Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 21. April 2011

Theaterverbot am Karfreitag?!

Posted by entdinglichung - 21. April 2011

Offenbar scheinen nach BRD-Recht am Karfreitag zum „Schutz der seelischen Erhebung“ Theater- und Opernveranstaltungen (ausgenommen Passionsspiele) weiterhin untersagt zu sein:

„Vor allem in Nordrhein-Westfalen ist es in den letzten Wochen zu Diskussionen über einzelne für den Karfreitag angesetzte Theateraufführungen gekommen. So war die Aalto-Oper in Essen gezwungen, eine Premiere von Puccinis „Madame Butterfly“ zu verschieben. In Düsseldorf hat das Theater an der Kö seine Vorstellung absagen müssen.“ (Quelle: Blasphemieblog reloaded)

Wäre es daher nicht angebracht, zum nächsten Karfreitag dieses „Verbot“ koordiniert zu durchbrechen und vielleicht folgende Stücke zur öffentlichen Aufführung zu bringen?

* Bertolt Brecht: Der gute Mensch von Sezuan oder Leben des Galilei

* Oskar Panizza: Das Liebeskonzil

* Samuel Beckett: Warten auf Godot

* Hermann Essig: Der Schweinepriester

* Igor Strawinski: Le Sacre du Printemps (zusätzlicher Verstoss gegen das Tanzverbot?!)

* Euripides: Die Bakchen (zumal gute Chancen bestehen, dass sich Karfreitag und die Grossen Dionysien überschneiden und ein Verbot Letzterer auch gegen die Religions- und Weltanschauungsfreiheit verstossen würde)

* …

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Step Softly

Posted by entdinglichung - 21. April 2011

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Update zum Prozess gegen Aris Seirinidis und zur internationalen Solikampagne

Posted by entdinglichung - 21. April 2011

Quelle des nachfolgend dokumentierten Artikels: Webseite der Revolutionär Sozialistischen Organisation (RSO)

Aris Seirinidis: Neues vom Prozess und von der Kampagne

Geschrieben von Eric Wegner (RSO Wien), Mittwoch, 20 April 2011

Der skandalöse Prozess, den der griechische Staat gegen der antikapitalistischen Aktivisten Aris Seirinidis inszeniert, ist um eine üble Facette reicher. Gleichzeitig ist es gelungen, die Solidaritätskampagne über Europa hinaus auszudehnen – vor allem nach Argentinien.

Skandalprozess

Der Prozess gegen Aris Seirinidis (wir haben berichtet ) war nahezu fertig abgewickelt. Sämtliche Belastungszeugen, die die Polizei aufbieten konnte, hatten bereits ausgesagt, der Hauptzeuge der Polizei war plötzlich verschwunden und angesichts der jämmerlichen „Beweise“ sah die Sache für Polizei/Justiz nicht gut aus. Es war abzusehen, dass sie bei den Geschworenen niemals einen Schuldspruch hinkriegen.

Deshalb haben sie jetzt zu einem neuen Trick gegriffen. Es war schon die ganze Zeit die Taktik des Repressionsapparates, den Prozess möglichst zu verschleppen, um Aris zumindest möglichst lange im Gefängnis halten zu können. So lagen zwischen den einzelnen Verhandlungen jeweils bis zu 20 Tage. Jetzt haben sie diese Taktik auf die Spitze getrieben: Die Richterin hat sich für ein Monat krank gemeldet – und das gibt dem Staat das Recht, die Richterin auszutauschen. Mitausgetauscht werden auch gleich die Geschworenen, mit denen es für die Anklage nicht so gut gelaufen ist, und der Prozess wird völlig neu, also von Anfang an, gestartet.

Und da die neue Richterin Einarbeitungszeit braucht, geht’s erst im Juni neu los und dann ist bald die übliche Sommerpause der griechischen Justiz. Auf diese Weise versuchen sie, wenn sie Aris schon nicht verurteilen können, ihn zumindest bis nach dem Sommer in Haft zu halten (und der Sommer ist im überfüllten Koridallos-Gefängnis in Athen angesichts der Hitze die unaushaltbarste Zeit. Der Antrag auf Enthaftung von Aris bis zur Neuauflage des Prozess wurde vom Gericht, unter Eliminierung der Geschworenen, abgelehnt.

Es ist offensichtlich, dass der Prozess gegen Aris selbst mit bürgerlich-demokratischen Minimalstandards nichts zu tun hat. In Griechenland sprechen viele Prozessbeobachter bereits von einer Annäherung an die rechtlichen Zustände in der Militärjunta. Es handelt sich um einen politischen Prozess, in dem mit allen Mitteln ein antikapitalistischer Aktivist aus dem Verkehr gezogen und seine Angehörigen und GenossInnen beschäftigt und schikaniert werden sollen. Für all diejenigen, die irgendwelche Illusionen in eine vermeintliche Neutralität von Staat und Justiz m Kapitalismus haben, ist der Prozess gegen Aris ein Lehrbeispiel für die bürgerliche Klassenjustiz.

Solidaritätskampagne ausgeweitet

Die von der RSO gestartete internationale Solidaritätskampagne für Aris wurde inzwischen fortgesetzt. Im deutschsprachigen Raum haben etliche weitere Personen unterschrieben, darunter Sonja Frey, Spielerin des österreichischen Handball-Nationalteams. In den USA unterschrieb Stephan Sturm, Mathematiker an der Princeton University.
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