kritiker und Cuba-Soli-Aktivist. Agee hatte von 1978 bis 2000 in Hamburg gelebt und mit CIA Intern und On the run in der BRD-Linken breit rezipierte Bücher verfasst. Nachrufe auf Philipp Agee finden sich in der taz, im Guardian und auf Organized Rage, siehe auch den etwas unausgewogenen englischsprachigen Wikipedia-Artikel zu ihm.

Im Anhang ein Fernsehmitschnitt vom Juni 2007 von TeleSur in drei Teilen (in spanischer Sprache), wo sich Phil Agee über veröffentlichte CIA-Dokumente u.a. zu Chile, Venezuela und Bolivien äussert:

Teil 1

Teil 2

Teil 3

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Mahmoud Salehi nach kurzem Krankenhausaufenthalt wieder im Knast – Maryam Hosseinkhah und Jelve Javaheri aus der Haft entlassen

Posted by entdinglichung - 11. Januar 2008

Der iranische Gewerkschaftsaktivist Mahmoud Salehi wurde, nachdem er auf Grund seines schlechten Gesundheitszustandes im Krankenhaus untersucht wurde, erneut und trotz medizinischer Bedenken nach einem Tag in den Knast von Sanandaj zurückverlegt, der behandelnde Arzt würde Mahmoud Salehi zumindest gerne für eine Woche unter medizinischer Beobachtung im Hospital behalten. Währenddessen wurden am 2. Januar die beiden feministischen Aktivistinnen Maryam Hosseinkhah und Jelve Javaheri nach sechswöchiger beziehungsweise einmonatiger Inhaftierung auf Grund ihrer Aktivität in der One Million Signatures Campaign aus dem Evin-Knast in Tehran entlassen. Beide haben zu ihren Erfahrungen im Gefängnis Artikel verfasst, Maryam Hosseinkhah zu Frauen im Knast, welche als Kinder verheiratet wurden und Jelve Javaheri zu den Lebensgeschichten einiger Frauen, welchen sie im Gefängnis begegnet ist.

Derweil hat Human Rights Watch einen “You Can Detain Anyone for Anything” –
Iran’s Broadening Clampdown on Independent Activism
betitelten Bericht zur derzeitigen Repressionswelle im Iran vorgelegt, welcher hier als pdf-Datei herunter geladen werden kann.

salehi

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