Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 27. April 2011

Syrien: Die Partei der Kommunistischen Aktion ist wieder da!

Posted by entdinglichung - 27. April 2011

Wie The Angry Arab News Service berichtet, hat die antistalinistische, revolutionär-marxistische Partei der Kommunistischen Aktion/Hizb al-‚Amal al-Shuyu’i offenbar 35 Jahre Repression seitens des Baath-Regimes überlebt und nimmt an den Protesten teil … mehr zu den derzeitigen („gemischten“) Protesten in einem Artikel von Pepe Escobar (der von einem gewissen Einfluss der PKA bei den Protesten berichtet) auf Asia Times und bei Support Kurds in Syria … wie Tendance Coatesy berichtet unterstützt die stalinistische KP Syrien (Bakdash-Flügel) das Assad-Regime, welches ihr eine glorreiche Existenz als Blockpartei garantiert.

P.S.: Communiqué du NPA. Bachar-al-Assad dehors !

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Frauengruppe im Revolutionären Kampf (1973)

Posted by entdinglichung - 27. April 2011

Die stark von Lotta Continua beeinflusste Gruppe Revolutionärer Kampf (RK) in Frankfurt beinhaltete nicht nur Gestalten wie Fischer, Koenigs, Beltz, Cohn-Bendit, Schmid & Klinke sondern auch eine Frauengruppe: die Frauen im RK gehörten zu den ersten, welche autonome Frauenstrukturen in einer Gruppe der radikalen Linken durchsetzen konnte. Die vermutlich 1973 publizierte Broschüre Frauengruppe im Revolutionären Kampf (pdf-Datei, 11.7 mb) behandelt u.a die Erfahrungen der Gruppe wie auch Analysen zur Lage der proletarischen Frauen im Kapitalismus, zur Geschichte der Frauenbewegung und zu Ansätzen militanter Untersuchungen zum Thema:

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Anarchistische Gruppe/Rätekommunisten (AG/R): Keine Macht für niemand!

Posted by entdinglichung - 27. April 2011

Ein programmatischer Text der GenossInnen der AG/R, gefunden hier:

Eine anarchistisch-rätekommunistische Erklärung

Keine Macht für niemand!

Die Welt von heute wird strukturiert durch die Unterordnung des gesamten Lebens unter das kapitalistische Gewinnstreben.

Das Privateigentum an Produktionsmitteln führt zur privaten Aneignung gesellschaftlich erarbeiteten Reichtums. Während einige wenige von ihrem Besitz an Produktionsmitteln leben, arbeiten fast alle anderen für deren Gewinne. Dieses kapitalistische Ausbeutungs- und Unterdrückungsverhältnis existiert weltweit. Kriege werden zur Durchsetzung kapitalistischer Interessen auch in den hintersten Winkeln der Welt geführt. Kapitalismus ist die Ursache für Armut, Elend und Hunger.

Entbehrungen und Verzicht sind in weiten Teilen der Erde noch wesentlich verbreiteter als hierzulande. Aber auch in Deutschland verdient die große Mehrheit der Menschen ihr Geld mit Arbeiten, die ganz unabhängig vom Nutzen sind, den sie für die Arbeitenden haben könnten. Sie alle sind auf den Arbeitsmarkt geworfen, ihre Arbeitskraft ist nichts weiter als eine weitere Ware. So prägt der Kapitalismus das gesamte Leben: Der Großteil der Menschen ist seinen Regeln unterworfen, in denen es nie um ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse geht; nicht darum, ob, was und wie sie arbeiten wollen. Menschen arbeiten für Lohn oder Gehalt, weil sie dazu gezwungen sind, um Leben zu können. Was gearbeitet wird, bestimmen andere, der Einzelne wird zu einem Rädchen im Getriebe degradiert, dessen Wünschen und Wollen in dieser Arbeitswelt keine Rolle spielen.

Die aus diesen Bedingungen resultierende untergründige oder offen zu Tage tretende Unzufriedenheit mit dieser Art von Erwerbstätigkeit und ihren Ergebnissen macht Lohnarbeit – die doch das Leben dominiert – unerträglich. Um sie dennoch aushalten zu können, um gegen das Abstumpfen durch die Zumutungen des Arbeitsalltags anzukommen, suchen sich die meisten anderweitige Befriedigungen innerhalb des Arbeitsprozesses. Zu allererst ist der Austausch mit den KollegInnen zu nennen, die ein wichtiger Bezugspunkt für den Einzelnen sind und zu seinem sozialen Umfeld gehören. Zugleich aber werden KollegInnen oft auch als KonkurrentInnen betrachtet, mit denen man sich vergleicht, um die eigene Unentbehrlichkeit feststellen zu können. Ein weiteres Instrument dieser psychischen Aufbauleistung ist die Identifikation mit dem Unternehmen, für das man arbeitet. Ein Teil des betrieblichen Ganzen zu sein, verschafft innere Befriedigung. Desweiteren wäre der Stolz auf die erbrachte Leistung zu nennen, auf die gemeisterten Schwierigkeiten und die eigene Qualifikation, den Erwerb und Ausbau bestimmter Fähigkeiten. Die allermeisten Tätigkeiten erfordern spezialisiertes Wissen und eingeübtes Geschick, sind also in der Tat nicht unmittelbar und jederzeit zu ersetzen.

Diese gewissermaßen psychologische Aspekte zur Eigenmotivation werden von Unternehmensseite ausgenutzt, um die Leistungsbereitschaft der Belegschaften zu erhöhen. Dazu wurde ein beachtliches Instrumentarium geschaffen – von Konzepten der „Corporate Identity“ über individuelle und kollektive Zielvereinbarungen oder betriebsöffentliche Belobigungen bis hin zu einem ausgeklügelten Prämiensystem. Diese Maßnahmen korrespondieren mit den klassischen Methoden, mehr Einsatz aus den Beschäftigten zu erzwingen. Zahlreiche Unternehmen sind mit der Androhung von Versetzungen oder Entlassungen auch bei kleineren „Pflichtverletzungen“ schnell bei der Hand.

Während zum einen die Konkurrenz die einzelnen Unternehmen zu immer neuen Innovationen zwingt – die die Gesellschaft auf einen technischen Höchststand getrieben haben -, schränkt der ständige Kostendruck, also der Zwang für Unternehmen, möglichst billig zu produzieren, die Güte der Arbeitsergebnisse ein. Qualität wird nur da abgefordert, wo sie sich lohnt, d.h. den Profit erhöht. Auch das ist für die Arbeitenden eine Quelle ihrer Unzufriedenheit. Sie wissen, sie könnten es viel besser machen als sie dürfen, müssen aber das ständige Drängeln, schneller zu arbeiten, ertragen.

In einer von vielfachen Hierarchien durchzogenen Arbeitswelt wird Unterordnung zum Gesellschaft strukturierenden Prinzip. Ihre Arbeitsverhältnisse prägen Moral, psychische Dispositionen und Wertvorstellungen der Menschen, denn das Fehlen jeglicher Selbstbestimmung schüttelt niemand nach Verlassen von Büro, Werkstatt oder Fabrik einfach ab. Die alltäglich erfahrene Fremdbestimmung dominiert vielmehr auch die Freizeit und das Verhältnis zu anderen Menschen, auch zu FreundInnen und Familie. Von der Warenförmigkeit des Kapitalismus sind alle menschlichen Beziehungen durchdrungen.

Das Jeder-gegen-jeden der Konkurrenzgesellschaft wirkt sich auch in der Linken aus. Wer kennt nicht das Phänomen, daß auch in unseren Zusammenhängen auf einige gehört wird, während die Beiträge anderer mehr oder weniger ignoriert werden. Oder das auf unseren Plena, die eigentlich doch auf Gleichheit und Solidarität basieren sollten, sich viele nicht einmal trauen, überhaupt etwas zu sagen. Auch in linken Strukturen gibt es (informelle) Hierarchien – sie sind ein Beleg dafür, daß Verhaltensweisen in der hiesigen patriarchalen Klassengesellschaft auch von ihren GegnerInnen verinnerlicht wurden. Das sollten wir uns immer wieder klar machen, und wir sollten versuchen, damit bewußt umzugehen, um diese Verhaltensmuster nach und nach zu überwinden. Wir sind keine besseren Menschen, aber wir haben uns aufgemacht, sämtliche Unterdrückungsverhältnisse abzuschaffen.

Aber, obwohl das vielen Menschen einleuchtet, obwohl auch die naheliegendste Konsequenz daraus: Kapitalismus abschaffen! vielen Menschen einsichtig ist, ist die Zahl derjenigen, die sich tatsächlich für seine Überwindung einsetzen, entsetzlich gering. Liegt das an der Resignation, weil der Kapitalismus bislang sämtliche Angriffe auf sich parieren konnte? Liegt´s daran, daß eine realistische Alternative zu fehlen scheint? Liegt´s auch daran, daß der Bevölkerung ständig eingetrichtert wird, der Kapitalismus sei die beste Wirtschafts- und Gesellschaftsform, alles andere aber entweder nicht zu verwirklichen oder verbrecherisch? Und daran, daß der antikommunistische Grundkonsens der BRD von der Bevölkerung verinnerlicht worden ist?

Daß nach wie vor ein Wille zur Veränderung vorhanden ist, daß noch längst nicht alle Menschen nur auf das eigene Durchkommen und das ihrer Familien orientiert sind, zeigt das teils große Engagement, wo es um Veränderungen vor Ort, im „Kleinen“, in sog. Teilbereichen geht – beispielsweise gegen die Zuschneidung der Stadt auf Profitinteressen, gegen Wohnungsnot oder gegen NeofaschistInnen. Da werden Menschen aktiv. Weil sie nicht den Zusammenhang ihres Anliegens mit dem Kapitalismus insgesamt durchschauen? Vielleicht auch das. Vor allem aber, weil hier Erfolge zu erzielen sind und nicht immer wieder das Gefühl vermittelt wird, es wäre doch irgendwie sinnlos, sich zu wehren. Und Menschen werden aktiv, wo es gegen die drückendsten Auswüchse, gegen die Spitze des Eisbergs geht – gegen Krieg, den Atomstaat oder die Folgen der sog. „Globalisierung“. In diesen Bereichen sind große Mobilisierungen möglich und so kann für den Augenblick einer Demonstration das Gefühl der eigenen Ohnmacht überwunden werden.

Und doch bleibt es dabei: Das Grundübel, der Eisberg, also der Kapitalismus – bleibt bestehen. Der Resignation, dem Mißmut, der Kleingeisterei und dem Glauben, es gäbe ja doch keine Alternative, setzen wir entgegen: Eine andere Welt ist möglich! Eine Welt, in der jede Form von Ausbeutung und Unterdrückung abgeschafft ist. Eine Welt jenseits von Kapitalismus und Staat.

Schon immer gab es Linke, die sich mit der Idee, nach einer gelungenen sozialistischen Revolution einen neuen Staat aufzubauen, nicht anfreunden konnten. AnarchistInnen oder RätekommunistInnen vermochte einfach nicht einzuleuchten, warum mensch seine Chefs und seine Regierung stürzen solle, nur um an ihre Stelle neue Chefs und eine neue Regierung zu setzen. Ihre Alternative zum Staatssozialismus ist, mit Erich Mühsam gesprochen, eine Räterepublik als „die föderalistische Ordnungsform der Anarchie, d.h. der orbigkeitslosen Selbstbestimmung der gesellschaftlichen Gesamtheit“. Das geht nicht? Doch, das geht! Wer braucht denn einen Chef? Wer braucht Vorgesetzte, die ihnen sagen, was sie zu tun und zu lassen haben? Wer braucht Autoritäten, die ihnen das Leben organisieren? Niemand! Wir sind doch sowieso diejenigen, die den gesellschaftlichen Reichtum erarbeiten. Wir können das selbst!

Ausbeutung und Unterdrückung abschaffen!

Der Mensch ist nicht von Natur aus egoistisch, grausam oder seinen Mitmenschen gegenüber gleichgültig. Unser aller Verhalten wird durch die Gesellschaft, in der wir leben, geprägt. Es ist also veränderbar. Eine andere, freie Gesellschaftsordnung bringt ein ganz anderes Sozialverhalten hervor als jenes, welches wir von der gegenwärtigen Gesellschaft kennen.

Wir wollen die Umwälzung der Produktionsverhältnisse und die Abschaffung aller Hierarchien, um selbstbestimmtes Leben und Arbeiten zu ermöglichen. Die Produktion muß sich an den Bedürfnissen orientieren und nicht mehr an Profiterwartungen. Wir streben die Aufhebung der bisherigen Tauschverhältnisse an: JedeR bekommt, was er oder sie braucht, jedeR trägt dazu bei, was er oder sie kann. Niemand arbeitet mehr für Lohn; und Geld wird überflüssig, weil der individuelle Konsum nicht mehr von der erbrachten Arbeitsleistung und ihrer Entlohnung abhängt.

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