Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Furchtbar gemein sowas …

Posted by entdinglichung - 9. März 2011

echt fies … gefunden dank Emanzipation Oder Barbarei …: „… das ist ’n Mensch, der Deutschland verteidigen kann … das ist einfach ein netter sympathischer Mensch … der hat einen geilen Job gemacht …“

Eine Antwort zu “Furchtbar gemein sowas …”

  1. Unzeit-gemäß said

    Zu den Aspekten Leistungsprinzip und Refeudalisierung:

    Das Leistungsprinzip galt für Bourgeoise in Wirklichkeit ja noch nie (für die Besitzlosen hingegen notgedrungen schon immer, auch schon vor dem Kapitalismus). Im 19ten Jahrhundert wurde die Tatsache, dass es beim Kapitalist-sein nicht primär um Leistung, sondern um Besitzen geht, noch recht unverblümt zum Ausdruck gebracht: Man sprach von den „besitzenden Classen“, erst später rückten Ausdrücke wie „schaffendes Kapital“ oder „Leistungsträger“ in den Vordergrund (Auch die synonyme Verwendung von „bezahlen“ und „leisten“ im kaufmännischen Sprachgebrauch verweist darauf, dass mit dem bürgerlichen Leistungsprinzip ursprünglich nicht die Verherrlichung von persönlicher Anstregung und Mühsal gemeint war.)

    Die Erhebung des Leistungsgedankens (i.S.v. von harrrter Arrrbeit) zur Norm vorgeblich der GESAMTbevölkerung ging m. A. n. im Wesentlichen von der Sozialdemokratie aus. Für Arbeiter und Kleinbürger war der Gedanke der Leistungs- und Chancengerechtigkeit reizvoll, da er gewisse Aufstiegsmöglichkeiten versprach, und der politische Druck dieser Schichten führte dazu, dass die Bourgeoisie dem Arbeiter als solchen vordergründig Respekt erweisen musste (Beispiel: Arbeiterkult des dt. Faschismus, aber auch in den USA die rituelle Beschwörung der „hard working families“ und des „self made man“) und den Anschein von allzuviel Vetternwirtschaft und Müßiggang vermeiden musste.

    Neu ist seit ein paar Jahren, dass wieder ganz offen zweierlei Maßstabe von Fleiß und Korrektheit für die da oben und die da unten gelten. Auf das Leistungsprinzip öffentlich pfeiffen dürfen ungestraft ja nur Leute wie Guttenberg, Dieter Bohlen und Heidi Klum, keineswegs Otto Normalarbeiter.

    Die Erklärung dafür, dass dies wieder möglich ist, scheint mir darin zu liegen, dass Arbeiter und Kleinbürger heute selber gar nicht mehr auf dem Prinzip der Leistungsgerechtigkeit rumreiten und keinen politischen Druck dahingehend mehr entwickeln, weil sie damit keinen Nutzen mehr (i.S.v. von Aufstiegschancen) für sich verbinden (Niedergang der Sozialdemokratie, Rückgang der sozialen Mobilität).

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