Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

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Vermischtes

Posted by entdinglichung - 25. November 2009

1.) Auf Ofenschlot und Walgesang wird unglaubliche Blasphemie geübt sich kritisch mit der „Marxistischen“ Gruppe (MG) auseinandergesetzt, Ofenschlot hat dabei ein lesenswertes Zitat von damals ausgegraben:

„Der Charakter dieser Revision des wissenschaftlichen Sozialismus wird deutlich, wenn man beachtet, daß der Weg zum revolutionären Subjekt, wie ihn die AK-Fraktion München [d.i. der spätere MG-Kern] der Arbeiterklasse vorschreibt, eigentlich nichts anderes ist als die Projektion des Weges des bürgerlichen Intellektuellen zum Sozialisten: sich zum theoretischen Verständnis der ganzen Bewegung heraufzuarbeiten. Erstaunlich ist diese charakterisierende Art von Revision nicht, zeigt sie als Intellektuellen-Revision doch gerade, wie sehr das gesellschaftliche Sein das Bewußtsein derer prägt, die vermeinen, wenn sie sich auf den Kopf stellen, wäre auch der Marx/Engels’sche Satz umgestülpt.“
(aus: Gruppe Rheinische Zeitung, „Akademischer Kommunismus. Die Politik des AK München“, Rheinische Zeitung Nr. 4/5, Bonn 1976, S.30)

In ihrer Ablehnung, die eigene Geschichte und Existenz als Organisation als Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse und historischer Prozesse zu sehen, hat die MG viel mit dem Mainstream der Kirchen- und Theologiegeschichtsschreibung gemeinsam.

2.) Warum der morgige, in den USA gefeierte Thanksgiving Day kein Feier- sondern ein Trauertag ist, aus einem Text der United American Indians of New England:

„Why do hundreds of people stand out in the cold rather than sit home eating turkey and watching football? Do we have something against a harvest festival?

Of course not. But Thanksgiving in this country — and in particular in Plymouth –is much more than a harvest home festival. It is a celebration of the pilgrim mythology.

According to this mythology, the pilgrims arrived, the Native people fed them and welcomed them, the Indians promptly faded into the background, and everyone lived happily ever after.

The truth is a sharp contrast to that mythology.

The pilgrims are glorified and mythologized because the circumstances of the first English-speaking colony in Jamestown were frankly too ugly (for example, they turned to cannibalism to survive) to hold up as an effective national myth. The pilgrims did not find an empty land any more than Columbus „discovered“ anything. Every inch of this land is Indian land. The pilgrims (who did not even call themselves pilgrims) did not come here seeking religious freedom; they already had that in Holland. They came here as part of a commercial venture. They introduced sexism, racism, anti-lesbian and gay bigotry, jails, and the class system to these shores. One of the very first things they did when they arrived on Cape Cod — before they even made it to Plymouth — was to rob Wampanoag graves at Corn Hill and steal as much of the Indians‘ winter provisions of corn and beans as they were able to carry. They were no better than any other group of Europeans when it came to their treatment of the Indigenous peoples here. And no, they did not even land at that sacred shrine called Plymouth Rock, a monument to racism and oppression which we are proud to say we buried in 1995.

The first official „Day of Thanksgiving“ was proclaimed in 1637 by Governor Winthrop. He did so to celebrate the safe return of men from the Massachusetts Bay Colony who had gone to Mystic, Connecticut to participate in the massacre of over 700 Pequot women, children, and men.

About the only true thing in the whole mythology is that these pitiful European strangers would not have survived their first several years in „New England“ were it not for the aid of Wampanoag people. What Native people got in return for this help was genocide, theft of our lands, and never-ending repression. We are treated either as quaint relics from the past, or are, to most people, virtually invisible.“

3.) Die Reichspartei des Deutschen IT-Mittelstandes Piratenpartei erweist sich einmal wieder als Recycling-Anlage für Kriegspolitiker … ausserordentlich putzig ist dabei die Begründung von Angelika Beer für den Eintritt:

„Als politisch denkender Mensch finde ich mich dort wieder.

In der Partei gibt es einen offenen Diskurs. Die Mitglieder besprechen sich zum Beispiel an Stammtischen. Da werden gemeinsame Positionen erarbeitet – und die Piraten können so schnell und unmittelbar handeln.“

und wahrscheinlich wird auch Beers Anregung von vor knapp 10 Jahren, für deutsche Soldaten im Kosovo Feldbordelle einzurichten in der Männerpartei Piratenpartei auf Akzeptanz stossen, oder?

4.) Zwei kritische Stellungnahmen zu Tendenzen der derzeitigen Studiproteste:

* revolta – antikapitalistische linke an der uni jena: Wohin geht der Bildungsstreik? Eine Kritik an den Jenaer Verhältnissen

* Revolutionär Sozialistisches Forum (RSF) Wuppertal: Besetzung oder Kaffeeklatsch?

„Eine Versammlung auf der AStA-Ebene beschloss, den (vergleichsweise kleinen) Hörsaal 21 zu besetzen, wobei einige der Beteiligten eine recht eigenwillige Vorstellung davon hatten, wie eine „Besetzung“ aussieht. Es wurde vorgeschlagen, den Hörsaal zu „besetzen“, allerdings ohne dass dies irgendwelche Auswirkungen hat, es sollten sogar die regulären Vorlesungen weiterhin planmäßig stattfinden.“

5.)

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Bremen: Solidaritätsmarsch für die mehr als 160 Getöteten und 1000 Verletzen in Guinea (Conakry)

Posted by entdinglichung - 25. November 2009

Quelle: Karawane für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen:

GUINEA (CONAKRY): LAUTLOS TÖTET DIE MILITÄRJUNTA…MEHR ALS 160 TOTE, ÜBER 1000 VERLETZTE


AUFRUF ZUM SOLIDARITÄTS- UND PROTESTMARSCH AM 27. NOVEMBER 2009, 16 UHR BREMEN HAUPTBAHNHOF

DER ANLASS FÜR UNSER ZUSAMMENTREFFEN IST:

Am 28. September 2009 hat die gesamte Welt die Massaker mit angesehen, die die Militärjunta, die seit dem Tod des ehemaligen Diktators General Präsident Lansana Konté im Dezember 2008 an der Macht ist, verübt hat. Unter dem Befehl des Junta-Anführers und selbst ernannten Präsidenten von Guinea, Captain Dadis Moussa Camara, schossen Soldaten aus nächster Nähe auf die unbewaffnete Bevölkerung. Es sind dieselben Soldaten, die auch Frauen vergewaltigt haben. Der Höhepunkt des Grauens war, dass mit den Enden ihrer Gewehre, mit Bajonetten oder anderen Waffen, die sie bei sich hatten in die Genitalien der Frauen eingedrungen sind. Diese tragischen, traumatischen und schockierenden Ereignisse haben sich am 28. September 2009 im Omnisport Stadion in Conakry abgespielt. In Conakry, der Hauptstadt der Republik Guinea in Westafrika hatten Opposition, Gewerkschaften und Menschenrechtsorganisationen bereits zum Protest gegen die Bestrebungen des „Putsch-Captains“ aufgerufen. Er wollte sich bei den kommenden, von ihm selbst organisierten Präsidentschaftswahlen zur Wahl stellen und die Macht übernehmen und das trotz seiner Zusage, nicht an dieser Wahl teil zu nehmen.

Seit diesem traurigen Tag, dem 28. September 2009, fragen sich die Guineer im In- und Ausland wie es weiter gehen soll in ihrem Land, dass von der katastrophalen Herrschaft des Diktators Lansana Conté ruiniert wurde. Die Lage der Guineer hat sich plötzlich verfinstert. Die Demokratie, die Captain Dadis Moussa Camara und seine Gefährten, die Generäle Sekouba Konate, Toto Mamadouba Camara, der Kommandant Jean Claude Pivi, und ein weiterer Captain, Musa Camara Tiegboro errichten wollten war tot als sie noch nicht einmal richtig eingeführt war. Viele Familien betrauern bis heute ihren Vater, Mutter, Schwester oder Bruder. Die Verwandten wurden ermordet, ohne Begräbnis oder noch schlimmer: sie verschwanden während der blinden und zynisch geplanten Repression der Junta oder der CNDD (Nationaler Rat für Demokratie und Entwicklung).

Die Söhne und Töchter Guineas, die aufgrund von verschiedenen Militärregimes und Barbaren, die seit mehreren Jahrzehnten gewaltsam das Leben der Guineer regieren im erzwungenen Exil in Bremen leben, in Zusammenarbeit mit der KARAWANE für die Rechte der Flüchtlinge und MigrantInnen laden alle diejenigen ein, die ihre Solidarität mit den leidenden Menschen in Guinea kundtun möchten und die Barbarei und die Diktatur von Moussa Camara Dadis und seiner herrschenden Junta verurteilen möchten, sich dem Marsch anzuschließen, der am Freitag, dem 27. November 2009 in Bremen um 16 Uhr vor dem Hauptbahnhof beginnt.

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