Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 14. November 2008

Generalverdacht

Posted by entdinglichung - 14. November 2008

Es gibt Meldungen, welche „unglaublich“ wirken, dennoch leider wahr sind und kaum kommentiert zu werden brauchen, die nachfolgend dokumentierten Zeilen aus dem Hamburger Abendblatt gehören dazu:

„Der Hamburger Verfassungsschutz lässt sich seit Anfang Oktober von den Bezirksämtern sämtliche Info-Stände in der Stadt melden. Betroffen waren bisher vor allem Parteien, aber auch Kirchen, Vereine, Bürgerinitiativen und Einzelpersonen.

Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten kleinen Anfrage der Links- Fraktion der Bürgerschaft hervor. Nach Senatsangaben sind bislang 164 Stände gemeldet worden. Die Linken kritisierten dies als einen Generalverdacht gegen zivilgesellschaftliches Engagement und forderten ein sofortiges Ende dieser Praktiken.

Verfassungsschutz-Präsident Heino Vahldieck verteidigte das Vorgehen seiner Behörde. „Es gibt auch Leute, die sich als Bürgerinitiative organisieren, aber trotzdem extremistische Bestrebungen unterstützen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die in Hamburg mitregierenden Grünen reagierten irritiert. „Wir haben Gesprächsbedarf beim Innensenator angemeldet“, sagte die Innenexpertin der GAL-Fraktion, Antje Möller.“

Sicherlich wird sich die GAL aber von Innensenator und Verfassungsschutz überzeugen lassen, dass das alles unserem Schutze vor dem Bösen dient und daher gerechtfertigt ist und wird dann wahrscheinlich mit dem Vorschlag aufwarten, Infostände ganz zu verbieten um weitere Bespitzelung dieser zu unterbinden (btw, … werden Kirchen nicht eigentlich nur in „Unrechtsstaaten“ bespitzelt?) … weitere Infos zu der ganzen Affäre gibt es auf der Homepage der Linksfraktion.

polizeikasper

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Vermischtes

Posted by entdinglichung - 14. November 2008

1. Die erste Ausgabe der von der gleichnamigen Gruppe in Britannien herausgegebenen Zeitschrift The Commune ist erschienen (als pdf-Datei hier), u.a. mit Artikeln zur Kritik der derzeitigen Verstaatlichungen, zu den Problemen der traditionellen ArbeiterInnenbewegung auf die heutige Krise zu reagieren und zu William Morris.

2. Die Freedom Socialist Party zum Wahlausgang in den USA:

„Major barriers to real change are the power-broker heads of labor, feminist and civil rights organizations who oppose militant tactics and confrontational strategies. These misleaders often won’t challenge Democrats to support legitimate demands out of fear it may jeopardize the politicians‘ re-election.

It’s time to replace obstructionist officials and build a new workingclass political coalition, independent of the Democratic and Republican parties. This coalition’s new leadership must come from African Americans and others who struggle for justice against multiple oppressions as workers, racial and sexual minorities, and women.

Together the coalition can fight for survival against social service cuts, layoffs, mortgage foreclosures, and corporate bailouts. An excellent way to keep more people employed and reduce unemployment would be to institute 30 hours work for 40 hours pay. The movement can also press for affirmative action, full reproductive rights, round-the-clock child care, free education, jobs for all, immigrant rights, equality for gays and lesbians, and an end to the war, just for starters. To regain lost ground, much less make new advances, will require bold leadership and tactics.

Lasting change will only come about through a fundamental reworking of the system — with planned production for need, not profit, and nationalization of the banks, health care, transportation, and basic industry, all under workers‘ control. In a word, socialism!

Following Obama and the Democrats down a road littered with sell-outs and broken promises is not the answer. Now is the time to head in an exciting new direction, towards liberation for all time from wage slavery and racial and sexual oppression.“

3. Kasama zu Thanksgiving und den damit verbundenen populären Mythen und zu den wirklichen historischen Ereignissen:

„In mid-winter 1620 the English ship Mayflower landed on the North American coast, delivering 102 exiles. The original Native people of this stretch of shoreline had already been killed off. In 1614 a British expedition had landed there. When they left they took 24 Indians as slaves and left smallpox behind. Three years of plague wiped out between 90 and 96 percent of the inhabitants of the coast, destroying most villages completely.

The Europeans landed and built their colony called “the Plymouth Plantation” near the deserted ruins of the Indian village of Pawtuxet. They ate from abandoned cornfields grown wild. Only one Pawtuxet named Squanto had survived–he had spent the last years as a slave to the English and Spanish in Europe. Squanto spoke the colonists’ language and taught them how to plant corn and how to catch fish until the first harvest. Squanto also helped the colonists negotiate a peace treaty with the nearby Wampanoag tribe, led by the chief Massasoit.

These were very lucky breaks for the colonists. The first Virginia settlement had been wiped out before they could establish themselves. Thanks to the good will of the Wampanoag, the settlers not only survived their first year but had an alliance with the Wampanoags that would give them almost two decades of peace.

John Winthrop, a founder of the Massahusetts Bay colony considered this wave of illness and death to be a divine miracle. He wrote to a friend in England, “But for the natives in these parts, God hath so pursued them, as for 300 miles space the greatest part of them are swept away by smallpox which still continues among them. So as God hath thereby cleared our title to this place, those who remain in these parts, being in all not 50, have put themselves under our protection.”

The deadly impact of European diseases and the good will of the Wampanoag allowed the settlers to survive their first year.

In celebration of their good fortune, the colony’s governor, William Bradford, declared a three-day feast of thanksgiving after that first harvest of 1621.“

4. Che’s Warlog zur Geschichte der legendenumwobenen und vielkritisierten Autonomen Antifa (M) in Göttingen: Teil 1 und Teil 2

5. Die RSO zum Film Baader-Meinhof-Komplex:

„Das Machwerk „Baader-Meinhof-Komplex“ hat zum Ziel, „den Mythos“ RAF zu brechen. Und mit diesem Versuch soll auch die Idee gebrochen werden, dass es überhaupt die Möglichkeit zum Widerstand gibt. Wir teilen nicht die Methoden und Strategien der RAF, doch hier wird nicht die RAF angegriffen, hier wird stellvertretend jede gesellschaftsverändernde Perspektive angegriffen.

Die Medien stützen sich dabei immer wieder vor allem auf AussteigerInnen, die alles bereuen. Keineswegs erwähnt werden aber diejenigen, die teilweise an den Ideen der RAF festhalten, teilweise eine linke Kritik an der RAF entwickelt haben, aber immer noch an linken oder linksradikalen politischen Positionen festhalten. Der einzige Zusammenhang, in dem sie vorkommen, ist die Frage bedingter Entlassungen.

Der bürgerliche Staat spricht in Zusammenhang mit der RAF immer von „gewöhnlichen Verbrechen“. Gleichzeitig aber behandelt er die RAF-Gefangenen sehr wohl wie politische Gefangene, wenn er ihnen das Recht bedingter Entlassungen verwehrt. Konkret betrifft das derzeit Christian Klar, der sich immer noch klar politisch links äußert und dafür mit der Verweigerung der Bewährung bestraft wurde, obwohl er seit fast 26 Jahren im Gefängnis sitzt. Auch Birgit Hogefeld, die zweite noch einsitzende Gefangene aus der RAF, wird in einigen Jahren diese Frage treffen.

Menschen, die bis jetzt noch nie auf das Thema RAF gestoßen sind oder wurden, werden das vorgegaukelte Bild des Aust/Eichinger/Edel-Films womöglich einfach konsumieren. Menschen, die ohnehin am rechten Rand der Erde leben, sehen darin nichts Neues. Menschen, die aus einer linken Sichtweise die Geschehnisse und Vorgehensweise der RAF betrachtet haben und betrachten, haben sich von diesem Film nichts anderes erwartet. Denn: ein reaktionäres Drehbuch plus einem reaktionären Regisseur macht: einen reaktionären Film.“

roterstern

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