Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 9. Juli 2008

Sozialdemokratie!?

Posted by entdinglichung - 9. Juli 2008

Heute etwas von beiden Filialen der Sozialdemokratie, von denen sich die eine sozialdemokratisch nennt, es aber nicht mehr ist, während sich die andere nicht mehr im Namen als sozialistisch bezeichnet, u.a. um dort herumhüpfen zu dürfen, wo die andere nach Bad Godesberg herumgewankt ist:

Zunächst ein wenig (nicht mehr ganz taufrisches) Geplauder von Helmut Holter, der sich ärgert und schon 1998-2006 als Vize-Ministerpräsident sowie als Landesminister für Arbeit, Bau und Landesentwicklung in Mac-Pomm gezeigt hat, dass er Schmiermittel und nicht Sand im Getriebe des Kapitalismus ist:

„Seit Jahren begleitet und ärgert mich der Vorwurf, DIE LINKE sei eine wirtschaftsferne und unternehmerfeindliche Partei, die nur auf Umverteilung setze. Diese Unterstellung bedient bewusst alte Vorurteile. Denn: DIE LINKE stört mehr denn je, sie mischt das tradierte Parteiengefüge auf, sie kritisiert und hat Alternativen. Und so blasen alle anderen zum Feldzug gegen »diese linken Maulhelden«, wie uns BDI-Präsident Jürgen Thumann in der »Wirtschaftswoche« bezeichnet. Eines der alten Vorurteile besteht darin, dass DIE LINKE zurück zum Staatssozialismus und zur Planwirtschaft wolle. Eigentum solle vergesellschaftet und Leistung nicht mehr belohnt werden. Konsumiert werde zu Lasten der Akkumulation. Man kann in der Tat nicht über die Zukunft der Arbeit reden und dabei die Wirtschaft ausklammern. Der Staat vermag nur begrenzt Arbeitsplätze zu schaffen. Ja, wir brauchen einen öffentlich geförderten Beschäftigungssektor – dieser kann aber nur zusätzlich sein. Mit einem solchen Sektor zwischen Staat und Markt ist Vollbeschäftigung nicht zu erreichen.

Es kann in unserem Sinne nur besser, also gerecht verteilt werden, was vordem auch erwirtschaftet wurde. Soziale Gerechtigkeit muss erstritten und erwirtschaftet werden. Schon deshalb ist es erforderlich, im Zusammenhang mit der Zukunft von Arbeit mehr über kleinste, kleine und mittlere Unternehmen zu reden. In der Bundesrepublik sind 70 Prozent der privatwirtschaftlichen Arbeitsplätze in sogenannten klein- und mittelständischen Betrieben angesiedelt, in den neuen Ländern sind es sogar 75 Prozent. Ein konkreter Beitrag für den Ausbau der wirtschaftlichen Basis wäre, diese Betriebe von Steuern und Abgaben zu entlasten und etwa arbeitsintensive Dienstleistungen durch einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz zu begünstigen. Sie sollten für die Schaffung neuer Arbeitsplätze belohnt und bei der Einführung innovativer Technologien und Produkte unterstützt werden.“

dann hören wir uns einmal an, was die SPD Schleswig-Holstein heute verlauten liess:

„Mit Werner Marnette hat der Ministerpräsident einen ehemaligen Manager aus einem großindustriellen Betrieb an die Spitze des Wirtschaftsministeriums berufen. Inwieweit dieser Berufshintergrund zur Koordination der Wirtschaftspolitik an einem eher kleinteilig und mittelständisch organisierten Wirtschaftsstandort wie Schleswig-Holstein taugt, wird sich erst erweisen müssen.

Die AGS erwartet vom neuen Wirtschaftsminister eine klare Unterstützung der kleinen und mittleren Unternehmen etwa in Fragen der Sicherung von breiten Finanzierungsmöglichkeiten für den Mittelstand, der Förderung von Existenzgründungen, dem Abbau von Bürokratie aber auch bei der Förderung der Unternehmenskultur etwa in der Debatte um ausufernde Finanzmärkte und kurzfristige Interessenpolitik von Heuschrecken.

Jeder Minister hat das Recht auf eine Chance, seine Fähigkeiten unter Beweis zustellen, aber auch aufgrund seines Rufes als wenig kompromissfähige Führungskraft, geht Marnette von einem hinteren Starkplatz ins Rennen um eine gute Position in der Ministerriege.“

Zur gesellschaftlichen Emanzipation, zur Überwindung von Ausbeutung und Unterdrückung werden beide Parteien nichts beitragen können, zur Mittelstandsförderung schon eher etwas, daher: für die sofortige Zusammenlegung von SPD und Die Linke.

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Linker studentischer Aktivist in El Salvador ermordet

Posted by entdinglichung - 9. Juli 2008

Nachfolgender Text zur Ermordung des revolutionären studentischen Aktivisten Ángel Humberto Martínez Cerón, Leitungsmitglied des Bloque de Estudiantes Revolucionarios Socialistas 24 de Enero (BERS 24) in Santa Ana/El Salvador am 26. Juni stammt von dem lesenswerten Blog Renegade Eye (das Original in spanischer Sprache gibt es hier, einen weiteren Text zur derzeitigen Repression gegen die radikale Linke in El Salvador hier). Zur Unterstützung der Linken in El Salvador haben ansonsten die GenossInnen von El Militante eine Unterschriftensammlung organisiert.

¡Ángel Humberto Martínez Cerón presente!

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El Salvador: Student Leader Assassinated – Solidarity with the BERS-24

By Bloque Popular Juvenil – Peoples’ Youth Block, Tuesday, 08 July 2008

On June 26, at around 10.40pm, comrade Ángel Humberto Martínez Cerón was assassinated just a few metres from his home. He was the General Coordinator of the „January 24“ Revolutionary Socialist Students Block (known as BERS-24). The political activity this revolutionary young militant was involved in was the reason why the ruling class decided to silence him.

Comrade Ángel had a spirit of sacrifice for the cause of socialism, and he was aware of the possible consequences of genuine revolutionary activity. He would always say that „we do not need any more martyrs, what we need is revolutionaries dedicating all their energies to the struggle, we need them alive to build socialism“. The best tribute we can pay to the comrade is to continue his struggle, never to lose our convictions. He had the qualities of a genuine leader, he was able to inspire confidence and give strength to comrades when they most needed it. Without doubt, the memory of the comrade will inspire future generations to carry on the struggle.

BERS-24 is one of the very few organizations carrying out revolutionary work amongst the youth in Santa Ana, a department in the interior. Currently they are involved in the struggle against the increase in transport prices of, having recently organized a demonstration with 200 students. As a result they have been victims of constant police harassment. Two police officers, numbers 02-1841 and 02-1840, have „accompanied“ their daily activities, plainclothes police officers follow the most known members of the organization, and three members of the BERS-24, including Ángel were recently arrested after a protest against the high cost of living. The ruling class is afraid of their activities and will not hesitate to use all means at their disposal to prevent organizations like this from growing and becoming stronger.

However, the assassination of Ángel will not be the end of this campaign of harassment and repression. We hold the mayor of Santa Ana, Orlando Mena, and Francisco Rovira, the Director of the National Civilian Police, responsible for any further attacks and aggressions against FMLN members in Santa Ana, and particularly against those who are part of BERS-24. This assassination reminds us of the sicariato (hired gun killings of activists) in the 1980s. Some of the witnesses say that those who carried out the killing were wearing black balaclavas and footprints matching those of the boots worn by the Special Forces of the National Civilian Police were found at the scene of the crime.

We call on the FMLN to come out publicly against this killing, since this is an attack against all the left-wing organizations in the country. The comrades from of BERS-24 are genuine members of the FMLN and they may face further repression. We ask the FMLN to take up the case and protect the comrades. We cannot allow another political killing to go unpunished. The left-wing and working class organizations should respond by calling a 24-hour general strike against political attacks, killings and harassment.

The ruling class will blame criminal gangs (which they are also responsible for) for this killing. However, we know who organized his assassination. Ángel joins a long list of revolutionaries who have been silenced since the signing of the peace agreements. Under capitalism, the struggle for the emancipation of the working people is considered a crime, a crime against the interests of the ruling class, and they know how to protect their interests, their wealth which has been created with the sweat of the workers.

The alternative is: socialism or barbarism. Under capitalism the emancipation of the working class will not be possible. Today the task is to consolidate strong Marxist organizations. The world socialist revolution is the only way forward and we are convinced that BERS-24 will be at the forefront of the struggle for workers‘ interests.

We swear on comrade that we will win!

No more martyrs, the FMLN must respond with mass struggle in the streets!

Workers of all countries unite!

Sign the petition against attacks on the BPJ, FMLN and the Salvadorean left in general.

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SDS Reunion-Konferenz 2007 in East Lansing

Posted by entdinglichung - 9. Juli 2008

Ende November fand an der Michigan State University (MSU) in Easy Lansing eine Konferenz statt, welche eine Reihe von bekannten VertreterInnen der in den 1960ern führenden US-amerikanischen linken Studierendenorganisation Students for a Democratic Society (SDS) zusammenbrachte, die Videos wurden von den GenossInnen der Next Left Notes produziert:

Begrüssung durch Bob Meola (SDS) und Cole Smith:

Bernadine Dohrn (SDS/Weather Underground) – Teil 1:

Bernadine Dohrn (SDS/Weather Underground) – Teil 2:

Bill Ayers (SDS/Weather Underground) – Teil 1:

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