Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

K-TV? Tradition, Familie und Privateigentum? Kath.net? Nein, Bahamas!

Posted by entdinglichung - 5. März 2013

gefunden nicht bei offen rechtskatholischen Projekten wie K-TV, Kath.net oder Tradition, Familie und Privateigentum sondern in der mit Ungeglaubter Glaube, gläubiger Unglaube: Katholizismus im Land der permanenten Reformation betitelten Veranstaltungsankündigung auf der Heimatseite des deutsch-abendländischen Männermagazins Bahamas (wird hier nicht verlinkt, bitte selber mittels google raussuchen):

„Der scheidende Papst Benedikt XVI. hat offenkundig genug von den kalten Böen, die ihm ständig die Soutane aufwirbelten, den äußerst lästigen Benedetto-Chören und den ständigen Mikrophonrückkopplungen. Der Vorsteher der meistgehassten und meistverfolgten Religionsgruppe der Welt hat kaum seinen Rücktritt angekündigt, da erhebt sich im deutschen Blätterwald und den nie fehlenden Umfragen die fast einhellige Forderung nach Reformen, nach einem neuen aggiornamento an den postmodernen Zeitgeist, nach einer Vertiefung der Ökumene, nach weiblichen Priestern, schwulen Ehepaaren und selbstverständlich nach einem nichtweißen Kirchenoberhaupt, sprich: nach einem Obama-Papst, einem Krankenhausclown mit großem Latinum.“

ein Versuch von Wertmüller & Co., sich mit Jürgen Elsässer zu versöhnen?

Eine Antwort to “K-TV? Tradition, Familie und Privateigentum? Kath.net? Nein, Bahamas!”

  1. Unzeit-gemäß said

    Sieht man einmal von der verstiegenen These eines „verfolgten“ Katholizismus ab, bleibt aber ein richtiger und diskussionswürdiger Befund: Kritik an Katholizismus und Papstum ist im Deutschland des Jahres 2013 längst common sence. Es scheint in Medien und Politik einen Elitenkonsens dahingehend zu geben, dass ein bißchen Katholizismus ‚light‘ als Folklore ja ganz nett ist, echter, ernstgemeinter Obskurantismus heute aber eher störend als systemstabilierend ist. (Lediglich die CSU hält sich hier wegen ihrer eher regionalistischen Agenda und mit Blick und auf Teile ihrer Wählerschaft noch zurück.)

    Zugespitzt: Der Katholizismus mit seinem patriarchalen Familienbild hatte für den Kapitalismus einen Nutzen, als es noch keine Waschmaschinen und Essen noch nicht ins Haus geliefert wurde. Und sein Heilsversprechen war damals auch noch wichtig als Gegengift zu sozialistischen Utopien. Heute hingegen steht das katholische Familienbild dem Einsatz von Frauen als Vollzeitlohnarbeiterinnen und der Ganztagsverschulung der Kinder im Weg. Und nachdem sozialistische Utopien in Deutschland weitgehend in Vergessenheit geraten sind, wird auch das katholische Heilsversprechen nicht mehr so sehr als Gegengift gebraucht. Im Gegenteil: Das Leitbild, welches heute den Kapitalismus stabilisiert, ist eher der postideologische, zu nichts eine Meinung habende, immer total entspannte Typ. Es soll nach Möglichkeit kein Wertesystem mehr geben, dass über den wirtschaftlichen Notwendigkeiten steht und das Einnehmen eines abweichenden Standpunkts legitimieren könnte.

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