Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 3. Februar 2008

Mehedi Hasan inhaftiert – Mohammad Khokon von der Polizei ermordet

Posted by entdinglichung - 3. Februar 2008

Mehedi Hasan, ein in den USA lebender Sozialforscher aus Bangladesh wurde am 24. Januar in Dhaka, der Hauptstadt seines Heimatlandes inhaftiert. Seine Verhaftung liegt in seiner Aktivität für das Workers Rights Consortium begründet, die Regierung von Bangladesh versucht derzeit die dortige ArbeiterInnen- und Gewerkschaftsbewegung gewaltsam zu unterdrücken, wobei am 30. Januar der 22 Jahre alte Textilarbeiter Mohammad Khokon in Dhaka den ihm von der den Bullen am Vortag zugefügten Verletzungen erlag. Nachfolgend ein Hintergrundbericht in englischer Sprache von Labour behind the Label zur Inhaftierung von Mehedi Hassan, mehr Informationen zur aktuellen Lage in Bangladesh kann mensch auf LabourStart (wo es auch eine Petition für Mehedi Hasan gibt) finden.

Factory investigator in Bangladesh arrested

Labour Behind the Label is calling for support in securing the release of Mehedi Hasan, a field investigator for the Washington D.C.-based Worker Rights Consortium, who was arrested on Thursday 24th January by the Bangladesh security forces.

Mr. Hasan has been held in detention at a police station in Dhaka, where authorities have refused to let his family visit. We have serious concerns for his safety and are asking for urgent messages to be sent to the Bangladesh authorities calling for his immediate and unconditional release.

Take action

Hasan’s arrest takes place in a context of severe repression by the military-backed “caretaker” government.  Since January 12, 2007 the government has banned political and trade union activities.  Both Bangladeshi and foreign labor rights advocates have been put under surveillance, interrogated and detained. We are also extremely concerned aobut the safety of other Bangladesh labour rights advocates, who we believe may also be at risk of arrest under the current emergency laws.

kette

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Mansour Osanloo wieder im Knast – Amin Ghazaei inhaftiert

Posted by entdinglichung - 3. Februar 2008

Nachdem Mansour Osanloo – der zu fünf Jahren Knast verurteilte Vorsitzende der Gewerkschaft der ArbeiterInnen der Vahed-Busgesellschaft – vor einigen Tagen erneut am Auge operiert worden war, wurde er, einer Meldung von Iran Labour Rights Watch (ILRW) zufolge am 2. Februar erneut in den Evin-Knast in Tehran zurückverlegt, obwohl die ihn behandelnden MedizinerInnen ein weiteren Verbleib zur Beobachtung im Krankenhaus als dringend erforderlich bezeichnet hatten. Gleichzeitig wurde bekannt, dass vor einigen Tagen der Schriftsteller und Übersetzer Amin Ghazaei inhaftiert wurde, von dem seither jede Spur fehlt. Amin Ghazaei hatte sich den Zorn des Mullah-Regimes u.a. durch Übersetzungen von Werken von Judith Butler und Jean Baudrillard zugezogen und ist Mitglied der Else-Lasker-Schüler-Gesellschaft und Mitarbeiter des Archivs der iranischen Exilliteratur im Exil-Archiv.

freeosanloo

Ansonsten sei hier auf ein lesenswertes Interview mit einem linken iranischen Studenten (in englischer Sprache) auf WSWS zur derzeitigen StudentInnenbewegung im Iran hingewiesen, welches sowohl die aktuelle Situation wie auch die Entwicklung einer „neuen Linken“ an den iranischen Universitäten behandelt.

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Warum „Scharf Links“ auf diesem Blog nicht mehr verlinkt wird

Posted by entdinglichung - 3. Februar 2008

Das NLO-Spaltprodukt „Scharf Links“ – hxxp://www.scharf-links.de/ konnte mensch bisher als zuweilen in seiner „Materialbeschaffungspolitik“ relativ eklektisch vorgehende aber dennoch zuweilen informative linke Nachrichtenquelle ansehen und war daher auch auf dieser Seite als Weblink vertreten. Nach einem am gestrigen Tage von dem islamistischen und antisemitischen Internetportal Muslim-Markt übernommenen Beitrag auf Scharf Links (der Name führt sich dadurch selber ad absurdum) kann derartiges hier nicht mehr geschehen. In dem Artikel Der afghanische Ablehnungsbetrughxxp://www.scharf-links.de/57.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=518&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=7834d3ff0c – wird unter anderem zum Aufbau einer Querfront zur Befreiung der deutschen Heimat aus den Händen der US-Raubtierkapitalisten und ihrer Helfershelfer aufgefordert – Dreck wie mensch ihn von faschistischen oder reaktionären Kräften kennt. Von „Scharf Links“ wird in diesem Zusammenhang eine eindeutige Stellungnahme und Selbstkritik zu diesem Vorfall, verbunden mit einer Erklärung, dass dergleichen in Zukunft unterbleiben wird, erwartet … falls sie noch Wert darauf legen, von revolutionären und emanzipatorischen Kräften als GenossInnen angesehen zu werden.

roterstern

Nachtrag: Der islamistischen Hizbollah wurde auf Scharf Linkshxxp://scharf-links.de/44.0.html?&tx_ttnews[pointer]=1&tx_ttnews[tt_news]=391&tx_ttnews[backPid]=9&cHash=0701287496 – in der Vergangenheit ebenfalls Raum gegeben, ihre „Positionen“ zu erläutern.

Nachtrag 10.05. 2012: Offenbar hat Scharf Links sich einigermassen „bewährt“, das „Interdikt“ ist hiermit aufgehoben

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Zum 121. Geburtstag von Georg Trakl

Posted by entdinglichung - 3. Februar 2008

Heute vor 121 Jahren wurde Georg Trakl, einer der bekanntesten deutschsprachigen expressionistische Dichter in Salzburg geboren. 1914 bei Kriegsausbruch als Militärapotheker in die österreichisch-ungarische Armee eingezogen, nahm er sich – das Morden nicht mehr ertragend – am 3. November 1914 mit einer Überdosis Kokain das Leben, nachdem er seine Kriegseindrücke in Grodek, seinem letzten Gedicht versucht hatte, in Worte zu fassen.

Grodek

Am Abend tönen die herbstlichen Wälder
Von tödlichen Waffen, die goldnen Ebenen
Und blauen Seen, darüber die Sonne
Düstrer hinrollt; umfängt die Nacht
Sterbende Krieger, die wilde Klage
Ihrer zerbrochenen Münder.
Doch stille sammelt im Weidengrund
Rotes Gewölk, darin ein zürnender Gott wohnt
Das vergoßne Blut sich, mondne Kühle;
Alle Straßen münden in schwarze Verwesung.
Unter goldnem Gezweig der Nacht und Sternen
Es schwankt der Schwester Schatten durch den schweigenden Hain,
Zu grüßen die Geister der Helden, die blutenden Häupter;
Und leise tönen im Rohr die dunklen Flöten des Herbstes.
O stolzere Trauer! ihr ehernen Altäre
Die heiße Flamme des Geistes nährt heute ein gewaltiger Schmerz,
Die ungebornen Enkel.

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