Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 8. Juli 2008

Widerstand gegen sexistische Übergriffe in Ägypten

Posted by entdinglichung - 8. Juli 2008

Ein Interview mit der ägyptischen Feministin Engy Ghozlan vom Egyptian Centre for Women’s Rights, gefunden auf Iran Women Solidarity, bleibt anzufügen, dass patriarchale Gewalt kein Problem ausschliesslich Ägyptens oder der „islamischen Länder“ darstellt, sondern weltweit und als Massenerscheinung gerade auch in der westlichen (patriarchalen) Zivilisation existiert.

Egyptian Women Fight Public Sexual Harassment

Danger in the Streets

Lately, women on the streets of Egypt have been under assault — threatened by looks, by words and by physical attacks. As more Egyptian women claim the freedom and power to enter the public sphere, they are being confronted with a growing wave of public sexual harassment.

Is Biology Destiny?

This trend gained a sudden worldwide audience in 2006, when amateur videos captured crowds of men surrounding and groping women during a religious festival. These videos were shared on the internet for the world to witness.
Targets are not confined to a specific group. Women of every age and class are targets of obscene behavior, even those who dress modestly in veils.

Experts put forth many explanations – the explosion of easily available sexual material, lack of education about sex and sexuality and Egypt’s economy. Due to the high cost of living, couples are forced to wait to marry until later in life, leading, some say, to rising sexual frustration in a portion of the male population.
Whatever the cause, women are afraid to report the harassment to police, worried that they will be ignored, or worse, blamed for their attacks.
The Egyptian Centre for Women’s Rights has declared this „a social cancer.“ Their campaign against public sexual harassment is fighting to enforce existing laws protecting women, create new legislation, and break the silence around this taboo subject.
I.M.O.W. spoke to Engy Ghozlan, Project Coordinator for the Egyptian Centre for Women’s Rights.

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Vermischtes aus der Linken

Posted by entdinglichung - 8. Juli 2008

Kasama hat auf seinem Blog einen Auszug aus einem The Communist Hypothesis betitelten Text von Alain Badiou zur Frage eines aktualisierten kommunistischen Projektes veröffentlicht, welcher geradezu zur Diskussion einlädt:

„In many respects we are closer today to the questions of the 19th century than to the revolutionary history of the 20th. A wide variety of 19th-century phenomena are reappearing: vast zones of poverty, widening inequalities, politics dissolved into the `service of wealth’, the nihilism of large sections of the young, the servility of much of the intelligentsia; the cramped, besieged experimentalism of a few groups seeking ways to express the communist hypothesis . . . Which is no doubt why, as in the 19th century, it is not the victory of the hypothesis which is at stake today, but the conditions of its existence. This is our task, during the reactionary interlude that now prevails: through the combination of thought processes—always global, or universal, in character—and political experience, always local or singular, yet transmissible, to renew the existence of the communist hypothesis, in our consciousness and on the ground.“

Die neue Arbeiternews (pdf-Datei) des Komitee der Solidarität mit den iranischen ArbeiterInnen – Hamburg ist erschienen; u.a. mit Interviews mit Mahmoud Salehi und Parwaneh Osanlou und einem Bericht zum Haft-Tapeh-Streik:

Mahmoud Salehi: „Wir haben in unserem Land 22 Millionen Arbeiter. Das Haus der Arbeit [staatsoffizielle Pseudo-Gewerkschaft im Iran] hat 2.000.000 Mitglieder, was passiert mit den anderen 20.000.000 ? Die Arbeiterklasse kennt das Haus der Arbeit, und das Haus der Arbeit selbst weiss, dass es unfähig ist, sogar einen 1. Mai zu organisieren. Das Haus der Arbeit ist der Auffassung, es kann im Parlament viele von den Rechten der Arbeiter zurückgewinnen. Aber diese Ausrede ist ein Traum und betrügerisch. Auch wenn die Arbeiter 200 Vertreter im Parlament haben, können sie ihre Rechte nicht bekommen. Weil das gesamte System kapitalistisch ist.“

Aus der Reihe „Demo-Parolen die wir nie wieder hören wollen“, ein Auszug aus einem Bericht von der Demo zum kürzlichen Bush-Besuch in London:

„Slogans chanted by comrades in the SWP were not only politically vacant, but many were downright ridiculous and in one case homophobic. To hear Socialist Workers’ Party activists chant “we pay your wages; let us pass” was bad enough; as if socialists call on the police to do our bidding because the state gives them tax money. Another classic megaphone moment came when an SWP activist exclaimed “the Allies didn’t fight against the Nazis in World War Two, just to have Fascist, Nazi, Gestapo SS police officers here!” which is ridiculous on two counts. Firstly, why are the governments of the Allied nations to be praised? Secondly, the police, bad on many counts, are not Nazis, or fascists, or part of the Gestapo or the SS.

But the worst of it was when an activist was heard to bellow hysterically through a megaphone the demand, “Stop sucking each others’ cocks, batty-men”. This sort of behaviour is shocking, but not entirely unsurprising. A coalition based on nothing more than opposition to the actions of one state over another and without any real political underpinning (i.e. working-class solidarity) is bound to result in every man and his dog bringing all their prejudices to the party. To be fair to the activist in question she did apologise, only to then defend her actions by asserting that the police themselves were homophobic!“

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Notwehr gegen Rassisten: Staatsanwältin klagt das Opfer an

Posted by entdinglichung - 8. Juli 2008

Der nachfolgende Text stammt von der Homepage des Infoarchiv Norderstedt und weist auf einen nicht so untypischen Fall des Umgangs eines deutschen Gerichtes mit Opfern/Überlebenden rassistischer Übergriffe in der BRD hin, aus diesem Grund hier noch einmal der Hinweis: Widerstand gegen rassistische Gewalt mag in der BRD gesellschaftlich wie institutionell nicht als legal angesehen werden, legitim ist dieser Widerstand aber immer, die Aufgabe von Linken hierbei ist es, diejenigen, welche von RassistInnen und AntisemitInnen (ob verbal oder physisch) attackiert werden – ohne Vorbedingungen zu stellen – zu unterstützen – by any means necessary! … denn die Erfahrung zeigt, dass entschlossene Gegenwehr kurz- wie mittelfristig am ehesten geeignet ist, dafür zu sorgen, dass derartige Attacken unterbleiben.

Notwehr gegen Rassisten: Staatsanwältin klagt das Opfer an

Weil sich der 26jährige Bad Segeberger Robert Nwanna laut mehrerer Zeugenaussagen gegen rassistisch motivierte Gewalt zur Wehr gesetzt hat, bemüht sich die Kieler Staatsanwaltschaft seit rund drei Jahren, Anklage gegen ihn zu erheben. Der Vorfall ereignete sich am 26. Mai 2005, ein Tag, an dem die üblichen rassistischen Beleidigungen und Übergriffe auf Nwanna eine Grenze überschritten haben, oder sagen wir: seine Wohnungstür. Nachdem der aus Nigeria stammende Mann bereits auf dem Weg zu seiner damaligen Wohnung in Wahlstedt von einer Gruppe alkoholisierter Deutscher beleidigt und angegriffen worden war, folgen ihm drei Männer bis vor die Wohnungstür, treten diese dann offenbar ein. Anschließend kommt es zu einer massiven Auseinandersetzung außerhalb der Wohnung, in deren Verlauf Nwanna selbst mehrere blutende Wunden zugefügt werden, bevor er schließlich einen der Angreifer niedersticht. Wenngleich einige Momente dieses unstreitig rassistisch motivierten Angriffs von den Beteiligten naturgemäß unterschiedlich dargestellt werden, gibt es für die Angriffe auf den 26jährigen mehrere Zeugen und auch durchaus passende Einlassungen der Gegenseite. Dennoch bemühte sich die Kieler Staatsanwaltschaft offenbar von Beginn an, Anklage gegen Nwanna zu erheben und ihn als Alleinschuldigen des Konfliktes zu konstruieren. Nach einem Artikel von Spiegel-Online könnte das Kieler Landgericht nun auch in den nächsten Tagen über den Antrag von Staatsanwältin Silke Füßinger entscheiden, das Hauptverfahren zu eröffnen – trotz erheblicher Zweifel an der Schuld Nwannas und gegen den ausdrücklichen Willen des Amtsgerichts Segeberg! Das hatte im ersten Anlauf schlicht abgelehnt, über den aus Nigeria eingewanderten Familienvater zu richten, weil nach Meinung des Schöffengerichtsvorsitzenden Harald Pöhls eine sogenannte „Sachverhaltsquetsche“ vorlag: Die Staatsanwaltschaft ignorierte offenbar wesentliche Umstände der Auseinandersetzung, ersetzte sie durch eigene Einschätzungen des Geschehens. Da verwundert es wenig, dass Füßinger erst auf Antrag der Rechtsanwältin des Opfers überhaupt gegen die Angreifer ermittelte – und nach oberflächlicher Prüfung kein strafbares Handeln feststellen konnte.

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