Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 18. Februar 2008

Paradies Bhutan?

Posted by entdinglichung - 18. Februar 2008

In den hiesigen Medien wird das kleine Königreich Bhutan gerne romantisierend als von den „Lastern“ und Problemen der (kapitalistischen, westlichen, etc.) Welt nocht nicht tangiertes, buddhistisches Paradies dargestellt. Vergessen wird dabei, dass dort speziell seit Ende der 1980er Jahre eine repressive Politik gegenüber Minderheiten, v.a. gegen aus Nepal stammende, teilweise hinduistische Menschen gefahren wird, welchen (soweit sie diese besassen) teilweise die Staatsangehörigkeit entzogen wurde oder die nach Nepal vertrieben (ein Artikel im New Statesman vom 1. Februar spricht von „ethnischen Säuberungen“) wurden. Gegen diese Politik regt sich zuweilen auch bewaffneter Widerstand, welcher von Gruppen wie der maoistischen Bhutan Communist Party (MLM) (BCP(MLM), siehe auch hier und hier) oder der United Revolutionary Front of Bhutan (URFB) und einer Reihe weiterer Untergrundorganisationen getragen wird. Ob diese Gruppen positive Veränderungen bewirken können, ist allerdings ebenfalls nicht klar.

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Erfolgreicher wilder Streik der Müllleute in Brighton

Posted by entdinglichung - 18. Februar 2008

Zur Nachahmung empfohlen: Durch einen zweitägigen Wildcat Strike ist es 200 überwiegend in der GMB organisierten Beschäftigten der Stadtreinigung in Brighton & Hove offenbar gelungen, die vom Management eingeleiteten „Umsetzungen“ von vier ArbeiterInnen rückgängig zu machen, welche gegen die geplanten Flexibilisierungen (welche bei der gegenwärtigen Unterbesetzung und Mangel an Müllwagen eine Verdopplung des Arbeitspensums bedeutet hätte) protestiert hatten. Das Management, welches offenbar die Kampfbereitschaft der Belegschaft total unterschätzt hatte, erklärte sich darüber hinaus bereit, in Verhandlungen über Neuanschaffung von Fahrzeugen und Neueinstellungen einzutreten.

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Brendan Hughes (1949-2008)

Posted by entdinglichung - 18. Februar 2008

Am 16. Februar starb im Alter von 59 Jahren Brendan „Darkie“ Hughes, republikanisch-sozialistischer Aktivist und während der Hungerstreiks 1977 und 1980 Kommandant der (Provisional) IRA-Gefangenen im Maze-Knast an den Spätfolgen von Inhaftierungen und Hungerstreiks. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis 1986 weiterhin in der republikanischen Bewegung aktiv, verhielt er sich – ohne eine Rückkehr zu einer militaristischen Konfrontationspolitik anzustreben – zunehmend kritisch gegenüber der verbürgerlichten Sinn Fein-Führung um Gerry Adams und Martin McGuinness, welchen er eine Abkehr von ihren Wurzeln in der ArbeiterInnenklasse vorwarf und stand weiterhin für das Ziel einer säkulären und demokratisch-sozialistischen Republik in ganz Irland ein. Innerhalb der BRD-Linken war Brendan Hughes den an der Situation in Nordirland Interessierten durch seine Mitwirkung an dem 2002 erschienenen Buch Republican Voices bekannt, welches mit dem Interwiew mit ihm und fünf anderen ehemaligen IRA-Volunteers und Kritikern der aktuellen Sinn Fein-Politik den gelungenen Versuch, einen Beitrag zu einer Oral History der republikanischen Bewegung zu leisten, unternahm.

Ein Interview mit Brendan Hughes

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Zum Gedenken an Hans Berger und Heinz Leidersdorf

Posted by entdinglichung - 18. Februar 2008

Am 18. Februar 1943, heute vor 65 Jahren, wurden im Vernichtungslager Auschwitz die beiden jüdischen revolutionär-marxistischen Widerstandskämpfer Hans Berger aus Berlin und Heinz Leidersdorf aus Hamburg ermordet. Der Laborant Berger – Mitglied der Reichsleitung und der Bezirksleitung Berlin-Brandenburg und zentraler Kurier der Internationalen Kommunisten Deutschlands (IKD) – und der Studienreferendariar Leidersdorf – Mitglied der Bezirksleitung Hamburg/Wasserkante der IKD – waren beide Anfang November 1935 in Hamburg im Rahmen des zentralen Schlages der Gestapo gegen IKD-Strukturen inhaftiert und vom Volksgerichtshof zu acht bzw. neun Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Beide wurden im Rahmen der vom NS-Justizminister Thierack im Herbst 1942 angeordneten Auslieferung von 14.400 ( jüdischen, russischen, ukrainischen und Roma- und Sinti-) Strafgefangenen an die SS zur „Vernichtung durch Arbeit“ übergeben und nach Auschwitz deportiert. An Heinz Leidersdorf und seine 1941 ins Ghetto Riga deportierte und dort ermordete Mutter Adele Leidersdorf (geb. Heymann) erinnert heute ein Stolperstein vor ihrer Wohnung in der Grubesallee 21 im Hamburger Stadtteil Rahlstedt sowie ein weiterer Stolperstein vor der Hamburger Talmud-Tora -Schule im Grindelviertel am Grindelhof 30, wo er von 1933 bis zu seiner Inhaftierung unterrichtete. Hans Bergers Schwester Hilde Berger, die ebenfalls der IKD angehörte, überlebte als Sekretärin in der Firma von Oskar Schindler und lebt heute in New York.

gegen_nazis
Kein Vergeben, kein Vergessen!

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