Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Aufruf zu Protesten gegen Feierlichkeiten des islamistischen Regimes im Iran

Posted by entdinglichung - 3. Februar 2010

Einen herzlichen Dank an die GenossInnen für das Zusenden des nachfolgend dokumentierten Aufrufes (als pdf-Datei hier), weitere Informationen zu den Protesten am 9. und 11. Februar bei Cosmoproletarian Solidarity, laufend aktualisierte Berichterstattung zur Situation im Iran u.a. auf Street Journalist, Ali Schirasi, LabourStart und Révolution en Iran:

Spucken wir ihnen in die Suppe!

Die Jubiläumsfeier des iranischen Regimes verhindern!

Am 11. Februar jährt sich der 31. Jahrestag der „Islamischen Revolution“ im Iran. Die islamische Republik nimmt diesen Tag zum Anlass ihr Bestehen zu feiern. Bereits zwei Tage zuvor, am 09. Februar, soll es eine Jubiläumsfeier im Berliner Maritim Hotel geben. Dazu sind zahlreiche BotschafterInnen, UnternehmerInnen, PolitikerInnen und den islamistischen Parteien nahestehende Gruppierungen eingeladen.
Proteste sind von einem bereiten politischen Spektrum ab 17:00 Uhr vor dem Hotel Maritim angekündigt.

31 Jahre blutiger Unterdrückung, Folter, Verhaftungen und Hinrichtungen sind 31 Jahre zu viel! Das einzige, was es zu feiern gibt, sind 31 Jahre Widerstand gegen dieses menschenverachtende Regime.

Mehr als sieben Monate nach der Präsidenten-„Wahl“ protestieren im Iran weiterhin zigtausende Menschen – unter großer Gefahr für Leib und Leben. Sie kämpfen, weil sie den Machenschaften der islamischen Terror-Herrscher nicht mehr tatenlos zusehen wollen.

Das Regime versucht mit Verhaftungen, militärischen Angriffen auf die Protestierenden, Hinrichtungen und Mord weitere Proteste zu unterbinden. Jede Teilnahme an Protest-Aktivitäten wird mit den Straftaten „ausländischer Agententätigkeit“ oder „sozialistischer bzw. kommunistischer Betätigung“ gleichgesetzt, was nach dem iranisch-islamischem Gesetz als Gotteslästerung betrachtet wird und mit Hinrichtung bestraft werden kann. Am Mittwoch, den 27.Januar 2010 sind zwei Menschen als „Feinde Gottes“ hingerichtet worden und 63 weitere Hinrichtungen stehen in der nächsten Zeit unmittelbar bevor. Die Protestbewegung hat sich bis jetzt jedoch nicht einschüchtern lassen.

Das Maritim Hotel ist aufgefordert, keine Räumlichkeiten für die Vertreter des islamischen Regimes zur Verfügung zu stellen! Wir werden die geplanten Feierlichkeiten dieses mörderischen Regimes und seiner Sponsoren gemeinsam verhindern.

Im Iran wollen zur gleichen Zeit Menschen, trotz offiziellen Verbots und massiver Mord-Drohungen auf die Straße gehen, um gegen die Selbst-Beweihräucherung des Regimes zu protestieren.

Die Botschafter und ihre Sponsoren sabotieren !

Das Regime setzt seine Botschafter in Gang: Sie vereinbaren neue Verträge und Handels-abkommen; sie referieren in Vorträgen über die Friedfertigkeit und das humanitäre Denken des schiitischen Islams. Und die VertreterInnen der „westlichen Demokratien“ spielen bei dieser Inszenierung mit. Das verbrecherische Handeln wird hierbei verleugnet.

Die geplanten Protestaktionen richteten sich nicht nur gegen das islamische Regime im Iran, sondern auch gegen dessen Sponsoren. Sämtliche Technologien, die das iranische Regime zur Zeit zum Zweck der Massenunterdrückung verwendet, stammen von europäischen, insbesondere von deutschen Firmen wie Daimler, Siemens, Heckler& Koch, Nokia und Linde.

Diese blutigen Geschäfte sind nur mit Genehmigung der politischen Eliten in Deutschland möglich.

Gleichzeitig werden iranische Flüchtlinge in Deutschland weit weniger zuvorkommend behandelt. Die rassistische deutsche Einwanderungspolitik droht nicht nur iranischen Flüchtlingen und MigrantInnen mit Abschiebung und Haft sondern schikaniert sie auch in vielen Lebensbereichen.

Hier gilt die kapitalistische Verwertungslogik: “Wer uns nutzt, darf bleiben, wer nicht, wird in Folter und Gefängnis abgeschoben”.
Die Infrastrukturen, die dieses verbrecherische System militärisch stabilisieren helfen, müssen sabotiert und angegriffen werden!

Wir werden ihnen bei diesen Feierlichkeiten in Berlin und anderswo in die Suppe spucken!
Zeigt eure praktische Solidarität mit dem iranischen Widerstand und setzt euch für die Inhaftierten ein!

Geplante Aktionen:

Dienstag, den 09.02.2010, um 17 Uhr vor dem Maritim Hotel,
Stauffenbergstr 26,
10785 Berlin-Tiergarten

Donnerstag, den 11.02.2010, um 14 Uhr,
Demo von der Uni Frankfurt zum Römerplatz

Hintergrundinformation:

Mehr als sieben Monate nach der Präsidenten-„Wahl“ protestieren im Iran weiterhin zig Tausende Menschen – unter großer Gefahr für Leib und Leben. Die Protestbewegung hat sich nach und nach radikalisiert und dabei auch rasant in viele Städte ausgeweitet: Am 27. Dezember gingen Zehntausende in mehreren Städten gegen die klerikale islamische Herrschaft auf die Straße. Diesmal waren die Protestierenden nicht mehr nur Opfer. Die ersten Attacken der Basiji-Milizen und der Polizei wurden zurückgeschlagen. Motorräder und Autos der staatlichen Einheiten gingen in Flammen auf, Polizeistationen wurden angegriffen, Barrikaden gebaut und öffentliche Hinrichtungen blockiert.
Systemtreue, reformorientierte Kräfte wie Musawi, Karrubi , Khatami etc., die sich lediglich kleine Korrekturen im System wünschten, haben schon längst aufgegeben und die Regierung Ahmadinedjad mit dem oberstem Religionsführer Chameneie im Hintergrund wieder anerkannt und sich mir ihr versöhnt.
Alle Eliten des faschistischen Regimes fürchten die entstandene Bewegung und sehen sich jetzt genötigt, einen Ausweg zu finden, um die Ordnung des islamischen Systems aufrecht zu erhalten! Hier zeigt sich, dass die Ursachen der Unzufriedenheit mit der „Islamischen Republik“ tief liegen. Die Ablehnung des willkürlich handelnden Regimes im Iran seitens eines großen Teils der Bevölkerung wächst seit Jahren aufgrund der massiven sozialen und politischen Unterdrückung.

Eine strikte Privatisierungspolitik, Massenarbeitslosigkeit, Nichtauszahlung von Löhnen, Niedriglöhne, Kinderarbeit und die doppelte Ausbeutung der iranischen Frauen (ihr Einkommen beträgt 30% weniger als der Durchschnittslohn) und die Streichung der Subventionen bei Lebensmitteln und Benzin – Die Inflationsrate beträgt gegenwärtig 29%. Viele Familien müssen mit zwei oder drei Jobs ihren Lebensunterhalt bestreiten.
Betroffen sind ArbeiterInnen, Jugendlichen und mehr die ärmeren Menschen.Es wurde in letzten Zeit beinahe eine halbe Million ArbeiterInnen entlassen. Immer öfter streiken ArbeiterInnen für die Auszahlung ihrer Löhne und das Regime geht brutal dagegen vor. Freie Gewerkschaften sind verboten und trotzdem werden immer wieder neue gegründet. Viele Gewerkschaftsaktivisten sitzen im Gefängnis, werden gefoltert und sind ohne jegliche medizinische Hilfe, wie es zur Zeit Akut bei dem Arbeiteraktivisten Majid Hamidi in Stadt Sanandaj der Fall ist.
Nicht ohne Grund – die islamische Republik Iran ist, auch wenn sich ihre Regierung hinter der religiösen Maske einer „Republik der Armen“ versteckt, ein kapitalistischer Staat und als solcher vertritt er zuerst und vor allem die Interessen des iranischen Kapitals. Korruption ist heute so allgegenwärtig wie bereits seit Jahrzehnten.

Menschen kämpfen weiter , weil sie den Machenschaften der islamischen Terror-Herrscher im Iran nicht mehr tatenlos zusehen wollen. Mit dem Straßenkampf verdeutlichen sie ihre Sehnsucht nach Würde, Freiheit und Selbstbestimmung.

Internet-Links zum Selber-Informieren:
http://www.labournet.de/internationales/iran/index.html
http://www.sozialismus.info/?swid=148
http://www.wildcat-www.de/wildcat/85/w85_iran.htm

3 Antworten to “Aufruf zu Protesten gegen Feierlichkeiten des islamistischen Regimes im Iran”

  1. bbaran77 said

    http://www.securityconference.de/Muenchner-Sicherheitskonferenz-2010.muenchnersicherheit.0.html

    ab heute motteki in München

    bitte alle art protest e-mail telefon FAX

    ———————————————-

    Heute Abend : Moderator Stefan Kornelius, Leiter der Außenpolitikredaktion der Süddeutschen Zeitung.

    E-Mail: redaktion@sueddeutsche.de

  2. […] bbaran77 bei Aufruf zu Protesten gegen Feierlichkeiten des islamischistischen Regimes im IranElmshorn – Blog – 01 Feb 2010 bei (fällt aus) 03.02.2010 Zeitzeugenbericht von Esther Bejarano […]

  3. CosmoSol said

    In Berlin wird heute Abend ab 17:00 Uhr vor der Botschaft der I.R.I. (Podbielskiallee 67) demonstriert werden. Die Kontrarevolutionsfeierlichkeit im Maritim Hotel ist gecancelt worden; es wird nun einen Empfang in der Botschaft geben.

    Am 11. Februar wird es zwischen 11:00 und 17:00 Uhr Protest vor dem Konsulat (Raimundstr. 90) geben; es liegt nahe, die Demonstration vom Römerplatz bis zum Konsulat fortzusetzen.

    Solidarische Grüße

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