Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for 29. November 2011

Claus Peter Ortlieb zu Krise und neoliberaler Ideologie

Posted by entdinglichung - 29. November 2011

gefunden auf Exit!:

„Seit dem praktischen Scheitern des Keynesianismus an der so genannten Stagflation der 1970er Jahre beherrscht das neoklassische Dogma den Stellen- und Büchermarkt in der akademischen Volkswirtschaftslehre. Dabei handelt es sich um eine Harmonielehre des Marktes. Der solle doch gefälligst sich selbst überlassen bleiben, dann würde sich ein Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage einstellen, zum Wohle aller. In den einschlägigen Lehrbüchern wird die Wirklichkeit der kapitalistischen Wirtschaft nicht reflektiert, das Wort „Krise“ beispielsweise sucht man dort vergebens. Stattdessen werden die eigenen ideologischen Vorurteile in mathematische Modelle gegossen und diese der Wirklichkeit einfach übergestülpt. Mit der Neoklassik als herrschender Lehre hat das Fach Wirtschaftswissenschaft seinen Gegenstand letztlich aufgegeben und befindet sich streng genommen im Status einer wissenschaftlich verbrämten Ideologie. Spätestens mit dem Kriseneinbruch im Herbst 2008 ist das offensichtlich geworden.

Allerdings: Wenn erkennbar wird, dass eine Ideologie mit der Wirklichkeit nicht in Einklang zu bringen ist, so verschwindet sie deswegen noch lange nicht aus den Köpfen. Die Neoklassik bildet hier keine Ausnahme. Zwar hat sie sich an den kapitalistischen Krisenerscheinungen inzwischen restlos blamiert. Das hindert aber ihre etablierten Vertreter nicht daran, der politischen Öffentlichkeit auch weiterhin die seit Jahrzehnten immer gleichen Ratschläge zu erteilen. Und die neoklassischen Scheinargumente füllen nach wie vor den Wirtschaftsteil vieler Tages- und Wochenzeitungen und bestimmen das Denken der politischen Klasse.

…“

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Krise und patriarchaler Rollback in Italien

Posted by entdinglichung - 29. November 2011

Quelle des nachfolgend dokumentierten Artikels: LibCom:

Italy: austerity is violence on the bodies of women

In Rome, activist women responded to the #occupypatriarchy call ut initiated by the Occupy Wall Street Movement. The group, composed of students, precarious workers and migrants, marched through the city centre’s high streets on November 25, International Day for the Elimination of Violence Against Women.

Recent reports and stats show how in Italy the new “welfare system” feeds on unpaid women’s work: the unpaid work of grandmothers looking after their grandchildren because nursery schools cannot be afforded, daughters supporting their elderly parents, mothers supporting their grown up children. With the cuts to social services the responsibility of that work falls on the women.

In these austere times, gender equality has become a “luxury item”. When the government seems to support policies on work/life balance, what they’re de facto supporting is the principle according to which a woman must undertake several jobs at the same time: all precarious, without the guarantees of the “official” job market, without wages and employment rights. This is violence masked up as austerity!

The crisis attacks every possibility of autonomy, self-determination and freedom of choice. This is, for example, the aim of the Tarzia Law, which wants to turn our formerly independent family planning centres into family and baby protection centres in the hands of non-qualified Catholic “advisers”. This goal has already been achieved in the region of Lazio, in what appears to be an experiment undertaken to legitimise the same savagery on a national scale. Independent family planning centres and abortion rights are an area of conflict on which women in Italy must keep fighting, especially with our new government and its Vatican friends.

Sources: articles from Collettivo Le Malefiche and Le Ribellule.

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