Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 4. März 2008

Flugblatt der Woche

Posted by entdinglichung - 4. März 2008

Ein Flugblatt (pdf-Datei) von der Alliance for Workers‘ Liberty (AWL) zum anstehenden Streik bei Shelter, einer Wohltätigkeitsorganisation („Charity„) für obdachlose und unter schlechten Wohnbedingungen lebende Menschen, welche den bei ihr Beschäftigten eine Arbeitszeitverlängerung bei gleichzeitigem Lohnabbau zumuten will, während die Direktorengehälter in den letzten Jahren um fast 100% ansteigen … irgendwie nichts Neues oder Britannienspezifisches. Gegründet wurde Shelter übrigens u.a. von dem Filmregisseur Ken Loach (bekannt durch Filme wie Kes, Riff-Raff, Land and Freedom, etc.), der auf Grund der aktuellen Situation zu einem Spendenboykott gegen die Charity aufgerufen hat.

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Streiflichter aus Britannien

Posted by entdinglichung - 4. März 2008

Das heutige Titelblatt des reaktionären Boulevardblattes Daily Express bietet wieder einmal alles, was Middle England lesen will: Rassismus – … die MigrantInnen nehmen den britischen KleinbürgerInnen die Arbeitsplätze als unterbezahlte ErntehelferInnen oder Imbissbudenangestellte weg … -, Ressentiments – … die in Wales haben Autonomie, sprechen eine andere Sprache und dürfen jetzt auch noch kostenlos vorm Krankenhaus parken, während wir in England … -, belangloser Klatsch zu Lady Di – … wurde von „denen“ ermordet … sowie Tips, wie mensch das Eigenheim noch heimeliger macht … selbst zum Abwischen des Arsches aus Rücksicht auf letzteren nicht zu gebrauchen.

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Zum „Fall Wegner“

Posted by entdinglichung - 4. März 2008

Ein lesenswerter Artikel von B.B. aus der aktuellen Avanti zum medialen und „innerlinken“ Gehacke um die DKPlerin Christel Wegner, ihre Aussagen (beziehungsweise was daraus gemacht wurde), unbewältigten Stalinismus und was noch so dazu gehört:

Die DKP und Die Linke: „Dann haben wir diesmal wohl alles total richtig gemacht“

B.B.

„Wir freuen uns, dass Christel Wegner, die als Mitglied der DKP auf der Liste der Partei Die Linke bei der Landtagswahl in Niedersachsen kandidierte, in den Landtag gewählt wurde“. Lange hielt die Freude nicht an. Am Montag, dem 18. Februar wurde Christel Wegner aus der Landtagsfraktion ausgeschlossen. Da sie ihr Mandat behält, dürfte das den Bruch zwischen Die Linke und der DKP bedeuten.

Christel Wegner bestreitet, gegenüber Panorama die Mauer und die Stasi gerechtfertigt zu haben. In der ARD-Sendung hatte sie gesagt: „Ich denke…, wenn man eine andere Gesellschaftsform errichtet, dass man da so ein Organ wieder braucht, weil man sich auch davor schützen muss, dass andere Kräfte, reaktionäre Kräfte, die Gelegenheit nutzen und so einen Staat von innen aufweichen“. Und: „Der Bau der Mauer war in jedem Fall eine Maßnahme, um zu verhindern, dass weiterhin Westdeutsche in die DDR konnten. Einmal die Wirtschaft schädigen, indem sie billig eingekauft haben“. Daraufhin distanzierte sich Die Linke von Wegners Äußerungen und verurteilte den „Stalinismus als verbrecherischen Missbrauch des Sozialismus“.

In einer Stellungnahme zur Panorama-Sendung bestätigte Christel Wegner ihre unverdauliche Sozialismusvorstellung: „Ich habe vielmehr gesagt, dass jeder Staat einen Geheimdienst hat und dies natürlich auch für einen sozialistischen Staat gilt“. Die Theorie von der „Existenz und Prosperität des isolierten sozialistischen Staates“ geht auf den Reformisten Georg Vollmar zurück1. Bei Marx, Lenin und Rosa Luxemburg ist nirgends von einem „sozialistischen Staat“ die Rede. Für sie folgt auf eine Übergangsgesellschaft (Rätedemokratie) die erste Phase des Kommunismus (Sozialismus genannt) und danach die höhere Phase des Kommunismus. Im Sozialismus stirbt der Staat ab. Es gibt keine KapitalistInnen, keine Klassen und damit auch keine Repressionsorgane mehr, sondern nur die freie und egalitäre Assoziation der ProduzentInnen, die sich international demokratisch selbst organisiert und selbst verwaltet. In dieser ersten Phase der kommunistischen Gesellschaft bleibt vom Staat allein das „bürgerliche Recht“, nach dem die Konsumtionsmittel verteilt werden, bis es in der höheren Phase des Kommunismus überflüssig wird. Besondere Formationen bewaffneter Menschen wären im Sozialismus ausschliesslich einer Konterrevolution nützlich. Für die DKP ist jedoch der Sozialismus die letzte Stufe der Klassengesellschaft, in der es auch Geheimdiensten etc. gäbe, wo der Staatsapparat nicht abstirbt, sondern wie unter Stalin, Mao und Honecker gigantische Ausmaße annimmt. Das bestätigt Christel Wegner nur, wenn sie meint „die DKP hat schon immer die Auflösung der Geheimdienste gefordert“. Nur eben im „Sozialismus“ nicht.

Rote Fahne

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