Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 6. August 2008

Ein Bericht von der Konferenz „Legacy of Leon Trotsky and U.S. Trotskyism“

Posted by entdinglichung - 6. August 2008

Ein Bericht des Historikers Paul Le Blanc von der offenbar relativ erfolgreich abgelaufenen „Trotzkismus-Konferenz“ Ende Juli in New York, Quelle: ESSF:

Reflections on the Trotsky Legacy Conference

Paul Le Blanc, 1 August 2008

The Conference on the Legacy of Leon Trotsky and U.S. Trotskyism took place on July 25-27 at the Bronx campus of New York City’s Fordham University. As one of the people who helped plan and organize the conference, I would like to offer a few reflections. In what follows I will avoid critical discussion of political perspectives – there were a variety of these presented at the conference – but not because I consider these unimportant. I have dealt with, and will deal with, such matters elsewhere (including my own presentation and remarks at the conference). But I want this to be a relative brief account that gives at least a general sense of what happened during these three days, offering basic information and bits of evaluation.

The conference was a success in more than one way.

– We were hoping for at least 100 participants. There were 110 formal registrants from 13 states in the U.S., plus others from Canada, Mexico, Venezuela, and Britain.

– We were hoping for a number of former members of the Socialist Workers Party (SWP) and Young Socialist Alliance (YSA). While I would have preferred at least 10 or 20 more than there were, around 40 or so former members of the SWP and YSA were in attendance, whose membership occurred at various times between 1960 and 1998, and whose perspectives on the experience varied.

– We were hoping that a number of participants would be thoughtful younger activists with some interest in the legacy of Leon Trotsky and U.S. Trotskyism. This turned out to be the case. These were primarily members of the International Socialist Organization (ISO), the Workers International League (WIL), Socialist Alternative, and Solidarity – all of whom engaged in the discussions in an open manner, with plenty of questions and ideas of their own, but without the “more-revolutionary-than-thou” attitude that afflicts some groups which happened to be in attendance.

– A self-description of the conference contained in the packets handed out to participants accurately describes what, in fact happened at the conference. “The conference’s purpose is to focus on the meaning and relevance of an important political experience, the development of the revolutionary socialist movement in the United States that was inspired by the ideas of Leon Trotsky. The conference will bring together veterans of that movement, along with critical-minded scholars, as well as students and other young people who have an interest (in many cases an activist engagement) in social movements. It will involve a serious exploration of the experience, the history, and the ideas of U.S. Trotskyism – including discussions of the relationship of all this to current world realities.”

– One of the hopes of the conference planning committee was stated in this way: “We look forward to a lively exchange of varying points of view at this conference – best accomplished, we feel, by proceeding in a way that is respectful of each other.” For the most part, this hope was realized.

– There was some concern that the conference – although organized on a shoestring – would wrack up some debts, but in fact all bills were paid and there was a comfortable surplus.

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Schöner neuer AStA

Posted by entdinglichung - 6. August 2008

Sicherlich, früher war nicht alles gut im und um den AStA der Uni Hamburg, so mussten dort auch die teilautonomen Referate mussten von Frauen, MigrantInnen, Menschen mit Behinderungen und Lesben und Schwulen in den 1980er Jahren gegen die damals dominierenden bürokratisch-reformistischen MSB-/SHB-/Juso-ASten (deren entpolitisierte Verfallsprodukte Liste Links/Harte Zeiten darstellen) durchgesetzt werden und die Realo-GHG-Dominanz 1993-2001 konnte einen zur Weissglut treiben, dennoch waren die damaligen „Oberhäupter“ der verfassten Studierendenschaft entweder aus eigenem Antrieb oder auf Grund des Druckes einer (damals vielleicht stärkeren) aktivistischen linken Strömung unter den Studierenden bereit, Proteste gegen Senat und Unileitung entweder zu initiieren oder mitzutragen (teilweise um die Kontrolle nicht zu verlieren) oder doch zumindest Mittel und Räume dafür und für selbstorganisierte emanzipatorische Initiativen bereitzustellen. Damit ist nun seit der Inthronisation des Rechtsjuso-/Liberalen-/Fachbereichslisten-AStAs 2006 Schluss; jener hat es sich zur Aufgabe gemacht die Forderung von rechtskonservativen Burschenschaftslisten und RCDS der 1990er durchzusetzen – kein Geld für „Minderheiten“ sondern nur noch für „normale Studenten“ … und so sieht dergleichen beispielsweise aus:

Die Hochschulgruppe des bdvb e.V. (Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte) in Hamburg und der AStA der Universität Hamburg präsentieren am Montag, den 28. Juli, im Thomas Read, die bdvb- Semesterending-Party.

Ab 18 Uhr sind die Türen des Clubs für alle Studierenden, Young Professionals, Personaler und Unternehmer geöffnet. Networking zwischen Studierenden und Professionals aus der Wirtschaftswelt in Verbindung mit Poker in entspannter After-Work-Atmosphäre steht auf dem Programm. Studierende und Unternehmen sollen sich bei einem Drink und einer Runde Poker näher kommen und können dort Kontakte knüpfen.

Gepokert wird im Sit’n Go Modus, d.h. ihr spielt gegen 8 andere Spieler an einem Tisch und um einen Preis zu gewinnen, müsst Ihr erster oder zweiter werden. Für Euch haben wir von Speed-Link, Corona extra und Smirnoff diverse Preise …“

Corona ist unter KennerInnen auch als Unternehmen bekannt, welches GewerkschafterInnen auf Grund ihrer Gewerkschaftmitgliedschaft feuert und die Türen der Kommerzkneipe Thomas Reed stehen offenbar nicht für alle Studierende offen, weiterhin stellt sich die Frage, ob der ausbleibende Widerstand des AStA gegen Studiengebühren jetzt durch die Aufforderung, die fehlende Knete beim Glücksspiel zu organisieren, ersetzt wurde.

Der AStA selbst sonnt sich in seinen „Erfolgen“ und wurde schon mehrfach im Amt bestätigt … kein Wunder vor dem Hintergrund einer Situation, in welcher viele Studierende mit einer „Zähne-zusammenbeissen-und-durch-Mentalität“ versuchen, die sie umgebenden und tangierenden gesellschaftlichen Widersprüche einer permanent krisenhaften spätkapitalistischen Gesellschaft auszublenden und bis zum (für die wenigsten erreichbaren aber als Stimulanz wirksamen) Karriereziel in „Normalität“ studieren können, ohne dass die Wahrnehmung (aktiv aber im wesentlichen erst einmal passiv) von Protesten die mentale Panzerung durchbrechen und Zweifel am „Alles wird Gut“ aufkommen lassen. Die derartig konditionierten Studierenden (und ihr Männer-AStA) haben dann auch gar nichts gegen autoritäre Lösungen sowie Repressionsmassnahmen gegen „die Anderen“ einzuwenden, erinnern letztere einen doch nur an das Elend des eigenen verdinglichten Daseins.

Zum Abschluss sei hier noch auf den Text Kriminalisierung statt politischer Auseinandersetzung. Ein Rückblick der Angriffe des AStA auf die Teilautomie auf der Seite http://frauenlesbentransrat.blogsport.de/ hingewiesen, hier heisst es u.a.:

Heute durchzieht den Flur ein einheitliches, „professionelles“ Design. Das AStA Logo springt einen schon von Weitem an, blau – grüne Streifen an den Wänden vermitteln eine saubere, ja sterile Atmosphäre. Die einzige Funktion dieses Flures scheint sich mittelerweile darauf zu beschränken, eine passende Kulisse, nämlich die eines Wartesaals, für die Beratungen zu bieten. Hinter einer Glastür sitzen die „richtigen“ Referenten und Referentinnen des AStA, die sich so von den ungeliebten Teilautonomen Referaten und dem Rest der Studierenden abgrenzen. Das eigene Auftreten bezeichnet der AStA selbst als professionell und pragmatisch sowie serviceorientiert. Vom mehr Service für die Studierenden kann allerdings keine Rede sein, das Beratungsangebot gab es auch unter den „unprofessionellen“ linken Asten.

Aus den vorhergergangenen Ausführungen halten wir Teilautonome Referate wichtiger denn je. Räume, in denen Menschen, die von Herrschaftsverhältnissen betroffen sind, sich gemeinsam organisieren und in denen ihnen eben nicht vom mehrheitlich weißen, heterosexuellen und männerdominierten AStA vorgeschrieben wird, wie sie sich politisch zu organisieren haben, mit welchen Themen sie sich zu beschäftigen haben und welche Strategie im Erreichen ihrer Ziele die richtige ist. Wir sind entsetzt über die verweigerte politische Auseinandersetzung des AStA sowie über die Kriminalisierung des politischen Protestes, die auf einer individualisierten Ebene stattfindet.

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