Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 25. August 2008

Neues aus den Archiven der radikalen Linken – eine Auswahl

Posted by entdinglichung - 25. August 2008

LibCom:

* Ba Jin: A battle for life (1958)
* Ba Jin: Nationalism and the road to happiness for the Chinese (1921)
* The origins of the Gay Liberation Front … and disrupting the ‚Festival of Light‘ – UK 1960s (1998)

Ba Jin (1904-2005)

Marxists Internet Archive (MIA):

* Fourth International (USFI): Socialist Revolution and the Struggle for Women’s Liberation (1979)
* Victor Serge: Egoism (1913)
* Friedrich Engels: Lettre à Conrad Schmidt (1890)
* Eugene Debs: Stopped the Blacklist (1902)
* Eugene Debs: Labor Day Greeting (1904)
* Eugene Debs: Growth of the Injunction (1905)
* Eugene Debs: Prince and Proletaire (unbekannt)
* Eugene Debs: Eye to Eye (unbekannt)
* Eugene Debs: Flea and Donkey (unbekannt)
* Eugene Debs: Martin Irons, Martyr (1900)
* Eugene Debs: Looking Backward (1907)
* Eugene Debs: December 2, 1859 (1907)
* Eugene Debs: Thomas McGrady (1907)
* Eugene Debs: Liberty (1895)
* Eugene Debs: Prison Labor (1898)
* Eugene Debs: Craft Unionism (1905)
* Artikel aus der Fourth International:
** Labor’s Upsurge (1946)
** Washington’s Loan to Britain (1946)
** The Big Three in Moscow (1946)
Chris Andrews: American Imperialism in the Philippines (1946)
** Five Years of the Communist International (1946)
** Facing the New Revolutionary Period in Spain – III (1946)
** Manager’s Column (1946)
** Workers of the World Unite! (1946)
** Wall Street’s War Against Labor (1946)
** Facing the New Revolutionary Period in Spain–II (1946)
** Lenin Lives in the Fourth International (1946)
* Karl Marx: Maquinaria e Trabalho Vivo (Os Efeitos da Mecanização Sobre o Trabalhador) (1863)
* Leo Trotzki: Muèedníci Třetí internacionály: Karl Liebknecht a Rosa Luxemburgová (1919)


Eugene Debs (1855-1926) bei einer Rede in Canton/Ohio 1918

La Bataille Socialiste:

* SFIO/Jeunesses Socialistes (Fédération de la Seine): Face à la trahison du pacte germano-soviétique (1939)
* Pierre Monatte: Message à l’U.S.T.A. (1959)
* Rosa Luxemburg: Assemblée nationale ou gouvernement des conseils? (1918)
* Rosa Luxemburg: Le problème des nationalités dans le Caucase (1908)
* Louis Auguste Blanqui: Les massacres de Rouen (1848)

Materialien zur Analyse von Opposition (MAO):

* Dietmar Kesten: Zur Geschichte der KPD/ML (Zentralkomitee). Teil 2: bis zur Gründung der KPD/ML (2008)
* Auswertung von Materialien zu folgenden Regionen/Orten/Betrieben/Gruppen:
** Dortmund: Bolschewistische Linie der ehemaligen KPD/ML (Roter Morgen) LV NRW (1971-1973)
** Dortmund. Zeche Minister Stein / Zeche Fürst Hardenberg (1925-1977)
** Dortmund-Eving (1950-1974)
** Berlin: KWU Huttenstraße (1968-1981)
** Osnabrück und Georgsmarienhütte: Klöckner (1969-1978)
**
Hohenlimburg (1969-1979)
** Hagen: Stahlwerke Südwestfalen (SSW) in Eckesey (1971-1976)
** Hagen: Klöckner Hasper Hütte (1969-1977)
** Landkreis Grafschaft Bentheim (1969-1976)

Centro de Documentación de los Movimientos Armados (CeDeMA):

* Movimiento de Izquierda Revolucionaria (MIR): Unidad de la izquierda para conducir las luchas del pueblo (1974)
* Ejército Revolucionario del Pueblo 22 de Agosto (ERP-22): Homenaje militante a Nemesio Aquino (1973)

Collectif Smolny:

* Adolf Abramowitsch Joffé: Adolf Joffé à Léon Trotsky. La dernière lettre d’Adolf Joffé : « Pour nous, l’humanité est cet infini » (1927)

Solidarité Ouvrière:

* Natalia Sedova: Ce fut ainsi… (1940)
* Lutte Ouvrière (LO): Les chars soviétiques entrent à Prague (1968)

Shiraz Socialist:

* Chris Harman: Statement on crushing of the Prague Spring (1968, Auszug)

Posted in Anarchismus, Feminismus & Frauenbewegung, Kommunismus, LBGT, Linke Geschichte, Maoismus, Marxismus, Sozialismus, Sozialistika - Linke Archivalien, Stalinismus, Trotzkismus | Leave a Comment »

Zum 72. Jahrestag der Ermordung von Sinowjew und Kamenew

Posted by entdinglichung - 25. August 2008

Heute vor 72 Jahren, am 25. August 1936 wurden am Ende des 1. Moskauer Schauprozesses die Revolutionäre Grigori Sinowjew und Lew Kamenew und eine Reihe weiterer alter Bolschewiki auf Grund falscher Anschuldigungen und nach absurden, durch Folter erpressten falschen Geständnissen im Rahmen der stalinistischen Tschistka hingerichtet, hierzu ein Auszug aus Die 16 Erschossenen von Victor Serge:

Zwei der Angeklagten, Sinowjew und Kamenjew, sind alte Parteichefs. Sie bildeten zusammen mit Stalin – der sich übrigens hinter ihnen versteckte – seit Lenins Tod (1924) bis zum Jahre 1926 das „unerschütterliche Triumvirat“, das das Politbüro leitete. Der Ausdruck stammt von Sinowjew, seit 1907 unzertrennlicher Mitarbeiter Lenins, lebte mit ihm in der Emigration, kehrte 1917 mit ihm aus der Schweiz zurück, war dessen Wortführer bei der Kommunistischen Internationale. Von 1918-1926 Vorsitzender des Leningrader Sowjets, Vorsitzender der Kommunistischen Internationale. Von 1918-1926 Vorsitzender des Leningrader Sowjets, Vorsitzender der Kommunistischen Internationale seit deren Gründung bis 1927 … 53 Jahre alt.

Kamenjew ist ebenfalls alter Bolschewik; er leitete während des Krieges die parlamentarische Fraktion der Bolschewiki in der Duma, was ihm und seiner Fraktion die Verbannung nach Sibirien einbringt. Er war Vorsitzender des Moskauer Sowjets während der schwierigen Jahre, Universalerbe Lenins, Schriftsteller und Wissenschaftler. Ihm verdanken wir vor allem Tschernischewskis Leben, im Jahre 1934 veröffentlicht, was wie eine seltsame Ironie des Schicksals erscheint. Tschernischewski, einer der großen Geister seiner Zeit, Opfer eines Polizeikomplotts, dessen Hintergründe man erst nach der Revolution erfuhr und bei dem Lockspitzel und gefälschte Dokumente eine entscheidende Rolle spielten, wurde unter Alexander II. zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt. Mehr als zwanzig Jahre verbrachte er im Zuchthaus und in der Verbannung. Sein Wille und seine Intelligenz wurden dort erstickt; und gerade diesem äußerst russischen Schicksal hatte einer der Erschossenen des 25. August 1936 sein letztes Buch gewidmet. – Kamenjew ist 53 Jahre alt.

Grigorij Ewdokimow, ein alter Arbeiter und altes Parteimitglied, Verteidiger Petrograds im Jahre 1919, Sekretär des Zentralkomitees; Iwan Bakajew, 47 Jahre alt, ehemaliger Arbeiter, Vorsitzender der Tscheka [3] in Petrograd während der schlimmsten Augenblicke des Bürgerkrieges; Sergej Mratschkowski, Revolutionär von Geburt an, da er im Gefängnis zur Welt kam, Kämpfer der Revolution im Ural, einer der Führer der Roten Armee, die ihr Bestes opferten, 1931/32 mit dem Bau einer strategisch wichtigen Eisenbahnlinie zwischen dem Baikalsee und dem Amur beauftragt; Iwan Nikitsdi Smirnow, einer der Gründer der Roten Armee, der zusammen mit Trotzki die entstehende Republik in der Schlacht von Swiajsk rettete und später die Sowjetisierung in Sibirien leitete, war lange Zeit Volkskommissar für Post und Telegraphenwesen, zuletzt Direktor der Automobilfabriken in Nischnij-Nowgorod, seit 1932 im Gefängnis (d.h. fast 2 Jahre vor der KirowAffäre, ein wichtiges Detail), 56 Jahre alt; Ter-Vaganian, bedeutend jünger, in erster Linie Publizist (ebenfalls seit 1932 inhaftiert), Gründer der Zeitschrift Unter dem Banner des Marxismus.

Dreiser war während der heldenhaften Revolution Führer von Trotzkis persönlichem Begleitkommando an der Roten Front. Pikel ist ein Sekretär Sinowjews. Goltzmann und Rheingold sind weniger bekannte Kämpfer. Neben ihnen sitzen einige jüngere Männer, eigenartige Gestalten, sie sehen aus, als kämen sie geradewegs aus dem Ausland. Sie bekennen sich als Terroristen (die aber nichts getan haben), als Trotzkis Geheimboten und als Kollaborateure der Gestapo Hitlers … Sie heißen Olberg, Fritz David, Berman-Jurin, Moise und Nathan Lourié. Sie riechen nach Provokation, Intrige, nach doppeltem und dreifachem Spiel eines Fouché. Olberg ist in dieser Hinsicht typisch. Er kommt aus Riga in Lettland, ist in Deutschland aufgewachsen, nach Prag geflüchtet und mehrmals illegal in die UdSSR eingereist; schließlich hat er sich dort angesiedelt mit Hilfe eines Passes, der ihn als Staatsbürger von Honduras ausweist und den er sich durch die Vermittlung eines Hitleragenten beschafft hatte … Alle, die jemals in die UdSSR gefahren sind oder fahren wollten, wissen, wie schwierig es für Normalsterbliche ist, ein sowjetisches Visum zu erhalten; und daß es für honduranische Staatsbürger, die obendrein nur deutsch und russisch sprechen, fast unmöglich ist, eins zu bekommen, wenn nicht ein ganz besonderer Fall vorliegt. Erst recht, wenn sie Kontakt zu den deutschen Trotzkisten haben, und das zu einer Zeit, wo die GPU über bestens informierte Polizeispitzel verfügt. Eines scheint sicher, nämlich daß Olberg von Anfang bis Ende entweder ein Geheimagent der stalinistischen Polizei oder mehr oder weniger wissentlich ein Spielball von Geheimagenten war; oder beides.

Diese zwielichtigen Personen sitzen Seite an Seite mit dem redlichen Iwan Smirnow, mit Sinowjew und Kamenjew auf der Anklagebank; die Sache ist ebenso alt wie das Verschwörertum …

Posted in Gedenken, Kommunismus, Linke Geschichte, Marxismus, Revolution, Russland, Sowjetunion, Sozialismus, Trotzkismus, Verschwörungstheorien | Leave a Comment »