Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Was sind die Super-„Linken“ und wie schaden sie der Sache des Proletariats? (1971)

Posted by entdinglichung - 10. Mai 2008

Bei Was sind die Super-„Linken“ und wie schaden sie der Sache des Proletariats? (pdf-Datei, 2,44 mb) handelt es sich um eine 1971 von den beiden Hamburger ML-Gruppen Sozialistisches Arbeiter- und Lehrlingszentrum (SALZ) und Kommunistischer Arbeiter-Bund (KAB) im Stile der damals vorherrschenden Form innerlinker Auseinandersetzung veröffentlichte Polemik gegen die Kommunistische Partei Deutschlands/Marxisten-Leninisten (KPD/ML) um Ernst Aust. In der auch heute noch mit einem gewissen Vergnügen zu lesenden Broschüre vertraten das aus der Lehrlingsbewegung nach 1968 entstandene SALZ und der eher „studentisch“ geprägte KAB, aus denen wenig später der Kommunistische Bund (KB) hervorging, noch relativ „orthodoxe“ ML-Positionen. Kritisiert wurde an der KPD/ML vor allem deren grossspuriger Verbalradikalismus, deren Haltung zur „deutschen Frage“ (die künftige, sich von KPD/ML, KPD/AO und einigen anderen K-Gruppen abhebende, antinationalistische Haltung des KB hierzu, war auch schon in der damaligen Linie der Organisation angelegt) und deren unverholen formulierter Führungsanspruch, dabei wurde auch die politische (opportunistische) Vergangenheit von Ernst Aust als Redakteur des der illegalen KPD vor 1968 nahestehenden Hamburger Wochenblattes Blinkfüer mit vielen „Belegen“ untermauert, einer ätzenden Kritik unterzogen.

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3 Antworten to “Was sind die Super-„Linken“ und wie schaden sie der Sache des Proletariats? (1971)”

  1. […] sei hier noch auf die 1971 von den Hamburger Gruppen SALZ und KAB produzierte Kritik an der KPD/ML Was sind die Super-”Linken” und wie schaden sie der Sache des Proletariats? (hierfür wurde der aus SALZ/KAB hervorgegangende KB von der Aust-Gruppe als “antinationale […]

  2. Unzeit-gemäß said

    Zum Aspekt Moskau/Peking:

    Ein simpler Gedanke kam in den 70ern anscheinend weder KPDML-Maoisten noch den KB-Maoisten noch den DKP-Breschnewisten: dass es bei der Außenpolitik Pekings und Moskaus vielleicht gar nicht um Klassenkampf vs. Revisionismus, sondern eben einfach um Außenpolitik ging (also das Selbsterhaltungsinteresse von Staaten) ging. Zum gemeinsamen Theoriebestand von Maoisten und Breschnewisten gehörte ja die Vorstellung vom „Anti-Imperialismus“ als Fortsetzung des Klassenkampfes mit den Mitteln der zwischenstaatlichen Realpolitik (nur eben aus unterschiedlichen geostrategischen Blickwinkeln gedacht).

    Die KPDML war einfach die Gruppe, die sich bei dieser imaginierten Teilnahme am Ringen der Staaten am weitesten und konsequentesten von den Kämpfen in Westdeutschland und vom linken common sense entfernt hat. (Logisch, für die chinesische Außenpolitik war die Kampf gegen Neonazis in Westdeutschland unwichtig). Beim KB gab es trotz Mao-Bekenntnissen anscheinend in der Praxis ein Primat der Innenpolitik, welches vorm völligen Abdriften bewahrt hat. Die DKP wiederum hatte den Vorteil, dass sich ihre antifaschistische Grundstimmung meist gut mit Orientierung am außenpolitischen Vorteil Ostberlins verbinden ließ (weshalb sie insgesamt den größten Zuspruch hatte).

    • denke, dass da auch eine gewichtige Rolle spielte, dass SALZ/KB nicht unter der Leitung „antirevisionistischer“ KPD-Altkader (wie KPD/ML und KABD/MLPD) oder von ehemaligen SDS-Leithammeln, welche v.a. die „antiautoritäre Phase liquidieren“ wollten ins Leben gerufen wurde, sondern letztendlich viel ungebrochener ein Produkt der Lehrlings- und Jugendbewegung 1968/69 war, welches nicht die westdeutsche Kulturrevolution vollständig zugunsten der chinesischen Kulturrevolution (mit Elementen aus der Dritten Periode der KPD 1928-1933 vermengt) über Bord warf … die zahlenmässige Stärke der DKP relativiert sich m.E. vor dem Hintergrund der sehr viel strengeren Mitgliedschafts-Anforderungen von K- und T-Gruppen (selbst bis Anfang der 1990er in der SAG war das so ;-)), wo mensch nicht einfach mal so beitreten konnte, sondern vom Kontakt über die/den SympathisantIn zur/zum KandidatIn und dann zum Vollmitglied initiiert wurde … die KPD/ML kehrte mittels Albanien nach 1976 übrigens wieder in ruhigere Gewässer der Betriebsarbeit und des Antifaschismus zurück

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