Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Pathetisches und Vaterländisches von der KPD/ML

Posted by entdinglichung - 25. Juni 2008

Die erst mao-stalinistische, dann an Enver Hoxha orientierte KPD/ML unter der Führung von Ernst Aust war in den 1970er Jahren nicht nur für eine an Grössenwahn grenzende, sich selbst zur Führung des doitschen Volkes erklärende und vaterländische Töne beinhaltende politische Linie sondern auch für die Produktion schlechter Agitprop-Musik bekannt, welche schon damals beim „Rest“ der Linken zu wahlweise Kopfschütteln, Ekelreaktionen oder einem ungläubigen „… dass meinen die doch nicht so, dass ist doch Satire, oder?“ führte … jedenfalls gibt es offenbar immer noch einige wenige Menschen, welche einen nicht-ironischen, bejahenden Zugang dazu haben:

Wer geht voran, wer trägt die Fahne, wer macht die düst’re Nacht uns hell? – das sind der Zukunft, wir treuen Kämpfer, das ist die KPD/ML!“ … meinten die 1976 ernsthaft so … zur Melodie von Die Arbeiter von Wien:

Das „Deutschland-Lied“ der KPD/ML … nach der Melodie des nationalistischen Ernst-Busch-Liedes „Ami go home!“ aus den frühen 1950ern … mit u.a. Zeilen wie „Sozialistische Nation, sei die DDR welch Hohn – Sozialfaschisten führ’n das Regiment, übten schmählichen Verrat, am vereinten deutschen Staat“ … es empfielt sich, beim Hören des Liedes in der Nähe einen Speimöglichkeit (Eimer, Kloschüssel, etc.) parat zu haben:

Ansonsten sei hier noch auf die 1971 von den Hamburger Gruppen SALZ und KAB produzierte Kritik an der KPD/ML
Was sind die Super-”Linken” und wie schaden sie der Sache des Proletariats? (hierfür wurde der aus SALZ/KAB hervorgegangende KB von der Aust-Gruppe als „antinationale Trotzkisten“ bepöbelt) sowie auf den Artikel Maoismus und Vaterlandsverteidigung in der theoretischen Zeitschrift der GIM Die Internationale vom August 1975 verwiesen.


„Nochmals: Was soll die Phrase, daß wir gute Deutsche sind? Den, der national, d.h. bürgerlich denkt, werden wir auch durch die leidenschaftlichsten Beteuerungen unseres Deutschtums nicht überzeugen, er wird sich über uns nur lustig machen. Zu gewinnen haben wir als gute Deutsche also nichts. Wohl aber zu verlieren. Wir verwirren den Arbeiter, wenn wir ihm jetzt auf einmal entdecken, daß er „ein treuer Sohn seines Volkes“ ist, den Gegnern aber können wir mit unserem Deutschtum nichts anhaben. So wenig ihnen das Sozialisteln nützt, so wenig uns das Nationalisteln. Wir können die Nationalen nicht aus dem Felde schlagen, indem wir es ihnen gleich zu tun, oder gar sie zu überbieten suchen. Wir können nur eines: der nationalistischen Ideologie die Ideologie des intransigenten Internationalismus entgegensetzen.“ (Josef Strasser: Der Arbeiter und die Nation, 1912)

Nachtrag: Es wurde noch mehr bizarrer Stalino-Kram auf YouTube ausgekippt.

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