Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 2. September 2009

Vermischtes aus dem Kleinbürgertum

Posted by entdinglichung - 2. September 2009

1.) aus einer treffenden Charakterisierung der Piratenpartei aus der neuen Avanti:

„Gründer der schwedischen Piratpartiet (Die Piratenpartei) ist IT-Klein-Unternehmer Rick Falkvinge. Noch während seines Studiums war er Mitglied der bürgerlichen, neoliberalen Moderata samlingspartiet (Die gemäßigte Sammlungspartei), die heute den Regierungschef stellt. Der Europaabgeordnete und ebenfalls IT-Klein-Unternehmer Lars Christian Engström war bis zu seinem Eintritt in die Piratpartiet Mitglied der liberalen Folkpartiet liberalerna. Der Spitzenkandidat für die Bundestagswahl für die niedersächsische Piratenpartei ist ebenfalls IT-Klein-Unternehmer. Der selbstständige Programmierer ist Teil des modernen Kleinbürgertums. In seiner ökonomischen Existenz wird er zwischen absoluter Prekarität und unerwartetem Reichtum hin- und hergeworfen. Deshalb betrachtet er instinktiv die Software- und Musik-Konzerne als seine Feinde. Denn genau diese sind es, die von der aktuellen Entwicklung der Eigentums- und Patentgesetzgebung profitieren. Da es der bürgerliche Staat ist, der die Eigentumsrechte der Konzerne schützt und ausbaut, betrachtet der moderne Kleinbürger auch diesen als Bedrohung, ohne sich jedoch von ihm lossagen zu können. Die politische Strategie der Piraten erschöpft sich so im vornehm bürgerlichen Geschäft des Parlamentarismus.

Einzig der offene Sexismus des heutigen Männerbundes erinnert an die rauhen Sitten der Piraten von einst. Die ständigen sexistischen Sprüche („Ich bin eine Aufmerksamkeitsnutte.“) können auf den Aufnahmen des Bundesparteitags (z. B. http://www.zaplive.tv) nachvollzogen werden. Ob die Piratenpartei überhaupt Piratinnen in ihren Reihen zählt, ist unbekannt.“

2.) Durchgeknallter und politisch weitaus weiter rechts stehend sind offenbar die Berliner Flughafenfetischisten, wie Analyse, Kritik & Aktion berichtet:

„Nun soll es endlich ein Dachverband richten, der sich um die Heranführung der Bevölkerung an politische Entscheidungen der Parlamente kümmern soll. Ziel ist eine Volksgesetzgebung. Deshalb gründete Be-4-Tempelhof zusammen mit der Bürgerinitative gegen Korruption in Politik, Justiz und Verwaltung, die obskurerweise freien Zugang zur Bildung fordert, den Verein Volksgesetzgebung e.V..

Dahinter steckt allerdings nicht der Wunsch nach mehr Demokratie, sondern die völlig autistische Forderung nach der Rückführung des Tempelhofer Feldes auf den Stand von 1984. In diesem Jahr wurde Eberhard Diepgen Oberindianer in Berlin. Die letzten illegalen Besetzungen wurden aufgelöst und neue gemäß der Berliner Linie binnen 24 h geräumt. Damals endete die militante Häuserkampfbewegung. Es war wieder Ruhe und der Revolutionäre 1. Mai lediglich ein Traum von ein paar Punks.“

3.) In den USA treibt die Angst vor einer allgemeinen Krankenversicherung die wirrsten Gestalten ins Rampenlicht der Öffentlichkeit, Bruce Wilson hat sich auf Talk2Action einmal den Prediger Steven Anderson näher angesehen:

„Tempe, Arizona Independent Baptist preacher Steven Anderson has recently attracted national media attention after one of his parishioners showed up at an Arizona townhall meeting, that was attended by President Barack Obama, carrying a bullhorn and an AR15 semiautomatic assault rifle. One day before the event, Anderson gave a sermon entitled „Why I hate Barack Obama,“ in which the pastor declared he was praying for Obama’s death and called on God to „melt“ the president like a „[salted] snail.“

As ever though, Jews seem to be in the crosshairs. During his January 18, 2009 sermon Pastor Anderson vilifies Jews for allegedly killing Jesus Christ, and he goes on to declare that they are collectively cursed, apparently to this day. As another notable position evinced in the sermon, Anderson states that women do not speak in his church.“

4.) Helge Schneider zum Thema:

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Josefa (Pepita) Reimundi i Florensa (1917-2009)

Posted by entdinglichung - 2. September 2009

Am 15. August starb im Alter von 92 Jahren in Lleida Pepita Reimundi, Aktivistin der POUM und der LehrerInnengewerkschaft FETE-UGT. Pepita Reimundi spielte eine wichtige Rolle in der Untergrundarbeit der POUM nach dem Sieg des Francismus, nachfolgend dokumentiert ein Nachruf in spanischer Sprache von der Webseite der Fundación Andreu Nin, ein weiterer Nachruf findet sich auf der Webseite der FETE-UGT, welcher Pepita Reimundi seit 1931 angehörte.

Nos ha dejado Josefa (Pepita) Reimundi i Florensa, maestra y luchadora

La ciudad de Lleida así como numerosos compañeros suyos de UGT homenajearon en un acto de notable asistencia a la maestra y activista antifranquista Josefa Reimundi.

Dirigente del POUM lleidetá y activista de la FETE –Federación de Trabajadores de la Enseñanza- de UGT, ha fallecido el pasado día 15 de agosto después de una vida intensa y entregada a los demás, a la edad de 92 años de edad.

Nació en Balaguer en 1917 y comenzó a trabajar en la escuela de esta localidad lleidetá en el curso 36/37. Así en su primera etapa formativa estudió en la Escuela Normal de la República, la escuela de magisterio de la época, en donde coincidió con la pedagoga de ideas avanzadas Pepita Uriz encuadrada políticamente en el antecesor del POUM, el BOC, Bloque Obrero y Campesino de Joaquín Maurín, así como inicia su andadura en la FETE de UGT en 1931.

Durante la guerra y la revolución de 1936 se cerraron las escuelas religiosas y a cambio, el Comité Revolucionario de Lleida y después la Generalitat abrieron otras nuevas. Josefa destacada militante del POUM, dirigió la nueva escuela de Balaguer situada en el convento viejo de Sant Doménech.

Cuando en 1938 las tropas franquistas ocupan Balaguer, Pepita es detenida y trasladada a Lleida junto a otros compañeros, encarcelada y sometida a un consejo de guerra colectivo en la que es condenada a 30 años de prisión. Conoce sucesivamente las prisiones de Lleida, Barbastro, Huesca y Saturrarán en el País Vasco.
De regreso a Lleida se le veta el acceso a la enseñanza, por lo que ha de combinar la dedicación a las clases particulares y un trabajo como contable de muebles Armengol. Se integra en el POUM de la postguerra junto a su marido el sindicalista Josep Tufet. Recientemente hemos descrito aquellos duros primeros años de resistencia frente a la dictudura.

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