Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 2. Februar 2009

Antigewerkschaftliche Repression in Guatemala

Posted by entdinglichung - 2. Februar 2009

Aus einem neuen Bericht (pdf-Datei) des Internationalen Gewerkschaftsbundes (IGB) zu arbeits- und gewerkschaftsrechtlichen Lage in Guatemala:

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„In January 2007 Pedro Zamora, General Secretary of the dockworkers‘ union, Sindicato de Trabajadores de la Empresa Portuaria Quetzal (STEPQ), was brutally murdered. Zamora had been leading a campaign to stop the government’s plans for the privatisation of the port of Quetzal, proposing instead a programme of investment and modernisation to increase efficiency and to secure decent employment for the port’s workforce. He had challenged the Port Authority over numerous violations of labour rights, the dismissal of nine workers and its refusal to negotiate a collective agreement. No-one has so far been prosecuted for Zamora’s assassination. Two days after the assassination of Pedro Zamora, two leaders of STEPQ received several death threats against themselves and their families by telephone.

In February 2007 unidentified individuals shot and killed Aníbal Ixcaquic Mendoza and Norma Sente de Ixcaquic of the National Street Vendors Union of Guatemala in the centre of the Guatemalan capital.

Since 2007, the Labour and Disputes Secretary of the Union of Workers of the National Civil Service Office (SONSEC) has received a series of death threats against himself and his family.

In January 2008, leaders of the CUSG (Confederación de Unidad Sindical de Guatemala) had their home fired at by heavy calibre weapons.

In May 2008 a leader of the National Health Workers’ Union of Guatemala (SNTSG) was assassinated. He was shot by unknown assailants while travelling to work by motorbike. It was not the first time that a leader of the SNTSG has been in the line of fire.

In 2007, another leader of the same branch of the SNTSG died in similar circumstances. An investigation into his death has yet to be opened.

In June 2008, armed men attacked a member of the consultative committee of SITRAPETEN (Sindicato de los trabajadores y trabajadoras de Agua Salvavidas), affiliated to the CGTG and FESTRAS-UITA. The victim was seriously injured and had to be taken to hospital.

The banana sector is one of the most violent. In 2007, members of the Guatemalanarmy illegally raided the headquarters of the Izabal Banana Workers‘ Union (SITRABI).

One leader of the organisation was gunned down by heavy calibre weapons. SITRABI’sGeneral Secretary was later subjected to persecution and harassment in the form of surveillance and gunshots. Further in March 2008 a member of the banana workers’ union Sindicato de Trabajadores Bananeros del Sur (SITRABANSUR), which is affiliated to UNSITRAGUA was assassinated. Earlier in February 2008 the daughter of the general secretary of SITRABANSUR was raped by a gang of armed men.“

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Vermischtes aus Schleswig-Holstein

Posted by entdinglichung - 2. Februar 2009

1.) Ein Artikel von Karl-Helmut Lechner auf der Webseite des Infoarchivs Norderstedt zur lange ausstehenden Auseinandersetzung der Kirchengemeinde Kaltenkirchen mit ihrem Pastor zwischen 1927-1933, dem 1947 in Nürnberg zum Tode verurteilten und später begnadigten Einsatzgruppenmörders Ernst Szymanowski-Biberstein:

„Aber die Geschichte geht ja noch weiter: Szymanowski-Biberstein wird 1947 nicht sofort hingerichtet. Zahlreiche Gnadengesuche der Kirche bewirken 1951, dass seine Todesstrafe in lebenslänglichen Freiheitsentzug umgewandelt wird. Am 1. November 1953, noch in Haft, nimmt die evangelische Kirchengemeinde Neumünster Szymanowski-Biberstein wieder auf. Am 8. Mai 1958, wurde Biberstein auf „Parole“, d.h. unter dauerhafter Beaufsichtigung und Betreuung, freigelassen.
Als am 16. Juni 1958 im Pressedienst des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes nüchtern und objektiv der Werdegang und die Verbrechen des Szymanowski-Biberstein unter der Überschrift „Das war einst ein Pfarrer“ geschildert wurden, reagierte im Deutschen Pfarrerblatt (Nr. 18/1958) der Propst von Neumünster Richard Karl Steffen mit dem Gegenartikel: „Die Dinge lagen ganz anders“: „Den Ausführungen des Pressedienstes muß widersprochen werden. Über 12 Jahre saß B. in Landsberg. Lange Zeit war er Todeskandidat, der jeden Freitag darauf wartete, dass sich auch seine Tür öffnete zu seiner Hinrichtung. So lange hat die Familie um ihn gebangt und auf seine Freilassung gehofft.. Die spärlichen Besuche, die erlaubt waren, geschahen nur unter Aufsicht. Das Rote Kreuz bemühte sich um seine Freilassung im Paroleverfahren. Ich erklärte mich bereit, für ihn zu bürgen und ihm wenigstens einen Arbeitsanfang zu ermöglichen. Andere halfen mir darin. Viele Gesuche wurden abschlägig beschieden. Immer neue Enttäuschungen! Nach der Aussage des Gefängnisgeistlichen hat B. diese Zeit in vorbildlicher Haltung durchgestanden, und zwar im wesentlichen gehalten durch Gottes Wort und Sakrament und durch seinen in der Tiefe gereiften lebendigen Christusglauben. So konnte er auch den anderen Zuspruch geben. Endlich kam jetzt im Mai der Tag seiner Freilassung nun doch ganz plötzlich? Wir konnten ihm für einige Monate Arbeit bei uns im Kirchenbüro geben. Was weiter werden soll, ist noch ungewiß. Ich kann den Fall hier im einzelnen nicht darlegen. Aber das muß ich auf Grund meiner sehr eingehenden Beschäftigung mit den ganzen Zusammenhängen sagen: Die Dinge liegen ganz anders, als wie sie nach dieser Notiz den Anschein haben. Wir sollten doch auch sehr vorsichtig sein in der Verwertung der Nürnberger Prozessakten. Nach meiner Überzeugung ist B. kein Verbrecher. Was übrig bleibt an Schuld vor Menschen und Gott, ist menschlich gestraft genug und geistlich in Gottes Vergebung gestellt. Sollten wir nicht auch vergeben können?“ „

2.) Offenbar kloppen sich im Holsteinischen gerade Neonazis und Hells Angels, vermutlich geht es um Claims im Rotlichtmillieu oder andere „geschäftliche Angelegenheiten“:

„In Schleswig-Holstein droht offenbar ein blutiger Krieg zwischen Mitgliedern der berüchtigten Rockerbande Hells Angels und Anhängern der Rechtsradikalen Szene. Das befürchten die Sicherheitsbehörden. Dort schließt man nicht aus, dass eine Schießerei auf dem Parkplatz vor dem Freizeitbad Holstentherme in Kaltenkirchen (Kreis Segeberg) mit dem Prozess gegen den ehemaligen NPD-Funktionär Peter Borchert zusammen hängt. Er sitzt in Untersuchungshaft, nachdem er Ende August in Kiel vor dem Amtsgericht bei einer wüsten Prügelei zwischen „Höllenengelen“ und Rechtsradikalen festgenommen wurde, bei der es Verletzte durch Messerstiche gab. Der jetzt vor der Holstentherme angeschossene Mann, so sagt ein Insider, werde der rechten Szene zugeordnet und soll in dem am Montag gegen Borchert beginnenden Prozess als Zeuge aussagen.“

3.) Marderhunde und Waschbären „drohen“ den Kreis Pinneberg zu übernehmen und den doitschen Hund zu gefährden:

„Der Waschbär, so Hewicker, sei noch nicht ganz so weit verbreitet wie sein „Kollege“ Marderhund. Und doch sind auch die Waschbären im Vormarsch, „der kommt überall klar, wenn er nur Wasser hat“, so Kreisjägermeister Wolfgang Heins. Er sieht jedenfalls für die Jäger den klaren Auftrag, „Fremdlinge, die sich stark ausbreiten, zum Schutz der heimischen Flora und Fauna streng zu kontrollieren“. Das sei internationale Vorgabe und EU-weit üblich. Da Marderhund und Waschbar nachtaktiv seien, so Heins, sie dies auch ein Argument für die Fallenjagd.“

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