Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Bullenrepression gegen Soziales Zentrum Norderstedt

Posted by entdinglichung - 25. Mai 2010

Die nachfolgend dokumentierte Pressemeldung des Sozialen Zentrums (SZ) in Norderstedt trudelte via e-mail ein; auch das Hotel am Kalkberg (HaK) in Bad Segeberg steht derzeit unter starkem Druck und soll seinen Vertrag nicht verlängert bekommen:

Pressemitteilung vom Sozialen Zentrum Norderstedt e.V. zum Polizeieinsatz am 22.5.2010

Am 22.5.2010 veranstaltete das Soziale Zentrum Norderstedt ein Konzert in seinen Räumlichkeiten im Garstedter Industriegebiet. Im Verlauf der Veranstaltung erschien die Polizei um eine „Ruhestörung“ zu unterbinden. Daraufhin wurden Türen und Fenster komplett geschlossen und den Beamten das voraussichtliche Ende der Live-Musik mitgeteilt. Etwa eine Stunde später, als die letzte Band ihren Auftritt bereits beendet hatte, erschien die Polizei erneut auf dem Gelände und forderte die Veranstalter auf, die noch anwesenden Besucher_innen nach Hause zu schicken. Auf die kommunikativen Bemühungen der Veranstalter wurde dabei nicht mehr eingegangen, sondern schnell mit der Räumung begonnen. Die Polizist_innen gingen dabei aggressiv gegen die Besucher_innen vor und drängten sie mit Hilfe von Hunden vom Zentrum weg.

Als Verein sind wir über dieses eskalierende Vorgehen entsetzt. Aus unserer Sicht kann spätestens mit dem Ende der Live-Musik nicht mehr von einer „Ruhestörung“ die Rede gewesen sein. Die Besucher_innen saßen lediglich gemütlich im Garten zusammen, um die Veranstaltung ausklingen zu lassen. Dabei gab es nicht einmal mehr Musik von einer Anlage. Vor diesem Hintergrund sehen wir keinen Anlass für ein derartig provozierendes und unangemessenes Auftreten seitens der Polizei.

Der Verein Soziales Zentrum e.V. bietet Raum für politische und kulturelle Veranstaltungen wie Filmvorführungen, Kneipenabende, Infoveranstaltungen und eben auch Konzerte. Diese sind zentraler Bestandteil unserer Arbeit und unverzichtbar, um den kulturellen Austausch zu fördern, Möglichkeiten zum Mitmachen zu bieten, Raum für eigene Aktivitäten und Projekte zu schaffen und kostendeckend arbeiten zu können. Es ist für uns nicht hinnehmbar, dass sich Besucher_innen durch das Auftreten der Polizei bedroht fühlen und so Veranstaltungen im SZ in Zukunft womöglich aus Angst nicht wahrnehmen können.

Für uns ist die Vereinsarbeit momentan ohnehin schwierig, da weitere Räumlichkeiten für politische und kulturelle Arbeit bis zum jetzigen Zeitpunkt noch fehlen. Polizeieinsätze wie der vom vergangenen Wochenende schränken unsere Vereinsarbeit unnötig zusätzlich ein.

Das nächste Konzert von uns ist geplant für Samstag, den 12.06.2010. Für diese Veranstaltung wünschen wir uns einen reibungslosen Ablauf und werden aus diesem Anlass rechtzeitig ein Kontakttelefon einrichten, worüber eventuelle Beschwerden direkt an uns herangetragen werden können. Auf diese Weise möchten wir unseren Teil dazu beitragen, rechtzeitig auf die Bedürfnisse der Anwohner_innen einzugehen und Szenarien wie das vom letzten Wochenende zu vermeiden. Umgekehrt erwarten wir von der Polizei, dass auch sie ihren Teil dazu beiträgt, die Situation nicht zu eskalieren.

Eine Antwort to “Bullenrepression gegen Soziales Zentrum Norderstedt”

  1. […] von entdinglichung am 3. Juni 2010 nach der Bullenprovo vom 22. Mai gegen das SZ könnte zahlreiches Erscheinen sinnvoll […]

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