Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

130 Jahre B. Traven?

Posted by entdinglichung - 25. Februar 2012

Wurde Ret Marut/B. Traven am 23. Februar 1882 in Świebodzin oder am 25. Feburar 1882 in San Francisco geboren? … hier der Hinweis auf einige seiner Romane:

* Der Karren (1930)
* Regierung (1931)
* Der Marsch ins Reich der Caoba (1933)
* Die Troza (1936)
* Die Rebellion der Gehenkten (1936)
* Ein General kommt aus dem Dschungel (1940)

ein kurzer Auszug aus Die Rebellion der Gehenkten

“ … In dem Kriegsrat der Muchachos wurde nicht um irgendwelche Programmpunkte geredet, nicht darum, welche Ansicht die revolutionärste sei und welche als Verrat angesehen werden müsse, sondern der Streit ging darum, welche der Companias von nun an, wo er ernst zu werden begann, an der Spitze marschieren sollte. Die erste Compania hatte die ruhmvolle Aussicht, bis auf den letzten Mann niedergemäht zu werden, sobald die Rurales ein Maschinengewehr auf den Boden brachten.

Glücklicherweise waren die Muchachos nicht verdummt worden von Artikelschreibern und Versammlungsrednern. Sie waren nüchtern und praktisch. Es war ihnen nicht darum zu tun, Ruhm zu gewinnen. Sie hatten keinen anderen Gedanken als den Rurales und Federales die schönen neuen Karabiner, Revolver und Maschinengewehre abzunehmen. Alle besaßen einen guten natürlichen Instinkt, der sie lehrte: Wenn du Waffen hast und dein Gegner hat keine, dann gewinnst du die Revolution oder die Rebellion oder wie du das nennst; denn in seiner letzten Form handelt es sich bei allen wahren Revolutionen nicht um mehr Lohn, nicht um Aufteilung allen Besitzes, nicht um Privilegien, sondern um unverbrämte und unverkleidete Gerechtigkeit.

Der Sinn ihrer Rebellion bestand für die Muchachos vorläufig in nichts anderem als darin, nicht mehr geknechtet, nicht mehr geprügelt, nicht mehr versklavt zu werden. Seit seiner Kindheit hatte jeder einzelne von ihnen erfahren und gesehen, dass immer derjenige, der einen Revolver auf dem Hintern trägt oder einen Karabiner umgehängt hat, den Indianer knechten, ausbeuten, prügeln und ihm befehlen darf; und weil er, der indianische Arbeiter, eben keinen Revolver hat, darum muss er gehorchen und sich alles, was ihm angetan wird, gefallen lassen, und wenn er das Maul auftut, um ein Wort dagegen zu sagen, wird ihm der Revolverkolben auf das Maul geschlagen und der Karabinerkolben in den Magen gestoßen.

So war es ganz natürlich, dass für die Muchachos der Besitz der Waffen gleichbedeutend wurde mit dem Sieg der Rebellion. Allen ihren Gegnern die Waffen abzunehmen, bedeutete für sie, die Ergebnisse der Revolution für alle kommenden Zeiten und Ereignisse zu sichern. …“

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