Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for August 2008

Paul Robeson: The Peat Bog Soldiers – Die Moorsoldaten

Posted by entdinglichung - 31. August 2008

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Zum 125. Geburtstag von Theo van Doesburg

Posted by entdinglichung - 30. August 2008

Theo van Doesburg (Christian Emil Marie Küpper, 30. August 1883 – 1930)

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Ein neuer Sammelband zu Clara Zetkin

Posted by entdinglichung - 29. August 2008

Ein wenig Werbung für den von der Rosa-Luxemburg-Stiftung herausgegebenen Sammelband
Clara Zetkin in ihrer Zeit. Neue Fakten, Erkenntnisse, Wertungen, welcher gerade frisch erschienen ist und hier auch als pdf-Datei (1,16 mb) heruntergeladen werden kann. Neben einer Reihe von Aufsätzen (unter anderem von Gisela Notz, Wolfgang Beutin und Rolf Hecker), welche im Rahmen der Konferenz von Rosa-Luxemburg-Stiftung und dem Förderverein für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung zum 150. Geburtstag von Clara Zetkin entstanden, enthält das Buch auch eine Reihe von Originaldokumenten, welche wie die Tagungsbeiträge deutlich machen, dass mensch Clara Zetkin nicht gerecht wird, wenn mensch sie auf den 10-Mark-Schein der DDR oder die Zerrbilder sowohl bürgerlich-sozialdemokratischer wie stalinistischer Geschichtsschreibung (welche sich in ihrer Darstellung von Clara Zetkin als unkritische Parteisoldatin der KPD der Weimarer Zeit zuweilen merkwürdig einig sind und ihre Differenzen mit der Parteiführung bspw. bezüglich der Märzaktion 1921 oder ihre Ablehnung der RGO- und Sozialfaschismuspolitik nicht erwähnen) reduziert:

* Frauenfrage und Sozialismus. Rede in Wien am 21. April 1908
* Um die internationale sozialistische Frauenbewegung. Sieben Briefe an Mitstreiter in Schweden, 1906-1914
* Zwei Reden im Württemberger Landtag: Für die Demokratie der Habenichtse und Ausgebeuteten. Rede am 25. September 1919
* Für die Aufnahme von Beziehungen zur russischen Sowjet-Republik. Rede am 10. März 1920
* Für den Schutz der Oktoberrevolution von 1917. Mathilde Wibaut zur Antwort, September 1922
* Gegen Ausgrenzungen aus Komintern und KPD. Zwei Briefe an Jelena Stassowa, 1924
* Den Geist von Marx und Engels auf den Kampfplatz rufen. Brief an Dawid Rjasanow, 13. März 1930
* Für die Einheitsfront der werktätigen Massen – gegen „tote kalte Formeln“. Drei Briefe an Maria Reese, 1931/1932

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Zitat des Tages

Posted by entdinglichung - 29. August 2008

Auf der Homepage von Die Linke Hamburg fand sich folgendes, was bei den LeserInnen eine gewisse Ratlosigkeit hinterlassen kann:

Info Stand u. Unterschriftensammlung „Hände weg von Mieterhöhungen“

Was meinen die GenossInnen damit? Wessen Hände greifen nach (Sowjetrussland, Vietnam und Kuba nun nach) den Mieterhöhungen? Sollen die Mieterhöhungen gegen das Böse verteidigt werden. Oder ist Die Linke einfach nur gegen Mieterhöhungen (was zu begrüssen wäre, wozu aber auch anzumerken ist, dass es besser wäre zu auch sagen, dass Wohnraum ein Grundbedürfniss und keine Ware ist und dass das Mietverhältnis daher überwunden gehört), zu welchen die Vermieter (in diesem Falle u.a. SAGA/GWG) nicht greifen sollten und war aber nur nicht fähig, dieses Bestreben ein wenig verständlicher auszudrücken? Vielleicht nächstes mal besser den (besseren und klareren) Slogan „Miete verweigern, Kündigung ins Klo – Häuser besetzen sowieso!“ verwenden.

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Freiheit für Zeinab Bayzeydi

Posted by entdinglichung - 29. August 2008

Der nachfolgende Artikel zur Verurteilung der iranisch-kurdischen Feministin Zeinab Bayzeydi zu einer Haftstrafe von vier Jahren stammt von der Webseite Iran Women Solidarity, auf der gleichen Webseite findet mensch (in deutscher Sprache) auch mehrere Artikel zum Protest gegen den Entwurf eines neuen Familiengesetzes im Iran:

Iran sentences Kurdish women’s rights activist to jail

An Iranian appeals court has upheld a four-year jail term handed down to a Kurdish women’s rights activist, a press report said on Sunday.

„An appeal court in West Azarbaijan confirmed the four-year jail sentence with exile for Zeinab Bayzeydi,“ Kargozaran newspaper said, quoting her lawyer Mehdi Hojati.

Bayzeydi will have to serve her jail term outside home province of West Azarbaijan, which has a substantial Kurdish population. The 26-year-old had been involved with the „One Million Signature“ campaign, an initiative launched in 2006 seeking to change Iranian law regarded as discriminatory to women.

Several women have been arrested for their involvement with the campaign in Tehran and Kurdish-populated areas, including Bayzeydi, Ronak Saffarzadeh and Hana Abdi, who was given five years in jail. Earlier this month the French presidency of the European Union condemned the arrest of the three rights activists and called for their unconditional release.

Iranian women’s rights campaigners demand equal rights in marriage, child custody and divorce. A married woman in Iran needs her husband’s consent to work and obtain a passport, and the blood money paid for a woman’s life is half that for a man.

The signature campaign, which is backed by Nobel peace laureate Shirin Ebadi, was launched following a protest in a Tehran main square in June 2006, when about 70 people were arrested amid reported police brutality.

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Prossy Must Stay – Keine Abschiebung von Prossy Kakooza nach Uganda!

Posted by entdinglichung - 28. August 2008

Der britische Staat plant Prossy Kakooza nach Uganda abzuschieben, wo ihr als Lesbe staatliche wie gesellschaftliche Verfolgung (Homosexualität ist in Uganda seit der Kolonialzeit illegalisiert) und die Ermordung durch Mitglieder der eigenen Familie droht. Sie floh 2007 nach Britannien, nachdem sie und ihre Partnerin in Uganda in einer Polizeistation auf Grund ihrer sexuellen Orientierung inhaftiert, gefoltert und vergewaltigt wurden. Das britische Innenministerium hat den Asylantrag von Prossy Kakooza mit der Begründung, es handele sich lediglich um Angriffe seitens einiger Individuen und sie könne in eine andere Stadt ihres Heimatlandes fliehen, abgelehnt. In Uganda wird seit einigen Jahren von einer Reihe von Medien, Politikern und Geistlichen versucht, eine homophobe Pogromstimmung zu erzeugen, was gesellschaftlich zum Teil einen fruchtbaren Boden findet. Weitere Informationen zu dem Fall gibt es hier, eine Petition für das Recht von Prossy Kakooza in Britannien bleiben zu können kann hier unterschrieben werden.

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Singe mit! – ein sozialdemokratisches Liederheft von 1932

Posted by entdinglichung - 27. August 2008

Bei Singe mit! Unsere Kampflieder (pdf-Datei, 3,35 mb) handelt es sich um ein 1932 vom Bildungsausschuss der Hamburger SPD herausgegebenes Liederheft, welches von Auf Sozialisten schliesst die Reihen über Die Arbeiter von Wien bis Wann wir schreiten Seit‘ an Seit‚ fünfzehn in der damaligen Sozialdemokratie häufig gesungene Lieder (nur Texte, keine Noten) beinhaltet und dabei einen guten Einblick auch in die politische Verortung und Kultur der damaligen Sozialdemokratie erlaubt:

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Strukturelle Ungleichheit am Arbeitsplatz in Australien

Posted by entdinglichung - 27. August 2008

Aus einer Pressemeldung des australischen Gewerkschaftsdachverbandes ACTU anlässlich des Equal Pay Day 2008 … interessant, dass die durchschnittlichen Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen in Western Australia (WA), welches auf Grund des durch die stark angestiegene Nachfrage nach Eisen und anderen Metallen (vor allem in China und Indien) bestehenden Bergbaubooms wirtschaftlich angeblich besonders gut dastehen soll, am stärksten ausgeprägt ist:

* Women earn on average ($196 per week) 16.3% less than men

* Women have $3 for every $10 men have in their superannuation accounts

* Women are almost twice as likely to be under-employed than men

* Women are under-represented in senior positions in organizations

* Women are over-represented in industries dominated by casual, part-time and low paid employment

* Women with caring responsibilities are prevented from joining the workforce through a lack of family friendly work arrangements

Die Lohnunterschiede, aufgeschlüsselt nach Bundesstaaten:

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Neues aus den Archiven der radikalen Linken – eine Auswahl

Posted by entdinglichung - 25. August 2008

LibCom:

* Ba Jin: A battle for life (1958)
* Ba Jin: Nationalism and the road to happiness for the Chinese (1921)
* The origins of the Gay Liberation Front … and disrupting the ‚Festival of Light‘ – UK 1960s (1998)

Ba Jin (1904-2005)

Marxists Internet Archive (MIA):

* Fourth International (USFI): Socialist Revolution and the Struggle for Women’s Liberation (1979)
* Victor Serge: Egoism (1913)
* Friedrich Engels: Lettre à Conrad Schmidt (1890)
* Eugene Debs: Stopped the Blacklist (1902)
* Eugene Debs: Labor Day Greeting (1904)
* Eugene Debs: Growth of the Injunction (1905)
* Eugene Debs: Prince and Proletaire (unbekannt)
* Eugene Debs: Eye to Eye (unbekannt)
* Eugene Debs: Flea and Donkey (unbekannt)
* Eugene Debs: Martin Irons, Martyr (1900)
* Eugene Debs: Looking Backward (1907)
* Eugene Debs: December 2, 1859 (1907)
* Eugene Debs: Thomas McGrady (1907)
* Eugene Debs: Liberty (1895)
* Eugene Debs: Prison Labor (1898)
* Eugene Debs: Craft Unionism (1905)
* Artikel aus der Fourth International:
** Labor’s Upsurge (1946)
** Washington’s Loan to Britain (1946)
** The Big Three in Moscow (1946)
Chris Andrews: American Imperialism in the Philippines (1946)
** Five Years of the Communist International (1946)
** Facing the New Revolutionary Period in Spain – III (1946)
** Manager’s Column (1946)
** Workers of the World Unite! (1946)
** Wall Street’s War Against Labor (1946)
** Facing the New Revolutionary Period in Spain–II (1946)
** Lenin Lives in the Fourth International (1946)
* Karl Marx: Maquinaria e Trabalho Vivo (Os Efeitos da Mecanização Sobre o Trabalhador) (1863)
* Leo Trotzki: Muèedníci Třetí internacionály: Karl Liebknecht a Rosa Luxemburgová (1919)


Eugene Debs (1855-1926) bei einer Rede in Canton/Ohio 1918

La Bataille Socialiste:

* SFIO/Jeunesses Socialistes (Fédération de la Seine): Face à la trahison du pacte germano-soviétique (1939)
* Pierre Monatte: Message à l’U.S.T.A. (1959)
* Rosa Luxemburg: Assemblée nationale ou gouvernement des conseils? (1918)
* Rosa Luxemburg: Le problème des nationalités dans le Caucase (1908)
* Louis Auguste Blanqui: Les massacres de Rouen (1848)

Materialien zur Analyse von Opposition (MAO):

* Dietmar Kesten: Zur Geschichte der KPD/ML (Zentralkomitee). Teil 2: bis zur Gründung der KPD/ML (2008)
* Auswertung von Materialien zu folgenden Regionen/Orten/Betrieben/Gruppen:
** Dortmund: Bolschewistische Linie der ehemaligen KPD/ML (Roter Morgen) LV NRW (1971-1973)
** Dortmund. Zeche Minister Stein / Zeche Fürst Hardenberg (1925-1977)
** Dortmund-Eving (1950-1974)
** Berlin: KWU Huttenstraße (1968-1981)
** Osnabrück und Georgsmarienhütte: Klöckner (1969-1978)
**
Hohenlimburg (1969-1979)
** Hagen: Stahlwerke Südwestfalen (SSW) in Eckesey (1971-1976)
** Hagen: Klöckner Hasper Hütte (1969-1977)
** Landkreis Grafschaft Bentheim (1969-1976)

Centro de Documentación de los Movimientos Armados (CeDeMA):

* Movimiento de Izquierda Revolucionaria (MIR): Unidad de la izquierda para conducir las luchas del pueblo (1974)
* Ejército Revolucionario del Pueblo 22 de Agosto (ERP-22): Homenaje militante a Nemesio Aquino (1973)

Collectif Smolny:

* Adolf Abramowitsch Joffé: Adolf Joffé à Léon Trotsky. La dernière lettre d’Adolf Joffé : « Pour nous, l’humanité est cet infini » (1927)

Solidarité Ouvrière:

* Natalia Sedova: Ce fut ainsi… (1940)
* Lutte Ouvrière (LO): Les chars soviétiques entrent à Prague (1968)

Shiraz Socialist:

* Chris Harman: Statement on crushing of the Prague Spring (1968, Auszug)

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Zum 72. Jahrestag der Ermordung von Sinowjew und Kamenew

Posted by entdinglichung - 25. August 2008

Heute vor 72 Jahren, am 25. August 1936 wurden am Ende des 1. Moskauer Schauprozesses die Revolutionäre Grigori Sinowjew und Lew Kamenew und eine Reihe weiterer alter Bolschewiki auf Grund falscher Anschuldigungen und nach absurden, durch Folter erpressten falschen Geständnissen im Rahmen der stalinistischen Tschistka hingerichtet, hierzu ein Auszug aus Die 16 Erschossenen von Victor Serge:

Zwei der Angeklagten, Sinowjew und Kamenjew, sind alte Parteichefs. Sie bildeten zusammen mit Stalin – der sich übrigens hinter ihnen versteckte – seit Lenins Tod (1924) bis zum Jahre 1926 das „unerschütterliche Triumvirat“, das das Politbüro leitete. Der Ausdruck stammt von Sinowjew, seit 1907 unzertrennlicher Mitarbeiter Lenins, lebte mit ihm in der Emigration, kehrte 1917 mit ihm aus der Schweiz zurück, war dessen Wortführer bei der Kommunistischen Internationale. Von 1918-1926 Vorsitzender des Leningrader Sowjets, Vorsitzender der Kommunistischen Internationale. Von 1918-1926 Vorsitzender des Leningrader Sowjets, Vorsitzender der Kommunistischen Internationale seit deren Gründung bis 1927 … 53 Jahre alt.

Kamenjew ist ebenfalls alter Bolschewik; er leitete während des Krieges die parlamentarische Fraktion der Bolschewiki in der Duma, was ihm und seiner Fraktion die Verbannung nach Sibirien einbringt. Er war Vorsitzender des Moskauer Sowjets während der schwierigen Jahre, Universalerbe Lenins, Schriftsteller und Wissenschaftler. Ihm verdanken wir vor allem Tschernischewskis Leben, im Jahre 1934 veröffentlicht, was wie eine seltsame Ironie des Schicksals erscheint. Tschernischewski, einer der großen Geister seiner Zeit, Opfer eines Polizeikomplotts, dessen Hintergründe man erst nach der Revolution erfuhr und bei dem Lockspitzel und gefälschte Dokumente eine entscheidende Rolle spielten, wurde unter Alexander II. zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt. Mehr als zwanzig Jahre verbrachte er im Zuchthaus und in der Verbannung. Sein Wille und seine Intelligenz wurden dort erstickt; und gerade diesem äußerst russischen Schicksal hatte einer der Erschossenen des 25. August 1936 sein letztes Buch gewidmet. – Kamenjew ist 53 Jahre alt.

Grigorij Ewdokimow, ein alter Arbeiter und altes Parteimitglied, Verteidiger Petrograds im Jahre 1919, Sekretär des Zentralkomitees; Iwan Bakajew, 47 Jahre alt, ehemaliger Arbeiter, Vorsitzender der Tscheka [3] in Petrograd während der schlimmsten Augenblicke des Bürgerkrieges; Sergej Mratschkowski, Revolutionär von Geburt an, da er im Gefängnis zur Welt kam, Kämpfer der Revolution im Ural, einer der Führer der Roten Armee, die ihr Bestes opferten, 1931/32 mit dem Bau einer strategisch wichtigen Eisenbahnlinie zwischen dem Baikalsee und dem Amur beauftragt; Iwan Nikitsdi Smirnow, einer der Gründer der Roten Armee, der zusammen mit Trotzki die entstehende Republik in der Schlacht von Swiajsk rettete und später die Sowjetisierung in Sibirien leitete, war lange Zeit Volkskommissar für Post und Telegraphenwesen, zuletzt Direktor der Automobilfabriken in Nischnij-Nowgorod, seit 1932 im Gefängnis (d.h. fast 2 Jahre vor der KirowAffäre, ein wichtiges Detail), 56 Jahre alt; Ter-Vaganian, bedeutend jünger, in erster Linie Publizist (ebenfalls seit 1932 inhaftiert), Gründer der Zeitschrift Unter dem Banner des Marxismus.

Dreiser war während der heldenhaften Revolution Führer von Trotzkis persönlichem Begleitkommando an der Roten Front. Pikel ist ein Sekretär Sinowjews. Goltzmann und Rheingold sind weniger bekannte Kämpfer. Neben ihnen sitzen einige jüngere Männer, eigenartige Gestalten, sie sehen aus, als kämen sie geradewegs aus dem Ausland. Sie bekennen sich als Terroristen (die aber nichts getan haben), als Trotzkis Geheimboten und als Kollaborateure der Gestapo Hitlers … Sie heißen Olberg, Fritz David, Berman-Jurin, Moise und Nathan Lourié. Sie riechen nach Provokation, Intrige, nach doppeltem und dreifachem Spiel eines Fouché. Olberg ist in dieser Hinsicht typisch. Er kommt aus Riga in Lettland, ist in Deutschland aufgewachsen, nach Prag geflüchtet und mehrmals illegal in die UdSSR eingereist; schließlich hat er sich dort angesiedelt mit Hilfe eines Passes, der ihn als Staatsbürger von Honduras ausweist und den er sich durch die Vermittlung eines Hitleragenten beschafft hatte … Alle, die jemals in die UdSSR gefahren sind oder fahren wollten, wissen, wie schwierig es für Normalsterbliche ist, ein sowjetisches Visum zu erhalten; und daß es für honduranische Staatsbürger, die obendrein nur deutsch und russisch sprechen, fast unmöglich ist, eins zu bekommen, wenn nicht ein ganz besonderer Fall vorliegt. Erst recht, wenn sie Kontakt zu den deutschen Trotzkisten haben, und das zu einer Zeit, wo die GPU über bestens informierte Polizeispitzel verfügt. Eines scheint sicher, nämlich daß Olberg von Anfang bis Ende entweder ein Geheimagent der stalinistischen Polizei oder mehr oder weniger wissentlich ein Spielball von Geheimagenten war; oder beides.

Diese zwielichtigen Personen sitzen Seite an Seite mit dem redlichen Iwan Smirnow, mit Sinowjew und Kamenjew auf der Anklagebank; die Sache ist ebenso alt wie das Verschwörertum …

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Unsere Lokomotive – Наш паровоз

Posted by entdinglichung - 23. August 2008

Text: B. Skorbin/Musik: P. Zubakov (1918)

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Streiflichter aus Britannien

Posted by entdinglichung - 22. August 2008

Nichts wirklich Neues vom Daily Express … nachdem es gestern keine Goldmedaille für Team Britain gab, kehrt das Leib- und Magenblatt von Middle England zu seinen Lieblingsthema, der rassistischen Hetze gegen MigrantInnen zurück und zitiert dabei „rein zufällig“ auch Figuren wie Andrew Green von Migrationwatch UK und den Europaabgeordneten Godfrey Bloom von der United Kingdom Independence Party (UKIP).

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Ein Flugblatt des Grauens

Posted by entdinglichung - 22. August 2008

Vielleicht sind die MacherInnen dieses Flugblattes (gefunden hier) von der „Socialist Workers“ Party (SWP, britische Mutterorganisation von SAG/Linksruck/Marx21) einfach nur ziemlich dumm oder haben im Eifer des mechanisierten Vorganges des Flugblatt-Tippens etwas vergessen … aber ein Satz wie „They deny the holocaust, where thousands of LGBT people, trade unionists, and disabled people were slaughtered“ spricht zumindest nicht gerade für ein tieferes Wissen der ProduzentInnen dieses Flugis zum Thema und lässt durchaus Schlimmeres erahnen:

P.S.: Schon einmal eine Petition ohne Möglichkeit zum Unterschreiben gesehen? Hier ist eine.

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Neues von der Verschwörungsfront

Posted by entdinglichung - 22. August 2008

Eine „gute“ Verschwörungstheorie (oder besser Verschwörungsideologie) zeichnet sich dadurch aus, dass an der herbeihalluzinierten Verschwörung ein ganzer Haufen Gruppen und Persönlichkeiten unterschiedlichster Ausrichtung beteiligt sind, eine besonders bizarre Variante stellen offenbar die Ergüsse des Pseudohistorikers James Joseph Sanchez (nebenbei auch noch selbsternannter Al-Qaida-Experte und zeitweise Holocaustleugner) dar, über welche das Southern Poverty Law Center (SPLC) berichtet:

Question: What do the National Chicken Council, AT&T Corp., the Seattle Police Department, the Petroleum Club of Houston and the Korean Acupuncture Association of Illinois have in common with the infamous Middle Eastern terrorist Abu Musab al-Zarqawi?

Answer: They’re all key players in the Aztlan conspiracy, a secret plot to reconquer the seven Southwestern states and merge them with Mexico.

At least, that is, according to James Joseph Sanchez, creator of Who’s Who in the Aztlan Movement, a two-volume compilation set containing the names of 42,732 “individuals, organizations and incidents.”

„The conspiracy, apparently, is massive. In tiny, hard-to-read type, Sanchez lists as members of the alleged “Aztlan Movement” more than 1,000 Latino street gangs, 29 members of the “California State Assemby” [sic], a dozen United Auto Workers union locals, Catholic churches, Unitarian churches, a Somalian organic coffee company, McDonald’s Corp., and Georgian president Mikheil Saakashvili.“

Einige von Polit-ParanoikerInnen gern ausgewählte LieblingsteilnehmerInnen vieler Verschwörungstheorien wurden in dem Artikel des SPLC nicht genannt, sind aber bestimmt unter den 42.732 Einträgen in dem Machwerk von Sanchez zumindest mittelbar vertreten.

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Punk und Geschlechterverhältnisse in Indonesien

Posted by entdinglichung - 21. August 2008

Indonesien verfügt über eine der zahlenmässig grössten Punkszenen weltweit, einen interessanten (und kritischen) Artikel von Ingo Rohrer (pdf-Datei) zur Rolle von Frauen und zu Geschlechterverhältnissen in der dortigen Szene kann mensch in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift südostasien finden:

„Die Punkszene wird demnach von den Beteiligten als fortschrittlicher und emanzipierter begriffen. Dies sollte jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass Frauen innerhalb der Subkultur als Ausnahme und somit als andersartig wahrgenommen werden. Insofern leiden Frauen in der Punkszene in doppelter Hinsicht, denn nicht nur in der normalen Gesellschaft müssen sie sich behaupten, sondern auch in der Szene, von der sie sich eigentlich ein befreiteres Leben erhofft haben. Stattdessen wird Frauen ein ungeheures Maß an Härte und Durchhaltevermögen abverlangt. Obwohl vielen aktiven Frauen in der Punkszene eine Vorreiterrolle innerhalb der Gesellschaft und innerhalb der Subkultur zuerkannt werden muss, ändert dies nichts daran, dass Frauen von dieser Position überfordert sind. Der permanente Kampf gegen die kulturell und religiös geprägten Rollenvorstellungen in der indonesischen Gesellschaft führt die Frauen in den progressiven Teilen der Szene oft an den Rand von Desillusion und Verzweiflung. Offensichtlich rührt daher auch der hohe Alkohol- bzw. Drogenkonsum und die Selbstverletzungen, welche besonders unter den Frauen in der Subkultur beobachtet werden können.“

… ansonsten hier einige musikalische Perlen aus der dortigen Szene:

Gerap GuritaJogjakarta (mit Blockflötenbegleitung!):

Turtles Jr.:

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