Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Prügelstrafe und religiöser Fundamentalismus

Posted by entdinglichung - 29. Juli 2009

Im Sudan wurden kürzlich Frauen wegen des Tragens von Hosen und in Malaysia wegen des Trinkens von Bier von Sharia-Gerichten zu Stockschlägen verurteilt … doch auch im „Freien Westen“ regen sich religiöse FundamentalistInnen und verwandte Kräfte, welche ihre Variante von Sozialdisziplinierung gerne mit gesetzlichem Rückhalt per physischer Gewalt durchsetzen wollen. So dürfen Neuseelands WählerInnen von 31. Juli an zur Frage „Should a smack as part of good parental correction be a criminal offence in New Zealand?“ in einem Referendum ihr Votum abgeben. Nachdem der Crimes (Substituted Section 59) Amendment Act 2007 Eltern das Schlagen ihrer Kinder gesetzlich untersagte bildete sich dort eine Koalition aus rechtspopulistischen Libertarians (ehemals „Association of Consumers and Taxpayers„), evangelikalen Parteien und Vereinigungen (Wer die Rute spart, hasst seinen Sohn, / wer ihn liebt, nimmt ihn früh zur Zucht. (Spr 13,24)), einem islamischen Verband, „Vaterschaftsrechts-Aktivisten“ und anderen autoritären Charakteren, welche es als Verletzung ihres ureigenen Gewohnheitsrechtes, ihrer Religionsfreiheit und/oder ihrer Privatssphäre ansehen, wenn sie ihre Kinder nicht mehr prügeln dürfen und damit ihren Teil zur Brutalisierung der Gesellschaft beitragen.

„The woman responsible for collecting 300,000 signatures in a bid to overturn Ms Bradford’s bill is Sheryl Savill, a 40-year-old mother of two who works as a communicator for an evangelical organisation, Focus on the Family. Her husband is a policeman.

Ms Savill said: „When I realised how the anti-smacking law would directly affect the way I was raising my girls I knew that I had to do something. A light smack done in a good home that’s full of love isn’t child abuse.““ (Quelle)

Das auch Kinder ein Recht auf physische Unversehrtheit haben und nicht geschlagen werden wollen scheint derartigen Gestalten vollkommen egal zu sein, Grund genug, diesen und anderen TugendterroristInnen das Handwerk zu legen, zumal die Erfahrung zeigt, dass diese sich nicht hiermit zufrieden geben würden sondern versuchen werden, ihre reaktionäre Utopie schrittweise der gesamten Gesellschaft überzustülpen.

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