Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Frage an die LeserInnenschaft

Posted by entdinglichung - 18. Juni 2012

Was ist an dem derzeit sich auf dem absteigenden Ast befindenden, sozialdemokratischen Wahlverein DIE LINKE eigentlich so attraktiv, dass Menschen, welche eigentlich auf einen revolutionären Bruch mit Kapitalismus und Patriarchat setzen (oder setzten?!) sich diesem anschliessen, nur weil der neue Vorstand der LINKEN vielleicht nettere (Nettigkeit ist keine politische Kategorie!) Menschen beinhaltet? Ist es Zeit, die Mitglieder der Interventionistischen Linken aufzufordern, gegen diejenigen, welche in der IL sind, jedoch den sozialdemokratischen Weg gehen, einen Linienkampf zu eröffnen oder werden wir neben einer Kampagnenverheinzung auch eine schleichende Vereinigung von IL und DIE LINKE bewundern dürfen? Vielleicht kennt die geneigte LeserInnenschaft ja die Antwort(en).

Eine Antwort to “Frage an die LeserInnenschaft”

  1. A.Holberg said

    1. Die Weltgeschichte ist voll von Aufständen, Empörten und „Wutbürgern/-sklaven/-leibeigenen), aber aus naheliegenden Gründen relativ arm an Menschen, die die sozioökonomischen Strukturen der Gesellschaften, in denen sie und ihre Vorfahren großgeworden sind, voll durchblicken. Deshalb sind Umstürze dieser Strukturen (soziale Revolutionen) überaus selten, Kämpfe- auch überaus militante und blutige – für mehr oder weniger tiefgreifende Reformen hingegen an der Tagesordnung. Die PDL führt zwar keine solchen Kämpfe, und die wirtschaftliche Lage ihrer aktuellen und potentiellen Basis ist auch nicht dazu angetan, jetzt schon für derartige Reformen gegebenenfalls sein Leben in die Wagschale zu werfen, wie das bei Revolutionen nunmal nötig ist.
    2. Unter diesen Umständen ist es naheliegend, wenn eine größere Zahl von Unzufriedenen der Frage der politischen „Durchsetzbarkeit“ größeres Gewicht beimisst als der der Durchsetzbarkeit im Rahmen der letztlich als naturgegeben empfundenen sozio-ökonomischen Ordnung. Darum macht es scheinbar mehr Sinn, einem Verein anzugehören, der „irgendwas“ bewirken kann, weil er die Möglichkeit hat, ins (bürgerliche) Parlament zu gelangen, als irgendeiner der vielen Kleinstgruppen, deren (meist nur scheinbar) revolutionäre Theorien schließlich auch nicht an der Praxis überprüft sind und bei denen kein Hinweis darauf besteht, dass sie das zu eigenen Lebzeiten je sein werden. Die Maxime lautet: „Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach“

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