Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 7. März 2008

Als die GAL Hamburg noch manchmal Recht hatte: „Maschinenstürmerei und Sabotage – Produzenten in der Verantwortung“ (1988)

Posted by entdinglichung - 7. März 2008

Die Hamburger Grünen, gemeinhin auch Grün-Alternative Liste oder kurz GAL genannt, hat sich gestern entschieden, es mit der CDU zu versuchen und eine Koalition auf Stadt-/Landesebene einzugehen. Vor 20 Jahren war die GAL in Hamburg noch etwas anders drauf, die hier online gestellte Broschüre Maschinenstürmerei und Sabotage – Produzenten in der Verantwortung (pdf-Datei, 4,05 MB), welche 1987 und in der hier vorhandenen zweiten Auflagevon 1988 von der „Fachgruppe Betrieb & Gewerkschaft der GAL Hamburg“ herausgegeben wurde, legt dar, dass es damals noch antikapitalistische und linksradikale Kräfte in der GAL gab, die aber im wesentlichen in der Zeit zwischen 1988 und 1991 mehr oder weniger freiwillig die Partei verliessen und auch kein längerfristig existierendes Nachfolgeprojekt auf die Beine brachten; spätestens seit dem Austritt der Regenbogen-Gruppe 1999 haben auch die letzten antikapitalistischen Linken die GAL verlassen, so dass eigentlich einer Koalition (welche vor 20 Jahren absolut undenkbar gewesen wäre) mit der CDU nichts im Weg stehen dürfte

Inhaltlich ist Maschinenstürmerei und Sabotage – Produzenten in der Verantwortung allerdings gerade vor dem Hintergrund der industriell produzierten ökologischen Katastrophe weiterhin hochaktuell; die Broschüre legt anhand von Beispielen (u.a. LudditInnen, Wobblies/IWW, Bästlein-Jacob-Abshagen-Gruppe, Beispiele von Sabotage an Arbeitsgeräten in den 1980er Jahren) verschiedene (und sich aus ganz unterschiedlichen Ursachen speisende) Traditionen und Aktualitäten des ArbeiterInnenkampfes gegen die Arbeit dar und verdient auch heute noch eine kritische Rezeption:

produzenten
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Spaltungserklärungen im Zeitalter von YouTube

Posted by entdinglichung - 7. März 2008

Die Communist League ist eine kleine kommunistische Organisation in den USA, welche nicht gerade unter mangelndem Selbstbewusstsein leidet … und für ihre zuweilen eigenwilligen Kommuniques haben die GenossInnen YouTube entdeckt … stellt sich nur die Frage, ob derartiges ein Zeichen für einen feinen Humor (was zu hoffen ist) oder für das HIR-Syndrom (Hartnäckige Ironie-Resistenz) ist:

Often Imitated, Never Duplicated … über einige „Ex-GenossInnen“ …

Favorite Things der Communist League …dem ist uneingeschränkt zuzustimmen

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Keine Abschiebung von Mehdi Kazemi in den Iran

Posted by entdinglichung - 7. März 2008

Wenn es nach der britischen Regierung ginge, würde Mehdi Kazemi, ein Schwuler aus dem Iran, der zum Studium nach Britannien gekommen war und dessen Freund im Iran gefoltert und durch die Todesstrafe ermordet wurde, von den Niederlanden, wo er sich momentan aufhält, nach Britannien ausgeliefert werden, wo ihm die Abschiebung in den Iran drohen würde. Hier wäre er in unmittelbarer Lebensgefahr, anderen junge Männern wie Hamzeh Chavi und Loghman Hamzehpour droht dort die Todesstrafe, Makvan Mouloodzadeh wurde im Iran Anfang Dezember 2007 staatlichersiets ermordet, das Einzige, was den dreien vorgeworfen wurde, war, dass sie eine nicht ins religiös-fundamentalistische und autoritär-spiessige Weltbild der dortigen (und nicht nur dortigen) Herrschenden passende Sexualität leben würden.

Mehr Informationen zu Mehdi Kazemi findet mensch auf EveryOne, The Gay Dissenter und Stroppyblog, eine Petition für ihn kann hier unterschrieben werden. Darüber hinaus sei auch noch darauf hingewiesen, dass u.a. auch Yaghoub Mehrnahad, Zohreh und Azar sowie Adnan Hassanpour und Hiwa Boutimar und einer Reihe weiterer politischer und sozialer Gefangener im Iran die Ermordung durch den Staat droht

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Botschaft von Mahmoud Salehi an die TeilnehmerInnen des internationalen Aktionstages

Posted by entdinglichung - 7. März 2008

In dieser Stellungnahme (Quelle IASWI) wendet sich der inhaftierte iranische Gewerkschafter Mahmoud Salehi – Vorsitzender der Gewerkschaft der Bäckerei-ArbeiterInnen in der Stadt Saqez in Iranisch-Kurdistan – anlässlich des gestrigen internationalen Aktionstages an die ArbeiterInnen der Welt.

kette

Mahmoud Salehi’s Message to all workers and concerned organizers and participants of the March 6th Global Day of Action

The International Transport Workers Federation (ITF) and the International Trade Union Confederation (ITUC) and their affiliates along with colleagues of the Global Unions Federations, are organizing an international action day on March 6th for workers’ rights in Iran and the freedom of Mansour Osanloo and me (Mahmoud Salehi). For my part, I gracefully appreciate such militant actions.

There is no avoidance of the struggle for the creation of independent workers’ organizations!!

Workers’ movement has grown in the context of aggravation of economic crisis, factory close downs, mass dismissal of workers, excessive increase of inflation that lowered the working people’s purchasing power, and generally widening of the class gap… as the result of all this Workplaces have turned into a battle field of class struggle for workers in order to meet their demands. Worker activists were raised and taken their roles within such struggles.

The close relationship between these fed-up masses and progressive workers has helped labour activists to adapt their views and behaviors to the realities of life and struggles of workers. Consequently, they have conveyed the proper ways of thinking and acting towards mass workers. Living and working with their co-workers, activists are telling them that the only way out of this terrifying misery, from poverty and starvation, from unemployment, from collective dismissal, and so on, is to fight with the capitalist system and to organize independent workers’ organizations. They tell their colleagues that an independent worker’s organization will empower them against the harsh onslaught of capitalism; that with their labour organization, they will be in a better position in their battle with capitalists; that they can set their wages up from a powerful position. Through their independent organizations, workers can establish the achievements of their struggle step by step.

Dear honorable and hard-working colleagues and fellow workers!

As the result of the efforts of truthful activists of labour movement, international rights’ organizations are now recognizing us as a working class with legitimate demands. As one of the labour activists, who is imprisoned in this capitalist country, I am proud to see such a day in the name of workers in Iran because I now know that the world’s working class has never easily accepted the imprisonment of these activists and has always fought for their freedom. They will not let the persecution and imprisonment of workers to become an obstacle or barrier in their rightful struggle.

On March 6th, I will be joyful, even behind the bars of my cell, dreaming of unity and solidarity amongst workers. At this day, workers in Iran should be cheerful while their enemies would grieve!

I will see myself among you, arm in arm, by your side and fighting with you; and I, along with you, will emphasis that there is no avoidance of the struggle for the creation of independent workers’ organizations!

Mahmoud Salehi- Central Prison of the City of Sanandaj

March 04, 2008

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