Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

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Nachschlag zu Durban II

Posted by entdinglichung - 28. April 2009

Gefunden in der Mai-Ausgabe der Liberation, der Zeitschrift der „post-maoistischen“ CPI(ML) Liberation zum Agieren der Regierung Indiens, welche das Thema der Diskriminierung von Dalits und Adivasis letztendlich aus der Agenda und der Abschlussresolution kippte … zu den anderen Aspekten der Konferenz sei hier noch einmal auf den Kommentar von Cosmoproletarian Solidarity verwiesen:

roterstern

Evading Caste at Durban

At the UN’s World Conference on Racism (WCAR), India is facing charges of caste being a form of racial discrimination. The Manmohan government, like the Vajpayee Government before it in 2001, said caste discrimination cannot be equated with racism because the latter has a physical component. By that token, they claim, every caste in India would be a different race. A newspaper report (TOI April 18) observed that the Government is “deeply sceptical” of any “attempt to meddle in the Indian social fabric.”

The argument that race has a ‘physical component’ is highly debatable. By now, the science of genetics suggests that the entire human species has a common ancestry, and genetic and biological differences are far outnumbered by similarities. If ‘race’ itself is a discredited concept, falsely deployed by racists, it is meaningless to say that caste is absolutely different from race.

It is true that scholars like B R Ambedkar have contested the idea that caste is attributable to conquest by the ‘Aryan race’. ‘Caste’ and ‘race’ are by no means identical – but not because race has a ‘physical’ or biological basis and caste does not. Rather, caste and race are both social not biological or genetic categories – and their specific similarities and differences lie in the way they are historically and socially constructed and maintained. But the real question is: is there a significant similarity between caste and race discrimination? And here, the answer is undoubtedly yes. Both attribute superiority to certain social groups on the basis of birth and practice discrimination based on birth and descent – and both kinds of discrimination rely on a combination of coercion and hegemony.

The Indian Government’s stance at Durban amounts to a shameful evasion of its failure to do away with caste discrimination. Caste ought to have no place in India’s ‘social fabric’ and attempt to claim that caste oppression is less serious than racism is a spurious legitimisation of the ugly reality of caste in India.

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„Soziale Unruhen sind notwendig und wünschenswert“

Posted by entdinglichung - 28. April 2009

So sprach das Die Linke-NRW-Vorstandsmitglied Andrej Hunko, womit er durchaus recht haben kann (wobei anzumerken ist, dass der Begriff „soziale Unruhen“ als solcher erst einmal nichts über deren politischen Charakter aussagt) … aber ist er nicht Funktionsträger einer Partei, die in Berlin Teil der Landesregierung ist und die gleiche Scheisse mitexekutiert?

„Dies ist ein großartiges Signal, dass die Menschen in diesem Land“

die Menschen, oder die ArbeiterInnenklasse?

„nicht länger bereit sind, die Kosten der Krise zu tragen, für die sie nicht verantwortlich sind. Der Aufbau einer französischen Kultur des sozialen Protestes, des Widerstandes und der gesellschaftlichen Solidarität ist auch in Deutschland dringend notwendig.“

und was tut Die Linke dafür? Nicht viel, oder … Podiumsdiskussionen mit VWL-Professoren abhalten, eine Vermögenssteuer (vielleicht) für den Fall einer (vielleicht) Regierungsbeteiligung ankündigen …

„Soziale Unruhen werden in der gegenwärtigen Debatte gezielt mit Gewalt und Faschismus in Verbindung gebracht. Das Beispiel Island zeigt genaue Gegenteil: Sozialer Protest gegen die Krise kann eine Regierung stürzen, Neuwahlen erzwingen und neue gesellschaftliche Hoffnung erzeugen.“

Scheidemann Lafontaine als Bundeskanzler Vizekanzler? Hurra!

„In diesem Sinne ruft DIE LINKE. NRW zu sozialen Unruhen auf, z.B. auf der DGB-Demonstration am 16. Mai für ein soziales Europa, für die aus NRW 10 Sonderzüge eingesetzt werden. Nichts wäre angesichts der tiefsten Krise des Kapitalismus mehr zu befürchten als soziale Friedhofsruhe.“

Eben war doch noch von sozialen Unruhen französischer Protest- und Festkultur und nicht von DGB-Ausflugsfahrten (mitsamt Fresspaketen und Schnarchnasen vom Hauptvorstand und schlechten Bands auf der Tribüne) zur Durchsetzung von „ein wenig mehr SPD“ die Rede … die bürgerliche Journaille und die Bourgeoisie wird auch diese Form „sozialer Unruhe“ nach einigen Spiegelfechtereien eher begrüssen als fürchten …

P.S.: „gute“ soziale Unruhen (welche den Keim radikaler, revolutionärer Veränderungen in sich tragen können) gehen beispielsweise so:

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