Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 20. März 2008

Irgendwie zum heutigen Tag passend:

Posted by entdinglichung - 20. März 2008

Jello Biafra/D.O.A.: Full Metal Jackoff

Teil 1

Teil 2

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Peter von Oertzen (1924-2008)

Posted by entdinglichung - 20. März 2008

Vor einigen Tagen starb Peter von Oertzen … ein reformistischer Linkssozialist ohne Berührungsängste zur radikalen Linken, welcher sich und seinen Ideen, anders als andere aus der SPD-Linken immer treu geblieben ist und folgerichtig 2005 aus der SPD austrat; nachfolgend ein Nachruf von der Homepage der isl.

Rote Fahne

Aufrecht – wie sonst?

Vom Linkssozialisten zum Sozialdemokraten und zurück: Am 16. März starb Peter von Oertzen

Er hatte den ihm eigenen Biss nicht verloren, als ihn der Stern-Redakteur Mitte 2005 im Pflegeheim in Hannover besuchte, um der Frage nachzugehen: „Was macht eigentlich Peter von Oertzen?“ Das damals aufgenommene und veröffentlichte Foto zeigt ihn als einen abgemagerten 80-Jährigen mit Achtung erheischendem Mecki-Haarschnitt und einem aufrecht trotzigen Blick, der einen nicht loslässt – vor allem nicht, wenn man weiß, wie er in den letzten Jahren darunter gelitten hat, dass der Körper einfach nicht mehr so wollte, wie der Kopf noch konnte. Was der seit 2003 ans Bett gefesselte Oertzen Freunden nur noch in Form von Telefonaten und bei den noch selteneren Besuchen zu sagen hatte, davon ist ein kleiner Teil auch in das kurze Gespräch mit dem Stern-Journalisten eingeflossen, der ihn fragte, warum er denn nach fast 60 Jahren aus der SPD ausgetreten und in die gerade neu entstandene WASG eingetreten sei: „Das musste einfach sein. Ich ging ohne Groll. Ich weiß ja, was für eine Partei die SPD ist (…) Ich kenne meine Ex-Genossen.“

In der Tat kann ihm diese Kenntnis nicht abgesprochen werden, und es ist keine kritische Geschichte der Sozialdemokratie nach dem Zweiten Weltkrieg denkbar, die nicht auch auf sein Wirken eingehen würde. Am 2. September 1924 in Berlin in ein altes mecklenburgisches Adelsgeschlecht geboren, gehörte von Oertzen zu jenen Kindern aus sozial-konservativem Elternhaus, die durch die Kriegserfahrung in faschistischer Zeit gründlich desillusioniert und so in ihrer geistigen Neuorientierung nach ganz links getrieben wurden. Der sich origineller Weise an Max Adler, Georg Lukács und Erich Gerlach schulende junge Geist suchte zwischen den aufziehenden Fronten des Kalten Krieges zu Beginn der 50er Jahre auch praktisch-politisch einen dritten Weg jenseits von realsozialistischem Politbürokratismus und realkapitalistischem Antisozialismus. Wohl wissend, dass einzig die klassenpolitische Selbsttätigkeit der lohnarbeitenden Klasse die Wege nach Utopia zu öffnen vermag, dieser Weg jedoch andererseits kein automatisch sich durchsetzender, kein zwangsläufig vorherbestimmter ist, setzte er auf politische Lernprozesse dort, wo sich die real existierende Arbeiterklasse in Westdeutschland politisch wieder fand, in der Sozialdemokratie.

Seitdem war sein Lebensweg mit dieser Partei verbunden – ob als linkssozialistischer „Entrist“ und südniedersächsischer Landtagsabgeordneter in den 50ern, oder als einer der wenigen aktiven Gegner der sozialdemokratischen Wende von Bad Godesberg 1959; ob als Herausgeber der so genannten Arbeitshefte in den 60ern, mit denen er die letzten Reste der nicht ausgeschlossenen linken Sozialdemokratie und die linke Gewerkschaftsszene um Otto Brenner zusammenbrachte, oder als erneuter niedersächsischer Landtagsabgeordneter und nun auch Kultusminister in den 70ern; ob als Mitglied des SPD-Bundesvorstandes und Führungsfigur der sozialdemokratischen Grundsatzkommission in den 70ern und 80ern oder schließlich als vehementer Kritiker der Entsozialdemokratisierung unter Gerhard Schröder in den 90er Jahren.

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Neues aus den Archiven der radikalen Linken – eine Auswahl

Posted by entdinglichung - 20. März 2008

LibCom:

* E. P. Thompson: Time, Work-Discipline and Industrial Capitalism (1993 publiziert)
* Anarchism in 1940s Glasgow – Two interviews with veterans of the anarchist scene in 1940s Glasgow (1977/1987)

trend onlinezeitung:

* Reprint des Archiv für die Geschichte des Sozialismus und der Arbeiterbewegung („Grünberg-Archiv)

Europe Solidaire Sans Frontières (ESSF):

* Daniel Bensaïd: Reprendre ses marques, renouer le fil des principes, retrouver des repères… (1993)

Marxists Internet Archive (MIA):

* Leo Trotzki: The Transformation of Morals (1923)
* Socialist Workers Party (USA): There Is No Peace! (1945)
* RSAP/ICL/WPUS/WPC: For the Fourth International (1935)
* Marsha Pripstein Posusney: Moral Economy and Labor Protest (1997, 3. Kapitel von Labor and the State in Egypt. Workers, Unions, and Economic Restructuring)

Materialien zur Analyse von Opposition (MAO):

* Auswertung von Materialien (mit eingescannten Originalquellen) zum Landkreis Stade, Landkreis Harburg, Landkreis Emsland und zu den Wehrkundeerlassen in Hessen, Baden-Württemberg und Niedersachsen (überwiegend 1970er Jahre)

La Bataille Socialiste:

* Georges Dumoulin: Les syndicalistes français et la guerre (1918)
* Andreu Nin: Thèses sur le fascisme à l’ISR (1923)
* Joaquin Maurin: L’anarquisme no és revolucionari (1928)
* Lettre Ouverte à Henri Barbusse (1929)
* Cornelius Castoriadis: Sur la question de l’U.R.S.S. et du stalinisme mondial (1947)
* Cornelius Castoriadis: Sur le programme socialiste (1952)

Gruppe Arbeiterpolitik:

* Karl Hermann Tjaden: Struktur und Funktion der „KPD-Opposition“ (KPO) (1964, pdf-Datei (49 MB, 605 Seiten)

roterstern

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