Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Mit „geistlicher Kriegsführung“ gegen Gewerkschaften

Posted by entdinglichung - 3. März 2012

Die vor allem in den USA vertretene pfingstlerisch-neocharismatische Strömung New Apostolic Reformation (NAR) will nichts weiteres als die Weltherrschaft oder die Apokalypse (was für Mernschen, die nicht zu dem Laden dazugehören, ohnehin keinen Unterschied machen wird), ihre Strategie zur Erreichung dieses Ziels nennt sich Reclaiming the Seven Mountains of Culture. Ziel dieser gefährlichen ObskurantInnen ist es dabei, in allen Bereichen der Gesellschaft eine „christliche Dominanz“ herzustellen und den derzeitigen Machthabern (guess who?) ihre Positionen abzunehmen. Vorbilder hierfür sind die Rios-Montt-Herrschaft in Guatemala 1982-83 sowie (unausgesprochen) die islamistischen Regime in Iran, Saudi-Arabien und das Taliban-Regime in Afghanistan. Neben politischem Lobbying und und Einflussnahme über PolitikerInnen der Republican Party wie beispielsweise Rick Perry und Sarah Palin hat die NAR noch andere Methoden in ihrem Arsenal, mit denen sich die machtlos fühlenden kleinen Würstchen in der AnhängerInnenschaft einmal richtig gross fühlen dürfen und ihren Allmachtsphantasien freien Lauf lassen können: Geistliche Kriegsführung, d.h. den zu DienerInnen Satans erklärten GegnerInnen mittels Gebeten den Garaus zu machen, „normale OkkultistInnen“ bezeichnen dergleichen als „Schadzauber“ oder „schwarze Magie“ und lassen in aller Regel die Finger davon, da derartige Aktivitäten vor allem die eigene Psyche schwer schädigen können. Nachdem der Versuch, mittels „Spiritual warfare“ den District of Columbia in District of Christ umzubenennen im Herbst 2011 scheiterte, haben sich die Vollpfosten ein neues Ziel ausgesucht: die Gewerkschaften in Kalifornien (mit denen die NAR noch nicht so umgehen kann, wie ihr Vorbild Rios Montt in Guatemala). Die NAR wie auch andere dominioniostische und christlich-rekonstruktionistische Strömungen des Evangelikalismus sehen nämlich Gewerkschaften, wie auch Mindestlöhne oder ein öffentliches Gesundheitssystem als unbiblisch, d.h. als satano-arminianisch-liberal-anarchistisch-kommunistisch-obamistisch-feministisch-katholisch-buddhistische-etc. Ausgeburt der Hölle an (wohingegen „freies Unternehmertum“ natürlich geradezu die Essenz biblischer Lehre darstellt), Talk 2 Action dokumentiert im Wortlaut einige Auszüge aus dem Statement der Vollpfosten, die Flüche der Schäfchen sollen bewirken, dass:

„-That financial contributions of unions intended to manipulate the voice of the vote would be shut up and shut down
-That God will break the power and control of these unions off of our California government
-That the financial contributions given by unions to influence the vote will be rerouted for righteousness sake in this upcoming election
-That union members can break free of the entrapment of the unions political pressure“

Die Regierungen und das Kapital wissen, was sie von derartigen religiösen Kräften haben:

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