Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 16. Januar 2008

Pierre Lambert (1920-2008)

Posted by entdinglichung - 16. Januar 2008

Heute starb mit Pierre Boussel alias Pierre Lambert, einer der letzten übriggebliebenen VeteranInnen der trotzkistischen Bewegung der Vorkriegszeit und theoretischer wie politischer Kopf der LambertistInnen (in der BRD „Soziale Politik & Demokratie„, machen wie der Name sagt, Entrismus in der SPD). Nachfolgend ein Nachruf in französischer Sprache, gefunden auf La Bataille Socialiste, verwiesen sei hier ausserdem auf den Nachruf aus der Libération:

Mort du dirigeant trotskiste Pierre Lambert

PARIS (AFP) — Le dirigeant trotskiste Pierre Lambert, candidat à l’élection présidentielle de 1988, est mort mercredi matin, a-t-on appris auprès du Parti des Travailleurs.

Dirigeant historique de ce parti, anciennement OCI (Organisation communiste internationaliste) formation dans laquelle avait milité dans les années 60 Lionel Jospin, Pierre Lambert, de son vrai nom Pierre Boussel, avait réalisé 0,38% des voix à la présidentielle de 1988.

“Le camarade Pierre Lambert est décédé ce matin 16 janvier 2008 après avoir combattu jusqu’à ses dernières forces contre la maladie“, déclare un communiqué de la section française du secrétariat international de la IVème internationale – Parti des Travailleurs – publié mercredi à la mi-journée.

“Jusqu’au dernier moment, le camarade Pierre Lambert est resté partie prenante du combat pour l’émancipation ouvrière qu’il avait rejoint à l’âge de 14 ans et du combat pour la IVème internationale dont il a été le principal animateur durant de nombreuses décennies“, ajoute le texte.

Le parti informera “dans les prochaines heures l’ensemble des camarades des conditions dans lesquelles ils pourront participer à l’hommage rendu” au vieux dirigeant d’extrême gauche, qui avait 87 ans.

Rote Fahne
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TrotzkistInnen für John McCain?

Posted by entdinglichung - 16. Januar 2008

Zumindest wünscht sich John McCain, Kandidat für die Präsidentschaftskandidatur der Republicans dergleichen (gefunden auf negative potential, nach einem CBS-Bericht): … “People ask me about turnout, we want republicans, democrats, libertarians, vegetarians, Trotskyites, whoever will come out and vote for us. And obviously we are trying to motivate our Republican base, but we want everybody,” … ein wenig wirklichkeitsnäher waren da noch die 1996 von Michael Moore als Satire aufgebrachten, Parteispenden verteilenden Gruppen wie „Satanists for Bob Dole„, „Abortionists for Buchanan„, „Pedophiles for Perot“ oder „Hemp Growers for Clinton“ (zumindest Pat Buchanan soll angeblich den ihm zugesandten Scheck über 100 $ eingelöst haben) … und in der US-amerikanischen T-Gruppen-Szene sind eher Wahlboykott oder ungültig wählen, sozialistisch wählen, grün wählen, Eigenkandidaturen oder mit zugehaltener Nase ein Kreuz bei den Democrats zu machen, die diskutierten Optionen.

vierte

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Für mehr Feiertage!

Posted by entdinglichung - 16. Januar 2008

Traditionell gab es in vorkapitalistischen Gesellschaften (auch weil die Konzepte von Ferien oder Urlaub nicht bekannt waren) eine Reihe von Feiertagen mehr als heute (dies darf allerdings kein Grund sein, jene Gesellschaften zu romantisieren), verschiedene arbeitsfreie Tage wurden in der BRD im Laufe der letzten Jahrzehnte (auch weil an ihnen nicht wirklich (mehr) gefeiert wurde, so am Buss- und Bet(t)tag) in den letzten Jahrzehnten abgeschafft oder in Britannien zu „Bank Holidays“ umgewidmet. Während zwar die gesetzliche Urlaubszeit (ohnehin primär als Periode vorgesehen, in welcher die teilvernutzte Ware Arbeitskraft durch Erholung regeneriert wird) nicht beschnitten, sondern zuweilen sogar ausgeweitet wurde, kann insgesamt konstatiert werden, dass die meisten Lohnabhängigen in den imperialistischen Metropolen, soweit sie nicht „freigesetzt“ wurden, unter spätkapitalistischen Bedingungen auf Grund der Verdichtung des Arbeitsprozesses insgesamt mehr arbeiten, als vor beispielsweise 100 Jahren, wo die Sechstagewoche und ein Arbeitstag von zehn Stunden gängige Praxis waren. Da stellt sich durchaus die frage, ob es nicht sinnvoll wäre, dadurch ein wenig Sand ins kapitalistische Getriebe zu streuen und sich das Leben ein wenig zu verschönern, indem mensch sich einfach (und wenn möglich kollektiv) einige Feiertage quasi als Vorschein auf den Kommunismus mehr aneignet. Anregungen dafür kann mensch u.a. im Interkulturellen Kalender 2008 (pdf-File) des Beauftragten für Integration und Migration Berlin finden, welcher mehrere Dutzend Feier- und Gedenktage unterschiedlicher Herkunft enthält, welche vielfach (nicht alle) durchaus geeignet sind, durch Fernbleiben von der Lohnarbeit gewürdigt zu werden.

kalender2008

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Himie Bernadt (1909-2007)

Posted by entdinglichung - 16. Januar 2008

Am 25. Dezember starb im Alter von 98 Jahren Himie Bernardt, südafrikanischer Anwalt und Menschenrechtsaktivist in der Periode des rassistischen Apartheidsregime, welcher u.a. Nelson Mandela und Albie Sachs vertrat und an den Untersuchungen zu den Morden an den im Knast ermordeten Freiheitskämpfern Looksmart Ngudle (ANC) und Imam Abdullah Haron (PAC) beteiligt war. Erwähnenswert ist zu Himie Bernadt weiterhin eine Begebenheit aus seiner Kindheit, welche im Nachruf aus dem heutigen Guardian von Denis Herbstein angesprochen wird:

A man of good sense and few words, always softly spoken, Bernadt was born into an immigrant family in Pretoria, the son of a struggling baker. At eight, he endured jibes of „Jood, Jood“ (Jew boy) from Afrikaner classmates, until one day he lashed out and was thereafter left alone.

kette

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