Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

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Walpurgisnacht-Demo 2009 Hannover

Posted by entdinglichung - 29. April 2009

Fundstelle des nachfolgend dokumentierten Aufrufes: http://walpurgisdemo-hannover.de.vu/:

„Wir nehmen uns, was uns sowieso gehört“

Auf zur Walpurgisnacht
gegen Patriarchat und Nazis
!

Wir gehen in der Walpurgisnacht am 30.04.09 gemeinsam auf die Straße, um unser Recht auf Selbstbestimmung durchzusetzen und den öffentlichen Raum zu besetzen. Wir knüpfen hiermit an die Tradition feministischer Kämpfe an. Gerade die autonome FrauenLesbenbewegung der 1980er und frühen 1990er Jahre nutzte dieses Datum, um sich gegen patriarchale Unterdrückung zur Wehr zu setzen. Der Kampf um Selbstbestimmung muss jede Form von Herrschaft angreifen. Darum gehen wir in diesem Jahr auch gegen die Vereinnahmung des 1.Mai durch Nazis, Faschisten und Faschistinnen auf die Straße, die für diesen Tag in Hannover einen der größten Aufmärsche planen.

Nach über 100 Jahren feministischen Widerstands gibt es nach wie vor gesellschaftliche und politische Strukturen, die die Unterdrückung von FrauenLesbenTrans bedingen. Obwohl wir mit unterschiedlichen Unterdrückungsformen konfrontiert sind, können wir uns miteinander solidarisieren. Wir lassen uns nicht in Schemata zwängen und gestalten unser Leben so, wie wir wollen. Wir sind lesbisch, bisexuell, heterasexuell und anderes mehr. Was uns verbindet, ist der Widerstand gegen Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund geschlechtlicher Zuschreibung, die alltäglich und überall stattfinden: An Landesgrenzen, in Ausländerbehörden, auf der Straße, in den Medien, am Arbeitsplatz, in Arztzimmern, vor Diskotheken, auf Partys, in der Wohnung, im eigenen Bett…

Wir nehmen diesen Zustand nicht als Normalität hin! Wir zeigen Präsenz an einigen der öffentlichen Orte, wo wir Ausgrenzung und Diskriminierung erfahren, weil wir nicht bereit sind, die uns zugewiesenen Rollen anzunehmen. Reclaim the streets!

Wir bestehen klar auf unserer Macht zu jeder Zeit und in jeder Situation zu sagen: Nein heißt Nein! Bis heute leben wir in einer Welt, in der jegliche Formen von Gewalt gegen FrauenLesbenTrans zum Alltag gehören. Alle Übergriffe, insbesondere sexualisierte Gewalt, dienen einzig und allein dazu, das patriarchale Geschlechterverhältnis aufrecht zu erhalten und männliche Macht zu demonstrieren. Fight back!

Gegen jegliche patriarchale Zurichtung und Normierung unserer Körper! Wir unterwerfen uns nicht Schönheitsidealen und der Erwartung an Frauen, allzeit bereit, superschlank, jung und Sexobjekt zu sein. Wir bekämpfen die sexistische Vermarktung in der Werbung, in den Medien und in der Pornoindustrie. Wir pfeifen auf die Pfiffe. Riots not diets!

Für eine Welt ohne soziale Ungleichheit und Konkurrenz! Wir sind widerständig gegen weltweiten Kapitalismus. Die Auseinandersetzung um patriarchale Strukturen in der kapitalistischen Gesellschaft muss permanent geführt werden, weil die sexistische Arbeitsteilung Frauen die Reproduktionsarbeit, schlechtere und unbezahlte Arbeitsplätze zuweist. Wir wollen uns nicht vom Kapitalismus gegeneinander ausspielen lassen – weder hier noch weltweit. Keinen Reichtum der Einen auf Kosten der Anderen! Fight capitalism!

Wir sind solidarisch mit all denjenigen, die außerhalb und innerhalb der Grenzen Europas auf der Flucht sind, in Flüchtlings-, Asyl – und Abschiebelagern festgehalten werden! Migration trifft Männer und Frauen nicht gleich. Flucht vor sexualisierter Folter und patriarchalen Gewaltverhältnissen gilt in der BRD nicht als Asylgrund. Alltägliche rassistische Zuschreibungen sind an der Tagesordnung. Lasst uns mit diesem „Normalzustand“ brechen, der sich in staatlicher Willkür, rassistischen Kontrollen und Mordanschlägen durch Nazis entlädt. Kein Nationalismus! Keine Abschottung durch Grenzen! No border, no nation!

Darum gehen wir auch am 1.Mai gemeinsam auf die Straße.
Gegen und Alt- und Neo-Nazis! Gegen den alltäglichen Rassismus! Gegen jegliche menschenverachtende Politik! Achtet auf Ankündigungen für den FrauenLesbenTrans-Treffpunkt innerhalb der vielfältigen Aktionen gegen den Nazi-Aufmarsch in Hannover.

Wir laden alle FrauenLesbenTrans ein, am 30.04.2009 ihre Wut auf die Straße zu tragen.

Kommt alle um 20:30 Uhr zum Steintor-Platz!

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Brasilianische Indigene bringen Petition gegen Gesetzentwurf ein, der Kindesdiebstahl fördert

Posted by entdinglichung - 29. April 2009

Quelle: Survival-International

indigen

Eine Gruppe von brasilianischen Indigenen hat im Kongress in Brasilia eine Petition gegen einen Gesetzentwurf eingebracht, der den Diebstahl indigener Kinder durch evangelikale Missionare erleichtern würde.

Der Gesetzentwurf, der von der Missionarsorganisation „Youth with a Mission“ unterstützt wird, würde es den brasilianischen Behörden erlauben, indigene Kinder ihren Familien und Gemeinschaften wegzunehmen, wenn der Verdacht „schädlicher traditioneller Praktiken“ erhoben wird.

„Youth with a Mission“ verwendet zwecks Gewinnung von Unterstützung für das Gesetzesvorhaben einen Film, der unterstellt, dass Kindesmord unter brasilianischen indigenen Völkern weit verbreitet sei. Der Film mit dem Titel „Hakani“ wurde inzwischen im Internet bei YouTube von mehr als 450.000 Menschen angesehen. Tatsächlich kommt Kindesmord unter brasilianischen Indigenen aber ausgesprochen selten vor.

Nach Aussage der Indigenen entreißen evangelikale Missionare indigenen Gemeinschaften Kinder unter dem Vorwand, sie vor einem Kindesmord zu „retten“.

In einem Brief an die Menschenrechts-Kommission der Abgeordnetenkammer des brasilianischen Kongresses drängen die Stämme der Yawalapiti und der Mebengokré Kayapó diese dazu, das Gesetz nicht zu verabschieden, da es zerstörerisch und zudringlich sei.

Die Indigenen verlangen von „Youth with a Mission“ die Wegnahme indigener Kinder aus ihren Gemeinschaften zwecks Adoption bei sich einzustellen

Unterzeichnen Sie die Petition bitte hier.

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