Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

LZ: Der Marsch ins Getto. Thesen zur DKP und zur Linkssektiererei in der BRD (1971)

Posted by entdinglichung - 22. Juli 2008

Der Marsch ins Getto. Thesen zur DKP und zur Linkssektiererei in der BRD (pdf-Datei, 1,89 mb), ein Text der undogmatisch-linkssozialistischen LZ – Zeitung für Lehrlinge und Jungarbeiter Hamburg (wie der Titel sagt handelt es sich offenbar um keine Zeitung aus der Lehrlingsbewegung sondern um ein Blatt für die Lehrlingsbewegung) von 1971, bemerkenswert die für heutige – nicht aber unbedingt für damalige – Verhältnisse hohe Auflage:

Hieraus folgt, dass die wirkliche sozialistische Bewegung der BRD sich in den verschiedenen lokalen Basisorganisationen an Universitäten, Schulen und in und neben den Gewerkschaften abspielt. Das bedeutet, dass die verschiedenen „Parteiansätze“, die wie weiland die utopischen Sozialisten mit „ihrer richtigen Linie“ den Sozialismus in der BRD nach ihren „Privatvorstellungen“ durchsetzen wollen, die reale Bewegung hemmen und desorganisieren, statt ihr eine gesamtgesellschaftliche und internationalistische sozialistische Perspektive zu vermitteln.
Keine der „Sekten“ erfüllt zur Zeit in der Praxis die Aufgabe einer leninistischen Kaderpartei. Deshalb kann auch keine Sekte „Gehorsam“ verlangen: Ihre Mitglieder müssen es sich gefallen lassen, dass sie ihre Politik in ihrer Perspektive und mit allen Konsequenzen darlegen und man sie danach beurteilt, was sie tun, anstatt danach, was sie reden. Im Spätkapitalismus legitimieren sich Sozialisten dadurch, dass sie in Basisorganisationen den Betroffenen praktisch helfen, ihre unmittelbaren Forderungen gegenüber dem „Klassenfeind“ durchzusetzen und mit ihren Problemlösungen (Organisation der Berufsausbildung, Nahverkehr, Uni usw.) im Sinne der Lohnabhängigen oder der Studenten entwickeln und sie mit ihnen gemeinsam gegen die Problemlösungen des Kapitals versuchen durchzusetzen.
Heute kann niemand mehr „Gefolgschaft“ – gar im Namen des Sozialismus – erwarten, ohne genau anzugeben, wie sich das Leben der Lohnabhängigen und aller anderen durch diese oder jene Problemlösung konkret verändert. Nach der Erfahrung des Stalinismus ist die Kontrolle der „Avantgarde“ durch die Massen (nicht über die Massen) bereits im Klassenkampf im Kapitalismus eine absolute Notwendigkeit.
(S. 12)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: