Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 11. August 2009

Worker’s Voice Nr. 25

Posted by entdinglichung - 11. August 2009

Die August-Ausgabe der Worker’s Voice (Nr. 25) des Auslandskomitees der Kommunistischen Partei Iran (CPI, nicht mit der ehemals pro-Moskau orientierten Tudeh-Partei zu verwechseln), hier als pdf-Datei (266 kb), mit Berichten zur derzeitigen Bewegung im Iran und Meldungen aus der iranischen ArbeiterInnenbewegung und zur staatlichen Repression gegen diese:

workers_voice_25

Zwei Meldungen aus der aktuellen Ausgabe:

Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Gewerkschaft, Iran, Klassenkampf, Kommunismus, Kurdistan, Menschenrechte - Freiheitsrechte, Repression, Sozialismus, Streik, StudentInnenbewegung, Wahlen, Zeitschriftenschau | 1 Comment »

Iran-Update 11.08. 2009 – Marg Bar Jomhuriye Eslami!

Posted by entdinglichung - 11. August 2009

Weitere Artikel zum Thema auf dieser Seite unter https://entdinglichung.wordpress.com/category/iran/:

1.) Seiten mit regelmässig aktualisierter Berichterstattung: Revolutionary Road (hier auch ein Update vom gestrigen Tage), News from the struggles in Iran (HOPI), Révolution en Iran, Rise of The Iranian People und LabourStart, gesammelte Videoberichte auf Red Eye.

2.) Offenbar wurden in den letzten Wochen (wie auch schon vorher) politische Gefangene in den Knästen massiv vergewaltigt:

„The Iranian newspaper Etemaad-e-melli published a letter written by Mehdi Karroubi (one of the candidates in the disputed June 12 presidential elections in Iran) where he expresses concern about the reports on rape of the detained protestors.

The letter was addressed to the former president Rafsanjani who heads the Assembly of Experts, an elected body of 86 clerics whose official role is to oversee the supreme leader’s performance.

Karroubi wrote in the letter “ A number of detainees have stated that some female detainees were so severely raped that their genitals were damaged. Others savagely raped young boys so that they suffer from depression and serious physical and mental damage“.

Iran Human Rights has in the passed weeks received unconfirmed reports on rape of the detained protesters following the pro-democracy demonstrations in Iran. These reports have not been published due to limitations on verifying these claims.“

3.) Revolutionary Road dokumentiert einen Augenzeugenbericht aus dem Kahrizak-Knast, Révolution en Iran berichtet von einer Protestaktion von Angehörigen von Gefangenen in Tehran sowie von der Verurteilung von drei GewerkschaftsaktivistInnen in Sanandaj zu sechs Monaten Haft und vierzig Peitschenhieben auf Grund ihrer Teilnahme an einer Kundgebung am 1. Mai 2009

4.) Zum 30. Jahrestag des Aufrufes von Khomeini zum Jihad gegen die iranischen KurdInnen (siehe dazu auch die Broschüre der PPKK über iranisch-kurdistan von 1980) und zum Beginn der Angriffe der iranischen Armee auf Orte in Iranisch-Kurdistan gibt es einen Aufruf zum Generalstreik für den 19. August:

„Le 19 août, il est temps que le peuple au Kurdistan se mobilise de façon indépendante et exprime notre protestation contre la République Islamique et toutes ses factions politiques. Il est temps de hisser le drapeau rouge comme alternative aux drapeaux islamiques verts de Moussavi et de ses homologues de la République Islamique. Il est temps de faire savoir à la population qu’il y a aussi une autre alternative politique.

En réponse à l’appel à une grève générale, nous encourageons tout le monde au Kurdistan à ne pas aller travailler, à ne pas ouvrir les magasins, pour que tous les bureaux, toutes les usines et tous les marchés soient fermés ce jour-là.

Nous demandons aux partis politiques, organisations et individus, communistes et de gauche à se joindre à nous et méler leurs voix aux notres pour soutenir le peuple du Kurdistan lors de cet important moment.“

5.) Einige Texte in deutscher Sprache:

* Attila Steinberger: Von der konservativen Restauration zum Massengrab – Nach der Wahl im Iran (Krisis)

„Für den Verfasser ist folgendes Szenario am ehesten vorstellbar: Die Konservativen werden eine Doppelstrategie fahren um die Lage zu beruhigen. Einerseits setzen sie auf Ermüdung der Demonstranten. Sie lassen diese solange demonstrieren bis sie keine Lust mehr haben und halten zugleich die Repression in der Öffentlichkeit in der bisherigen Größenordnung. Weil sich für die Demonstranten kein Erfolg einstellen wird, werden sie immer weniger, da sie die Hoffnung aufgeben werden, auf diesem Wege das System zu ändern. Andererseits wird noch größere Gewalt eingesetzt um die Grundlagen der Protestierenden zu zerschlagen. Man wird sie aus Staatsbetrieben entfernen, von der Wohlfahrt ausschließen und ihre Einrichtungen schließen. Wenn Ahmedinejad weiter regiert, wird in den folgenden Monaten eine Repressionswelle über die Netzwerke und die große Masse unorganisierter Demonstranten und Streikenden hereinbrechen. Wie blutrünstig dies ablaufen wird, wie viele Menschen inhaftiert, gefoltert und hingerichtet werden bzw. verschwinden, hängt maßgeblich davon ab, inwieweit Ahmedinejad und der Haqqani-Zirkel die Repression kontrollieren, oder ob dies von den Revolutionsgerichten gemacht wird, die Khamenei unterstehen. Führt Khamenei die Repression durch, dann wird er hauptsächlich die Rädelsführer und ein paar hundert Menschen zur Abschreckung hinrichten. Der Haqqani-Zirkel wird dagegen ein Massaker ähnlich jenem der späten 80er Jahre anrichten. Um die symbolische Hoheit auf der Straße zurück zu gewinnen, werden die Basiji-Milizen und die Sittenpolizei noch massiver vorgehen und dabei auch in Studentenwohnheimen und in Privaträumen eindringen, um die soziale Kontrolle gegenüber unangepassten Menschen durchzusetzen. Dies wird flankiert durch Öffentlichkeitsarbeit, die einerseits eine heile Welt suggerieren soll, andererseits die Unruhen und das Vorgehen des Repressionsapparates aus konservativer Perspektive darstellt, um den Anliegen der Demonstranten die Legitimität abzusprechen und Antipathien dagegen zu wecken.“

* Ali Schirasi: Die mutigen Frauen von Teheran

* Ali Schirasi: Die Nacht zerbricht im Iran – aber wann?:

„Letztes Jahr hatte Ahmadinejad mehr als 80 Mrd. Dollar als Öleinkommen und die Finanzierung seiner Anhänger war kein Problem. In den ersten fünf Monaten des iranischen Jahres gab es zwar nur Einnahmen in Höhe von 17 Mrd. Dollar. Es gibt aber keine Pläne für längerfristige Investitionen in der Landwirtschaft, dem industriellen Sektor oder dem Dienstleistungssektor, so dass auch dieses Jahr die Finanzierung seiner Anhänger möglich ist. Einen Nachbarn meiner Schwester, den ich persönlich kenne, habe ich eine Woche nicht gesehen. Als ich ihn dann eines Morgens wieder sah und fragte, wie es ihm gehe und ob er im Urlaub gewesen sei, antwortete, er sei seit ein paar Monaten arbeitslos. Neulich habe er einen neuen Job gefunden, aber er wüsste nicht ob er ihn jeden Tag ausüben könne. Gott sei Dank habe er in sechs Tagen 1,8 Mio. Toman verdient. Auf meine Frage nach der Art dieses neuen Jobs, gab er zur Antwort: „Mein Job ist zwischen dem Platz Valie-Assr und dem Platz Vanak. Meine Aufgabe ist es, Demonstranten zu schlagen.“ Ich fragte ihn, ob er jemanden getötet habe und er sagte: „Manche meiner Kollegen sind sehr brutal und haben getötet, aber ich nicht. Ich versuche Festnahmen zu machen und Demonstranten dem Polizeitransporter zu übergeben.““

Posted in Antifa, Feminismus & Frauenbewegung, Gewerkschaft, Iran, Klassenkampf, Kommunismus, Kurdistan, Menschenrechte - Freiheitsrechte, Patriarchat, Repression, Sozialismus, Streik, Wahlen | 2 Comments »