Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Zum 65. Jahrestag der Ermordung von Franz Jacob und Bernhard Bästlein

Posted by entdinglichung - 18. September 2009

Heute vor 65 Jahren am 18. September 1944 wurden im Zuchthaus Brandenburg die beiden antifaschistischen Widerstandskämpfer und KPD-Politiker Franz Jacob und Bernhard Bästlein ermordet. Jacob und Bästlein hatten nach ihrer Entlassung aus dem KZ 1940 mit weiteren GenossInnen eine Widerstandsorganisation in Hamburg und Umgebung aufgebaut, deren Schwerpunkt in der Sabotage der deutschen Kriegsproduktion und in der Unterstützung von Verfolgten, ZwangsarbeiterInnen und Kriegsgefangenen.

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Grabstätte von Franz Jacob im Ehrenhain für antifaschistische WiderstandskämpferInnen auf dem Friedhof Hamburg-Ohlsdorf

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Grabstätte von Bernhard Bästlein im Ehrenhain für antifaschistische WiderstandskämpferInnen auf dem Friedhof Hamburg-Ohlsdorf

„Meine illegale Arbeit während des letzten Jahres wurde vorwiegend von zwei Faktoren bestimmt die meiner Bereitschaft, gegen die bestehenden Gesetze zu handeln, den entscheidenden Anstoss gaben. Der erste Faktor war meine siebenjährige Haft von 1933 bis 1940 – davon vier Jahre in Konzentrationslagern – während der ich entsetzliche Dinge erlebt, gesehen und gehört habe. Diese Zeit hat mir jede Möglichkeit des Zweifels im Bezug auf meine weltanschauliche Grundeinstellung genommen, denn meine Überzeugung, dass eine Gesellschaftsordnung, in der solche Dinge möglich sind, wie ich sie erlebt habe, beseitigt werden muss, wurde dadurch grundfest gemacht, soweit das bisher noch nicht der Fall war.

Der zweite Faktor war der seit 1939 begonnene Zweite Weltkrieg, der in mir alle Erinnerungen an den Krieg von 1914-1918 weckte, den ich zwei Jahre als Frontsoldat vor Ypern, an der Somme, vor Verdun und an anderen Abschnitten der Westfront mitmachte. Er verstärkte in mir die Überzeugung, dass solange die kapitalistische Gesellschaftsordnung besteht, es immer wieder zu solchen, alle humanitären Regungen der menschlichen Gesellschaft und ungeheure materielle Güter zerstörenden Kriege kommen wird. Ich dachte an jene Millionen Menschen, die wie damals ihr Leben auf den Schlachtfeldern verlieren würden.“

(Bernhard Bästlein, November 1942)

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