Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

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„Alles muss schön umweltfreundlich zugehen“

Posted by entdinglichung - 10. Oktober 2008

Zur gestrigen Zustimmung der grünen Parteibasis in Hamburg zur Fortsetzung der Koalition mit der CDU und zur Genehmigung des Kohlekraftwerks Moorburg ein cirka 10 Jahre alter Text, gefunden auf Schwarze Katze:

Also doch! Die Grünen konnten sich weitgehend durchsetzen! Die Satire-Zeitschrift „Titanic“ bekam einen Geheimvertrag zwischen Nuklearwirtschaft und Bundesregierung zugespielt, den wir hier veröffentlichen.

Folgende Punkte werden als bindend für den Betrieb von atomtechnischen Anlagen im Sinne des Atomgesetzes festgelegt:

§ 1 (1) Die Atomindustrie verspricht, dass alles ganz sicher ist und praktisch nichts passieren kann.
(2) Falls doch was passiert, sind jedenfalls nicht die Grünen schuld.

§ 2 (1) Alles muss schön umweltfreundlich zugehen.
(2) Als zulässige Höchstgeschwindigkeit bei der Teilchenbeschleunigung gilt Tempo 100.
(3) Im Reaktorkern wird eine Tempo-30-Zone eingerichtet.
(4) Die elektrischen Anlagen des Atomkraftwerks werden durch eine auf dem Dach des AKW installierte Solaranlage versorgt.

§ 3 Sämtliche Generatoren werden strikt nach dem Rotationsprinzip betrieben. Andernfalls droht die sofortige Stillegung.

§ 4 (1) Frauen, Ausländer, Ausländerinnen und behinderte MitbürgerInnen haben jederzeit freien Zugang zum Reaktorkern.
(2) Frauen dürfen aber nicht alleine schweres Wasser heben. Dabei muss ihnen jemand helfen, z.B. ein Behinderter.
(3) Auf dem Hof vom Atomkraftwerk müssen ausreichend Fahrradständer und beleuchtete Frauenparkplätze vorhanden sein.

§ 5 (1) Atommüll muss sortenrein getrennt und in mindestens drei verschiebenfarbigen Behältern aufgehoben werden.
(2) Atommüll darf aber erst weggeworfen werden, wenn ganz sicher ist, dass man nicht noch irgendwas davon brauchen kann.
(3) Es darf aber nicht immer derselbe dran sein mit Atommüll runterbringen.
(4) Wer Brennstäbe in die falsche Tonne wirft, kann was erleben.

§ 6 (1) Sogenannte weiche Drogen sind auf dem gesamten Gelände des AKW legal.
(2) Natürlich auch in der Schaltzentrale.
(3) Immer schön langsam machen.
(4) Die komischen Farben haben nichts zu bedeuten und waren vorher schon da.

§ 7 (1) In sogenannten Schnellen Brütern dürfen nur noch Freilandelektronen aus Bodenhaltung verwendet werden.
(2) Sämtliche Schutzanzüge müssen asbestsaniert werden.
(3) Der Kraftwerksbetreiber wird von der Pflicht zur Bereitstellung einer vegetarischen Vollwertmahlzeit auch dann nicht entbunden, wenn ein GAU oder so eintreten sollte.
(4) Der Bierpreis beträgt auf dem gesamten AKW-Gelände fünf Mark pro Liter.
(5) Die zum Betrieb eines AKW nötigen Tiertransporte dürfen nicht über 150 Kilometer Entfernung führen. Der Fahrer muss zwischendurch auch mal anhalten und den Tieren gut zureden.

§ 8 (1) Homosexuelle dürfen im AKW heiraten.
(2) Und Kinder adoptieren.
(3) Aber nicht missbrauchen.

§ 9 Politisch Verfolgte geniessen Asyl.

§ 10 Uran darf nicht aus solchen Ländern bezogen werden, wo es von kleinen Kindern mit blossen Händen abgebaut wird.

§ 11 (1) Niemand darf Blutkrebs bekommen.
(2) Sonst muss er zum Arzt.

§ 12 Die Grünen müssen an der Regierung bleiben, sonst macht die Atommafia, was sie will.

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Neolithische Konterrevolution – die britische Linke diskutiert über Stonehenge

Posted by entdinglichung - 10. Oktober 2008

Aus einem Artikel von Lionel Sims im aktuellen Weekly Worker … stellt sich die Frage, wie sich diese Ausgabe der Zeitung am Betriebstor verkaufen lässt:

„If this ancient religion of the magic and seclusion of dark moon was appropriated and now projected onto solar events, then that would fit the argument that the Neolithic is a counterrevolution in which a solstice timescale for agriculture is appropriating an ancient, lunar timescale which respected the dark moon.

When people walked towards the monument as the sun set, they would have seen the greatest efflorescence of stars that could possibly be visible, because this was the longest, darkest night at winter solstice. This entirely fits and is consistent with the idea of appropriating the logic of the Palaeolithic sex strike, and respect for the dark moon, while at the same time displacing it onto a solar timescale.

Stonehenge is not just about the sun. It also shows complex knowledge of the moon, suitable for explaining a lunar-solar cosmology, in which the sun is appropriating, at its setting at winter solstice, exactly the magical properties of the dark moon that would fit an ancient lunar timescale respecting dark moon symbolism. Stonehenge was designed to continue that tradition, but confiscate it for the new purpose of an emerging agricultural society ruled by priests and cattle-owning wealthy men.“

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