Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 3. Juni 2009

Vermischtes zur Europawahl

Posted by entdinglichung - 3. Juni 2009

1.) Drei gute Gründe am näxten Sonntag PDS Die Linke zu wählen:

a) Austritt von Sylvia-Yvonne Kaufmann
b) Austritt von Carl Wechselberg
c) Austritt von Ronald Weckesser (den jede ernsthafte sozialistische Partei schon längst rausgeschmissen hätte)

gibt es weitere Gründe? … bitte als Kommentar posten!

2.) Die allseits geliebte MLPD hält u.a. die ÖDP für wählbar:

„Es gibt einige Kandidaturen, die für die Stimmabgabe fortschrittlicher Menschen und Marxisten-Leninisten in Frage kommen.

So beteiligt sich die bürgerlich-wertkonservative ÖDP an zahlreichen Initiativen der Umweltbewegung und kritisiert klar den Verrat der Grünen an ihren ökologischen Idealen. Einige ihrer Vertreter arbeiten mit unter anderem mit MLPD-Mitgliedern in der Bürgerbewegung für Kryo-Recycling, Kreislaufwirtschaft und Klimaschutz zusammen.

Wer sich für keine dieser Gruppen entscheiden kann, dem bleibt statt der Wahlenthaltung die Möglichkeit der ungültigen Stimmabgabe.
Unabhängig von der Wahl ist es entscheidend, die sozialistische Alternative MLPD zu stärken.“

3. Der Wahlwerbespott des BSA der PSG

Eine Webseite stellt sich zur Wahl … oder wird eine Wahl dazu benutzt, v.a. eine Webseite zu bewerben?

4.) Georg Fülberth zu seiner Kandidatur für die DKP:

„Marburger Echo: Georg Fülberth – du kandidierst für die DKP zum Europäischen Parlament. Meinst du, du wirst gewählt?

Georg Fülberth: Nein.

Marburger Echo: Schafft diese Kandidatur nicht Probleme mit der Partei „Die Linke“?

Georg Fülberth: Ich verstehe die Frage nicht.

Marburger Echo: Das ist doch eine Konkurrenz-Situation.

Georg Fülberth: Na und? Es gibt mehrere nichtkommunistische Parteien, die zur Europa-Wahl antreten. „Die Linke“ ist eine davon.

Marburger Echo: Ist Stimmenzersplitterung auf der Linken nicht ein Übel?

Georg Fülberth: „Die Linke“ wird deutlich über fünf Prozent kommen, egal, wie viele Promille die DKP erhält. Es kommt jetzt darauf an, zu zeigen, dass es erst jenseits der Partei „Die Linke“ politisch interessant wird.

Marburger Echo: Aber du bist doch Mitglied der Fraktion „Marburger Linke“.

Georg Fülberth: Das ist kein Problem.“

Posted in BRD, Europa, Fundstücke, Kommunismus, Maoismus, MLPD, Sekten, Sozialismus, Stalinismus, Trotzkismus, Wahlen | 6 Comments »

Weder Taliban noch Militär

Posted by entdinglichung - 3. Juni 2009

Hier nun der vorher schon in englischer Sprache dominierte Aufruf auch in deutscher bersetzung, Quelle RSB, einen weiteren Artikel zum Thema kann mensch hier finden:

Hilfsaufruf im Kampf gegen die Taliban und die Operationen des pakistanischen Militärs

Tariq Ali und Farooq Tariq

01.06.2009

Dies ist eine offizielle Bitte der Labor Relief Campaign1 um Unterstützung im Kampf gegen die Taliban und die Operationen des pakistanischen Militärs. Ziel des Aufrufs ist es, sofortige Hilfe den mehr als 1,5 Mio. Flüchtlingen aus der Malakand Region, der Nordwestlichen Grenzprovinz Pakistans, zukommen zu lassen.

Mazdoor Jeddojuhd

Die Vertreibung ist das Ergebnis der Kämpfe zwischen den Taliban und der pakistanischen Regierung. Wir planen Mazdoor Jeddojuhd häufiger in Paschtu2 zu veröffentlichen. Momentan erscheint die Zeitung wöchentlich in Urdu und monatlich in Paschtu. Ziel ist, sowohl dem religiösen Fanatismus als auch der staatlichen Repression entgegenzuwirken. Wir wollen die ArbeiterInnen- bzw. die sozialen Bewegungen in der Region unterstützen, indem wir ihre Aktivitäten und Anliegen veröffentlichen und ihnen eine Plattform bieten, sich auszutauschen und neue Netzwerke zu bilden.

Die Situation

Die Taliban haben die Kontrolle über einige Regionen von Pakistan erlangt. Sie drohen andere Teile ebenfalls zu besetzen. Um die Situation zu befrieden, traf die pakistanische Regierung im April mit den Taliban ein Abkommen, das den Taliban ermöglichte, das so genannte ‚Nizam Adl‘ (Rechtssystem)3 in Malakand einzuführen. In den von ihr kontrollierten Regionen führten die Taliban mittelalterliche Gesetze ein, die vor allem auf die Einschränkung der Rechte von Frauen und Minderheiten abzielen. Das Abkommen gab darüber hinaus den Taliban die Möglichkeit, in andere Gegenden vorzudringen.

Dann änderte die Regierung radikal ihre Taktik, fiel in ein anderes Extrem und startete die Militäroperation. Das Ergebnis ist ein gewaltiger Flüchtlingsstrom in andere Teile des Landes. Laut Armee sollen die religiösen Fanatiker vernichtet werden und das brauche Zeit. Aber die Extremisten halten der Militäroffensive stand und ihr Einfluss in Pakistan wächst.

Fanatismus kann nicht mittels Militäraktionen ausgelöscht werden. Im Gegenteil: Dies führt eher zu einer Verbreitung ihrer Ideen bei. Die Taliban haben nach der Besetzung Afghanistans durch die NATO 2001 die Macht verloren. Nichtsdestotrotz sind sie nach ein paar Jahren zunächst in Pakistan später in Afghanistan wieder erstarkt. Die Situation ist recht komplex.

Die Militäroperation im Swat-Tal verschleiert die Tatsache, dass das pakistanische Militär die Taliban als ein Faustpfand betrachtet und nicht gewillt ist, dieses zu opfern, um den USA zu gefallen. Während die Armee die Taliban aus dem Swat-Tal vertreibt, lässt sie die Dschihad-Infrastruktur (Trainingscamps, Schulungszentren, Zeitungen, Wohltätigkeitsstrukturen; die verschiedenen Aktivitätsbereiche der Taliban) in anderen Teilen Pakistans unangetastet.

Das Ausmaß dieses Aufstands wird durch die 1,5 Mio. Menschen verschärft, die nun in unterfinanzierten Flüchtlingslagern oder ungenügenden Notunterkünften ausharren ohne die Möglichkeit den eigenen Lebensunterhalt zu bestreiten. Diese Vertreibung erzeugt kein Vertrauen in die Fähigkeiten des pakistanischen Staates die Probleme der Flüchtlinge anzugehen.

Ein anderes zentrales Problem sind die Drohnenangriffe der USA. Seit 2006 starben über 700 Menschen bei diesen Militäraktionen, darunter 164 während den 14 Angriffen, die seit Obamas Regierungsantritt stattfanden. Diese Drohnenangriffe schüren die gegen die USA gerichteten Ressentiments. Insgesamt ist die Besatzung von Afghanistan durch die NATO und die USA eine Gefahr für die Stabilität der Nordwestlichen Grenzprovinz Pakistans.

Unsere Perspektive und Strategie

Der Kampf gegen religiösen Extremismus kann nur Erfolg haben, wenn die grundlegenden Probleme der arbeitenden Klasse in sozialer, politischer und ökonomischer Hinsicht gelöst werden. Es gilt darüber hinaus ein frei zugängliches Bildungssystem aufzubauen mit einem säkularen Lehrplan. Ziel ist es, den Feudalismus zu beenden, eine Landreform durchzuführen und die Besatzung Afghanistans durch die USA zu beenden. Unsere Strategie ist, religiöse Fanatiker mit lokalen Verteidigungskomitees zu bekämpfen.

Die Alternativen

Sowohl die Taliban als auch das pakistanische Militär handeln zerstörerisch. Weder die Taliban noch die Militäraktion dürfen von uns unterstützt werden. Unsere Position ist radikaler und geht über die bloße humanitäre Unterstützung für die Binnenflüchtlinge hinaus, obwohl diese Arbeit absolut notwendig ist. Es geht um mehr als nur eine Verurteilung der Drohnenangriffe, die zivile Opfer verursachen und die Souveränität Pakistans verletzen. Wir sind unmissverständlich gegen den Krieg, da diese Militärkampagne mit Sicherheit die Menschenrechte auf Generationen hinaus beeinträchtigt.

Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Afghanistan, Antifa, Antimilitarismus, BäuerInnenbewegung, Feminismus & Frauenbewegung, Klassenkampf, Kommunismus, Pakistan, Patriarchat, Sozialismus, Trotzkismus, USA | Leave a Comment »