Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 25. Oktober 2010

Zwei Aufrufe zur Solidarität mit den Streikenden in Frankreich

Posted by entdinglichung - 25. Oktober 2010

Quellen der nachfolgend dokumentierten Aufrufe Grève générale (in weiteren Sprachen bei Bataille Socialiste) und LabourNet … weitere Updates zur derzeitigen Bewegung in Frankreich hier, hier, hier, hier, hier und hier

Werktätige der Welt unterstützt den Streik der Arbeiter in Frankreich

Seit 6 Wochen agieren die französischen Arbeiter gegen die so genannte Renten’reform’. Bis zu 3,5 Millionen Menschen demonstrieren auf den Strassen; tausende von Unternehmen und Arbeitsplätzen werden bestreikt; täglich werden Strassen in allen wirtschaftlich wichtigen Zentren blockiert. Sehr imponierend ist der Streik in den Ölraffinerien, der eine Benzinkrise hervorrufen soll und von den französischen Arbeitern unterstützt wird.

In Frankreich zu streiken bedeutet, seinen Lohn zu verlieren, da hier weder Solidaritätskassen noch ein von den Gewerkschaften bezahlter Lohnausgleich zur Tradition gehören. Das ist einer der springenden Punkte beim Streik, denn zahlreiche Arbeitnehmer überlassen es deshalb denen anderer Sektoren, an ihrer Stelle zu streiken. Doch jetzt haben Gewerkschaften und Gruppen der Arbeiterbewegung begonnen, zu einem Solidaritätsfonds aufzurufen, damit der Streik Wochen und, wenn nötig, Monate dauern kann.

Sarkozys Regierung will eine Blockade der Benzinversorgung und eine totale Lahmlegung der Wirtschaft verhindern. Dazu benutzt er alle Mittel, darunter auch den Import von Treibstoff. Die belgische Gewerkschaft CGSP hat schon erklärt, dass sie zum Streik aufrufen wird, um jeden Versuch, Benzinexporte aus Belgien oder auf der Durchfahrt durch Belgien zu stoppen, um die französischen Arbeiter im Kampf gegen Sarkozys Regierung zu unterstützen.

In Brasilien und England haben Arbeiter aus Solidarität mit den französischen Arbeitern Demos vor den französischen Botschaften organisiert, Organisationen haben ihre Solidarität schriftlich zum Ausdruck gebracht. Es ist wichtig, eine internationale Solidarität zu organisieren, da unsere Klasse überall dieselben Kämpfe führt.

Deshalb rufen wir weltweit die Organisationen der Arbeiterbewegung auf,

  • ihre Solidarität mit der Streikbewegung in Frankreich zum Ausdruck zu bringen
  • Demos vor den Botschaften, Konsulaten und französischen Unternehmen zu organisieren
  • zum Streik aufzurufen gegen jeden Versuch, Öl nach Frankreich auszuführen und die Ausfuhr zu blockieren
  • die streikenden Arbeiter in den wirtschaftlich strategisch wichtigsten Sektoren (z.B. Ölraffinerien) finanziell zu unterstützen

Arbeiterkommunistische Initiative (Initiative Communiste-ouvrière) – www.communisme-ouvrier.info
E-mail : contact@communisme-ouvrier.info – (00 33) 6 17 56 01 74
Workers Party in America – www.workers-party.com
Red Star Society of the United States – www.redstarsociety.com

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Rentenreform in Frankreich: Aufruf zur materiellen Solidarität mit den Streikenden

Dieser Aufruf wurde auf der Seite www.mediapart.fr veröffentlicht.
Übersetzung durch Daniel Bonnard.

Der soziale Protest gegen die Rentenreform weitet sich aus. Trotz ihrem Massencharakter und der Aktionseinheit werden die Demonstrationen allein die Herrschenden nicht zur Rücknahme ihres Gesetzespakets zwingen. Deswegen suchen Streikende und Bürger_innen nach alternativen Aktionsmitteln, um sich Gehör zu verschaffen. Auch wenn die Nationalversammlung und der Senat diese Reform beschließen, ändert sich nichts daran. Denn wenn die Abgeordneten diese ungerechte und unrechtmäßige Reform gegen den Bevölkerungswillen verabschieden, missachten sie Grundprinzipien der Demokratie.

Jeden Tag wird die Zahl der Lohnabhängigen und Bürger_innen in vielen großen, mittleren und kleinen Städten Frankreichs größer, die sich zum Widerstand gegen die Regierungspolitik entscheiden: Lehrer_innen, Schüler_innen, Studierende, Lkw-Fahrer_innen sowie Beschäftigte der SNCF, der Flughäfen, der Raffinerien und Häfen. Es wird möglich, das Wirtschaftssystem des gesamten Landes lahm zu legen.

Hier spielt Geld eine strategische Rolle. Es ist notwendig, den Streikenden zu helfen, damit sie durchhalten können, um diese ungerechte und niederträchtige Reform zu bekämpfen. Wer nicht streiken kann, hat die Möglichkeit, durch finanzielle Unterstutzung Solidarität zu zeigen, selbst mit bescheidenen Beiträgen. Bereits gibt es zahlreiche Initiativen dieser Art, sie sollen aber weiter ausgeweitet werden.

Wir rufen alle dazu auf, die in der Streikbewegung involvierten Gewerkschaften mit Spenden zu unterstützen.

Die Seite Solidaires pour une grève efficace (Solidarisch für einen wirksamen Streik) ( http://bizimugi.eu/grevesolidaire ) verzeichnet schon manche ähnliche Initiativen. Es besteht die Möglichkeit, neue Initiativen zu melden. Wir rufen zudem die Bürger_innen, die diese Reform ablehnen, dazu auf, sich mit den Gewerkschaften ihrer Region in Verbindung zu setzen.

Folgende Gewerkschaften rufen bereits zur Solidarität auf: la Fédération Nationale des Industries Chimiques (FNIC-CGT, case 429, 263 rue de Paris, 93514-Montreuil), SUD-Chimie (6 rue Louis Blanc, 76000-Rouen), les syndicats de Total (Coordination CGT Total, Christine Kipfer, A0102, 24 cours Michelet, La Défense 10, 92069 Paris La Défense Cedex), (SUD-Rail (17 bd de la Libération, 93200-Saint-Denis), la CGT-Cheminots (263 rue de Paris, 93514-Montreuil), la CFDT Route (FGTE-CFDT-UFR, 47-49 avenue Simon Bolivar, 75019-Paris)

Gemeinsam haben wir die Macht, die Arroganz und die Menschenverachtung der Regierung scheitern zu lassen.

21 Oktober 2010. Unterzeichnet durch Aktivist_innen von Gewerkschaften, Vereinen und linken politischen Organisationen, u.a.: Clémentine AUTAIN (FASE), Jean-Jacques BOISLAROUSSIE (Alternatifs), Benoît BORRITS (Alternatifs), Pierre CONCIALDI (ATTAC), Marie COSNAY, Thomas COUTROT (ATTAC), Leïla CHAIBI (l’Appel et la Pioche), Michel HUSSON (ATTAC), Jean-Vincent JEHANNO (Conseiller Régional Rhône-Alpes PG), Adrien KEMPF (« Grève solidaire »), Christine KIPFER (Coordination CGT Total), Frédéric LORDON (ATTAC), Abdel MABROUKI (Stop Précarité), Xavier MARCHAND (FASE), André MARTIN (co-animateur du site http://www.retraites-enjeux-debats.org/ ), Evelyne PERRIN (AC !, FASE)…

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Freiheit für Zhao Dong-min!

Posted by entdinglichung - 25. Oktober 2010

Quelle des nachfolgend dokumentierten Artikels: China Labour Bulletin, hat tip to Frontlines of Revolutionary Struggle


Worker activist sentenced to three years in jail – scholars demand release

A well-know labour activist was sentenced on 20 October to three years in jail for “gathering a crowd to disrupt social order” (聚众扰乱社会秩序罪), according to media reports.

Zhao Dongmin was arrested on 19 August last year after organizing more than 380 workers from about 20 state-owned enterprises (SOEs) to form a labour rights group tasked with overseeing and monitoring SOE restructuring, and reporting corruption and abuses of power.

The Shaanxi Union Rights Defence Representative Congress was formally banned by the municipal government of Xi’an on 27 July, after which Zhao wrote an open letter protesting the action to the State Council, the municipal, provincial and central committees of the Chinese Communist Party. He was arrested 18 days later.

Since his arrest, Zhao’s case has been taken up by an increasingly vocal group of supporters, many of whom share his leftist political views. Zhao was the head of the Shaanxi Mao Zedong Thought Study Group, one of several Maoist groups in China that seek the restoration of a more egalitarian, fair and just society.

More than 50 scholars signed a petition this month stating that Zhao was not only innocent but had performed meritorious service (无罪有功) and that his arrest mocked the rule of law and insulted trade union organizers.

Zhao’s three year sentence is on the upper-end of the scale for labour activists. Unlike a decade ago when five or ten year sentences were not uncommon, the authorities nowadays tend to use threats, harassment and short-term detention rather than criminal trials and prison terms to suppress labour groups and activists. It is perhaps Zhao’s Maoist allegiances therefore that led to his relatively heavy sentence on this occasion.

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Radical Anthropology, Nr. 4, Oktober 2010

Posted by entdinglichung - 25. Oktober 2010

Die neue Radical Anthropology der Radical Anthropology Group als pdf-Download hier (7,3 mb) … wir sind alle Neandertaler!

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