Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for the ‘Antiziganismus’ Category

Der Schlepper, Nr. 50 – Frühling 2010 – Schwerpunktheft zum Thema Antiziganismus

Posted by entdinglichung - 5. April 2010

Der neue Der Schlepper des Flüchtlingsrates Schleswig-Holstein, mit dem Schwerpunkt Antiziganismus, die Artikel im einzelnen hier, das ganze Heft als pdf-Datei (4 mb) hier

Posted in Antiziganismus, BRD, Internationales, Migration, Rassismus, Schleswig-Holstein | Leave a Comment »

Leseempfehlung: an.schläge, Oktober 2009 und The Leveller, Nr. 2

Posted by entdinglichung - 29. September 2009

Die aktuelle Ausgabe der feministischen Zeitschrift an.schläge aus Österreich widmet sich dem Thema reaktionärer Männerbewegungen und -mobilisierungen, Caroline J. McKenzie analysiert in einem Artikel den Diskurs von Vaterrechtsgruppen in Britannien und den USA:

„In der heiligen Schlacht um das Sorgerecht stellen Aussagen wie „Entweder bist du für oder gegen die Väter“ eine manipulative rhetorische Strategie dar. Die Frage des Sorgerechts für Kinder derart polarisierend zu behandeln, hält an der Vorstellung fest, dass Scheidungspaare zwangsläufig immer in einer Krise stecken und ihre Konflikte unlösbar seien. Unter dem Vorwand, die Bedürfnisse der Kinder zu erfüllen, arbeiten die Vaterrechtler vielmehr an einer Neuauflage patriarchaler sozialer Strukturen. Diese Rhetorik legt außerdem nahe, dass die US-Gesetzgebung jeden geschiedenen Vater diskriminiert. Geht es nach den Vaterrechtsorganisationen, warten an jeder Ecke Väter, die einfach nur einen „fairen Deal“ wollen – von ihren Ex-Frauen, ihren Anwälten und den Gerichten. Und während die Vaterrechtsgruppen um einen Platz im Rampenlicht wetteifern, geraten so ernste Themen wie häusliche Gewalt gegen Frauen und Kinder, die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern und die Armutsfalle für Frauen zunehmend in den Hintergrund.“

Die zweite Ausgabe des Leveller der irischen anarchistischen Organisation Organise! beschäftigt sich anlässlich der antiziganistischen Ausschreitungen in Belfast in mehreren Artikeln mit gegenwärtigen rassistischen und faschistischen Tendenzen in Nordirland:

* Combating Racism and Fascism Means Combating Capitalism

* Pumped Up Vigilantes?

* No Gods, No Masters: how the churches and politicians failed to help the Roma in Belfast

„When the attacks on Roma homes in South Belfast finally ceased after a week, it wasn’t because of the actions of eager politicians or earnest church representatives. However when the Roma made the final decision, 6 days after the first attack, to leave their homes, politicians were in for the photo ops, and the churches weren’t far behind in using the crisis to promote themselves. News broadcasters worldwide took an interest in a sanitised humanitarian ‘flight’ story, but had been pretty reluctant in the previous days to cover the racist attacks.

Supporters and anti-racist activists were scapegoated by the media, either for provoking an attack on the anti-racist protest on Monday 16 June, apparently ‘bringing it on ourselves’, or for allegedly sealing the fate of the Roma by standing side by side with them, at their request. But these charges levelled at anti-racist protestors only serve to deflect blame for the abject failure that was the response of the police, statutory bodies and churches to respond when it mattered.

While it was several days before anti-racists were aware of the situation, it was only when anti-racist activists drew attention to the attacks on the Roma, that politicians, the media and churches ‘intervened’. Once statutory agencies became involved, rather than providing practical solidarity in defence of the Roma’s homes, the intervention in reality became the start of a repatriation process. The politicians and media then had on their hands a palatable ‘humanitarian crisis’, which allowed them to ‘help’ the Roma, without getting their hands dirty tackling racism or the social/economic problems that have fuelled it.“

* Loyalist Decommissioning

„Fifteen years after the announcement of the CLMC none too secure ceasefires and four years after PIRA decommissioning Loyalist paramilitaries have also decommissioned. Well the UVF and RHC have while the UDA has made a faltering and internally acrimonious start.
On Thursday 18th of June the Belfast Telegraph broke the news that the UVF and the UDA had began the process while by Friday 19th it was confirmed that the UVF and RHC had “handed up all weapons under their control”. It was also reported that the UDA had carried out its first act of decommissioning, witnessed by the Independent International Commission on Decommissioning, on 16th June.
These organisations were key protagonists in what are know as Northern Ireland’s ‘troubles’ and seldom lived up to their own self-image of taking the ‘war’ to the enemy, ie armed Republican groups. Both organisations have carried out numerous sectarian murders that were simply about terrorising the entire Catholic population of the north into ‘withdrawing support’ for armed force Republicanism.“

* Belfast Fascist Neil House Exposed

Posted in Antifa, Antiziganismus, Österreich, Britannien, Feminismus & Frauenbewegung, Irland, Migration, Nationalismus, Nordirland, Patriarchat, Rassismus, Rechtspopulismus, USA, Zeitschriftenschau | Leave a Comment »

Keine Abschiebungen von Roma in den Kosovo!

Posted by entdinglichung - 24. September 2009

Quelle des nachfolgend dokumentierten Aufrufes: Antirassistische Initiative (ari), weitere Informationen zum Thema bei Cosmoproletarian Solidarity und beim Flüchtlingsrat Niedersachsen

aufruf_rroma_Page_1

Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Antifa, Antiziganismus, BRD, Jugoslawien, Kosovo, Menschenrechte - Freiheitsrechte, Migration, Nationalismus, Rassismus, Repression, Serbien | Leave a Comment »

Die RSO zu den Fraktionierungen in der österreichischen Fussballfan-Szene

Posted by entdinglichung - 5. September 2009

Die Revolutionär Sozialistische Organisation (RSO) aus Österreich [Nachtrag: und aus Zürich und Berlin] ist eine der wenigen revolutionären linken Organisationen weltweit, welche dafür bekannt ist, sich kompetent und kontinuierlich mit dem Themenfeld Fussball auseienander zu setzen, nachfolgend dokumentiert ein Artikel der GenossInnen der RSO zum Thema Fussballfans und Politik in der Alpenrepublik:

Österreich: Politisches Profil der Fußball-Fanszene

Geschrieben von Eric Wegner (RSO Wien Antirassismus-Gruppe)
Freitag, 04 September 2009

In der Qualifikation für die Champions League scheidet der österreichische Retortenverein Red Bull Salzburg hoch verdient gegen Maccabi Haifa aus. Beim Heimspiel in Salzburg kommt es zu massiven antisemitischen Tönen. Ein Anlass für uns, die heimische Fanszene einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Wer nicht hüpft, der ist ein Jude“, skandierten AnhängerInnen von Red Bull immer wieder. Da diese Gesänge auch in der Fernsehübertragung deutlich zu hören waren, kann es sich nicht um eine kleine Gruppe gehandelt haben, sondern ist das Ganze wohl von den mit Megaphon ausgestatteten Vorsängern der Salzburger Fans ausgegangen und von einem erheblichen Teil der ZuschauerInnen mitgetragen worden. In Internet-Foren wird auch berichtet, dass Bullen-Fans „Judenschweine, Judenschweine…“ gerufen hätten.

Salzburg und Hütteldorf

Interessant an der Sache ist auch, dass diese Vorkommnisse von den etablierten Medien nahezu völlig totgeschwiegen wurden. Interessant auch im Vergleich zur tagelangen Empörung sämtlicher Zeitungen, als vor zwei Jahren die Rapid-Fanklubs bei einem Länderspiel in der Rapid-Heimstätte in Wien-Hütteldorf ein Transparent gegen den damaligen Kapitän des Nationalteams, Andreas Ivanschitz, der zuvor zum verhassten reichen Konkurrenten Red Bull gewechselt war, aufzogen – mit der Aufschrift „Judasschitz raus aus Hütteldorf“. Liberale Zeitungen legten diesen Satz als „antisemitisch“ aus. Die dafür verantwortlichen Ultras Rapid wehrten sich in einer Stellungnahme auf ihrer Homepage vehement gegen eine solche Interpretation und erklärten, sie hätten „Judas“ schlicht als Synonym für Verräter benutzt.

Dass damals von Zeitungen und ÖFB aufgeregt Repressionsmaßnahmen gegen die „Verrückten in Hütteldorf“ gefordert wurden, die völlig offenen antisemitischen Ausschreitungen in Salzburg aber sowohl von den Medien als auch von den Fußballoberen übergangen werden, ist natürlich kein Zufall. Die damalige Aktion der Rapid-Fans gegen Ivanschitz war verbunden mit Spruchbändern gegen die anstehenden Männerfußball-EM: Die Rapid-Fanklubs führten ihre „Scheiß EM 2008“-Kampagne und kritisierten „Kommerz und Repression für ein Event, das uns nicht interessiert und bei dem Österreich jedes Spiel verliert“. Das „unpatriotische Verhalten“ der Rapid-Fans war damals die wirkliche Zielscheibe der Kritik. Die sportnationalistisch erregte Journaille schrieb von der „Schande von Hütteldorf“, im Online-Forum des liberalen „Standard“ wurden die Rapid-AnhängerInnen als „Dreck“ und „primitive Proleten“ bezeichnet, die man für ihre Aktionen „ins Arbeitslager stecken“ solle (wir berichteten ). Der Antisemitismus-Vorwurf in derselben Zeitung war damals wohl im Wesentlichen ein Instrument für die elitäre und patriotische Klassenkritik am „Proletenklub“ Rapid.

Ganz anders bei Red Bull Salzburg, dem Klub des Dosen-Milliardärs Dietrich Mateschitz. Der Verein, der über die 3- bis 5-fachen Finanzmittel verfügt wie jeder seiner Hauptkonkurrenten, wird seit Jahren vom Fußballestablishment und seinen medialen TrittbrettfahrerInnen als Vorzeigeklub aufgebaut, der „für Österreich“ im Klubfußball endlich wieder Erfolge bringen soll. Schiedsrichter scheinen sich ihrer Verantwortung für dieses sportpatriotische Projekt (oder zumindest der Wünsche der ÖFB-Führung) immer wieder bewusst zu sein – ebenso wie der ORF: Als Otto Konrad, ehemaliger Salzburger Tormann, als ORF-Kommentator bei einem Spiel der Champions-League-Qualifikation für die miserable Leistung der Red-Bull-Millionentruppen deutliche Worte fand, wurde er vom ORF als Kommentator ausrangiert.

Bei der Übernahme durch Red Bull waren die jahrzehntelang gewachsenen Fanklubs der bisherigen Austria Salzburg aus dem Verein gedrängt worden (die den alten Verein seitdem in unteren Spielklassen weiterführen) (siehe dazu unseren Artikel „Roter Stier im Rinderwahn „). Mit viel finanzieller Unterstützung (Verteilung von Fähnchen, Subvention von Auswärtsfahrten etc.) baute die Red-Bull-Vereinsführung neue Fanklubs auf: Fanklubs, die völlig domestiziert, unkritisch und von der Vereinsführung abhängig sind und brav das Nationalteam unterstützen wie insbesondere die „Salzburg Patriots“. Von der Vereinsführung und ihren medialen Freunden wurde der Dosen-Klub, mit Verweis auf die „Randalierer“ anderer Vereine, stets als sauberer und moderner „Familienverein“ inszeniert. In der Nachspielzeit des Red-Bull-Heimspieles gegen Dynamo Zagreb wurde dann einem Linienrichter aus einem Salzburger Sektor heraus ein blutiges Cut über dem Auge geworfen (eigentlich abbruchreif, aber Red Bull hatte wieder mal „Glück“). Das führte damals ebenso wenig zu medialer Aufregung wie die durchs Stadion hallenden antisemitischen Gesänge ein paar Wochen später. Leicht vorzustellen, was in den selben Medien, die diese Vorfälle dezent übergehen, los wäre, wenn ähnliches bei Sturm Graz, Austria Wien oder Rapid passieren würde, wo es gewachsene, selbstorganisierte und nicht immer angepasste Fanszenen gibt: Da würde „härtestes Durchgreifen“ gefordert, um mit den „Hooligans“ endlich „aufzuräumen“.

Rechte Tendenzen in Fanklubs

Der weit verbreitete sportpatriotische Konsens, der besonders 2008 rund um die EM einen Höhepunkt erreichte und mit dem Desaster des Nationalteams dann jämmerlich versackte, fördert natürlich nationalistische und rassistische Tendenzen. Die gibt es nicht nur bei den „vorbildlichen“ Fans in Salzburg, die das Establishment so lieb hat, sondern auch bei etlichen anderen Fanklubs.

Beim GAK, dem bürgerlichen der beiden traditionellen Großklubs in Graz, der seit einigen Jahren nicht mehr in der Bundes-, sondern in der Regionalliga spielt, zogen Ende März 2009 einige Fans eine Nazifahne auf (weißer Kreis auf rotem Grund mit schwarzem Keltenkreuz in der Mitte; in Deutschland verboten). Weder Ordner noch Polizei haben darauf reagiert, obwohl sie darauf hingewiesen worden waren. Auch bei den Fanklubs der neu formierten Austria Salzburg, die drei Ligen unter Red Bull spielt, aber immer noch sehr viele Fans hat, gibt es erhebliche rechte und rechtsextreme Strömungen.

Ähnlich schlecht sieht es bei den beiden Bundesligaklubs aus Oberösterreich (SV Ried beziehungsweise LASK) aus. Bei der SV Ried glich der Stehplatz bis vor etwa zwei Jahren einem Neonazitreffen; Ausdruck der starken rechtsextremen Jugendszene im Innviertel. Seitdem soll sich die Lage etwas gebessert haben, es gibt auch einige linke Ried-Fans aus der lokalen Arbeiterjugend (z.B. die Glory Boys), aber es dominieren weiter die rechten und rechtsextremen Fangruppen; in der Frühjahrsaison 2009 soll gar eine Fahne mit dem NS-Luftwaffenkreuz angebracht worden sein.

Anfang März skandierten LASK-Fans beim Auswärtsspiel gegen den FK Austria Wien im Horr-Stadion „Juden Wien, Juden Wien“ – antisemitische Anspielungen darauf, dass Austria Wien bis 1938 ein Verein war, in dem das jüdische Bürgertum Wiens eine wichtige Rolle spielte. Auch wenn sich einige LASK-Fans gegen die rassistischen Schreihälse gestellt haben sollen, so spielen rechtsextreme Fangruppen beim LASK seit Jahren eine prägende Rolle, was in einschlägig gestalteten Transparenten zum Ausdruck kommt. Und bereits bei früheren Gelegenheiten wurde die Austria Wien von LASK-AnhängerInnen antisemitisch beschimpft. So präsentierten sie im Juli 2007 im Horr-Stadion ein Transparent mit der Aufschrift „Schalom“; begleitet war das von Gesängen „Ihr seid nur ein – Judenverein“. Und die Bundesliga-Disziplinarkommission konnte damals keinen Antisemitismus erkennen!

Austria Wien, der ehemalige Klub des jüdischen Bürgertums, der freilich auch immer eine proletarische AnhängerInnenschaft (besonders unter tschechischstämmigen ArbeiterInnen in Wien-Favoriten) hatte, blieb auch nach 1945 der bürgerliche Klub Wiens (neben Vienna FC). Das drückte sich im Vorstand aus, in dem traditionell Funktionäre des ÖVP-Wirtschaftsbundes saßen. 1999 wurde die Austria dann von Frank Stronach, dem Besitzer des Magna-Konzerns übernommen, der ein ähnliches Projekt verfolgte wie Mateschitz mit Salzburg und dabei auch auf großen Widerstand der Fanszene stieß. Nach wiederholten Fanprotesten wie einem Tribünenboykott oder ähnlichem kündigte Stronach 2005 schließlich an, sich schrittweise aus dem Verein zurückzuziehen. In den letzten Jahren spielten auch sozialdemokratische Spitzen wie der GPA-Vorsitzende Wolfgang Katzian oder Bürgermeister Michael Häupl für die Austria eine Rolle.

Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Antifa, Antisemitismus, Antiziganismus, Österreich, Fussball, Kapitalismus, Kommunismus, Kultur, LBGT, Marxismus, Nationalismus, Patriarchat, Rassismus, Rechtspopulismus, Sozialismus, Sport, Trotzkismus | Leave a Comment »

Wahlsplitter

Posted by entdinglichung - 9. Juni 2009

1.) Zum Kotzen: Die Zugewinne faschistischer, offen antisemitischer und antiziganistischer Parteien wie Jobbik in Ungarn, BNP in Britannien, PRM in Rumänien, Ataka in Bulgarien, LAOS in Griechenland, etc. … und linken Parteien wollte (oder konnte) es offenbar nicht gelingen, die Unzufriedenheit vieler Menschen auf Grund der Wirtschaftskrise auszunutzen … Zeit sich Gedanken zu machen

2.) Zumindest in Irland ist, wie Cedar Lounge Revolution berichtet, die Welt noch einigermassen in Ordnung, Joe Higgins von der Socialist Party (Schwesterorganisation der SAV, die in Rostock ihr Mandat in der Stadtvertretung verteidigen konnte) wurde ins Europaparlament gewählt, gute Ergebnisse gab es für SP, People before Profit/SWP, Workers Party und unabhängige Linke auch bei den dortigen Regional- und Kommunalwahlen

3.) Ebenfalls nicht wirklich schlimm (und auch kaum wichtig wie Regentied anmerkt): das Wahlergebnis in Oldenburg

4.) Wenig genützt hat die geballte Unterstützung von zuweilen Eva Herman, Christa Meves, Hans-Peter Raddatz, Idea und Junger Freiheit der neuen reaktionär-religiösen Partei Arbeit, Umwelt und Familie – Deutsche Christen Christen für Deutschland 37.834% (0,1%) … ;-)

5.) In Luxemburg hat déi Lénk mit 3,4% ein achtbares Ergebnis und auch den Wiedereinzug ins Parlament erreicht … nachfolgend dokumentiert das Wahlplakat:

Den Rest des Beitrags lesen »

Posted in Antifa, Antisemitismus, Antiziganismus, BRD, Britannien, Bulgarien, Europa, Frankreich, Griechenland, Irland, Kommunismus, Luxemburg, Niedersachsen, Rassismus, Rechtspopulismus, Rumänien, Sozialismus, Trotzkismus, Ungarn, Wahlen | Leave a Comment »

Solidarität mit Dale Farm!

Posted by entdinglichung - 23. Januar 2009

Nach einem gestrigen Urteil des High Courts in London wurde ein Urteil vom Mai 2008 aufgehoben, wonach bis zu 100 Traveller- und Romafamilien zumindest befristet in ihren Häusern in Dale Farm, der grössten Traveller-Siedlung im UK wohnen bleiben dürfen. Die zuständige Stadtverwaltung von Basildon/Essex (von den Tories dominiert) betreibt seit einigen Jahren die Räumung der Siedlung. Nachfolgend dokumentiert ein Artikel von Indymedia UK, die BewohnerInnen von Dale Farm haben angekündigt, eine Räumung und Vertreibung nicht kampflos hinnehmen zu wollen:

roma_flag

„The Court of Appeal has ruled that 1,000 travellers living in Dale Farm in Essex can be moved on by Basildon Council.
Travellers Lose Eviction Ruling
Up to 50 families now face being forcibly removed from their homes from what is the largest traveller community in the UK, including more than 150 children.
Reacting to news evacuation, Dale Farm spokesman Grattan Puxon said: „We are not going to allow (our youngest) to be terrorised.
„We don’t want bailiffs to come in, using force and heavy machinery around our children.“
Mr Puxon described the petition as „somewhat confusing“ and insisted the community was still fighting for a „common sense solution“.
He said the travellers would pitch at a site 50 yards south of the contested land, between Dale Farm and the A127, for the next 28 days.
From there, Mr Puxon said, they would make further legal applications.
In May 2005, Basildon Council voted to clear a large part of the settlement. It said that sections of the site had no planning permission.
The High Court rejected the decision, claiming that the council was not offering an acceptable alternative location for the travellers to live. That was overturned by today’s ruling, meaning they will be moved on.
„People really fear losing their homes,“ Joseph Jones, the secretary of the Gypsy Council of England told Sky News prior to the Court of Appeal announcement.
„They have no place to go and will end up on the side of the road.“ he said.
Travellers first settled at Dale Farm in the 1960s with the then Labour-run council granted planning permission for 40 families.
Since then, though, many more have settled. Most have no planning permission to be on the land which forms part of the Green Belt.
„Everybody should be treated equally,“ local MP John Baron said.
The Dale Farm case has been registered with the United Nations Advisory Group on Forced Evictions. Their eviction will now be observed by a team of monitors“

Posted in Antiziganismus, Britannien, East Anglia, Essex, Menschenrechte - Freiheitsrechte, Rassismus | 2 Comments »

Institutionalisierter Antiziganismus in Italien

Posted by entdinglichung - 30. Juni 2008

Offenbar plant, einem Bericht der EveryOne Group zufolge der italienische Innenminister und Rassist Roberto Maroni (Lega Nord) alle Roma-Kinder in Italien erkennungsdienstlich behandeln zu lassen (Fotos und Fingerabdrücke) … knapp 60 Jahre nach der Implementierung des faschistischen „Manifesto della razza“ Mussolinis, welches u.a. die Aufstellung von Listen italienischer Jüdinnen und Juden zur Folge hatte, welche in der Periode der deutschen Besatzung Nord- und Mittelitaliens 1943-1945 den deutschen Stellen die Deportation und Ermordung von 8.000 Menschen erleichterten. Gleichzeitig berichtet die EveryOne Group von weiteren brutalen Bullenübergriffen gegen Roma und von der offenbar zunehmender Praxis lokaler Stellen, Roma-Familien die Kinder zu entziehen:

On May 17th and 18th, 2008 the Hungarian Euro MP, Viktoria Mohacsi, carried out an inspection of several Roma settlements in Italy, in Rome and Naples. In Naples she talked to some Roma families during the period of the pogroms, of the criminalization by the media, the racist patrols and the “zero tolerance” (in other words “zero rights”) being carried out by the police force. Mrs Mohacsi listened to accounts of a persecutory phenomenon being carried out against the Roma that EveryOne has been calling attention to for the last two years. In the space of a couple of years all trace has been lost of 12 Roma children taken from their parents by the Naples Juvenile Court”, reports Viktoria Mohasci. “Some of these children were accused of begging, but their parents have heard nothing about their fate for the last two years”. During her meetings (as she testified before the EU assembly) the Euro MP was able to ascertain that there have been hundreds of similar cases in Italy.

Deprived of their children, often in the space of a few hours after being arrested by the police on an excuse (and sometimes after being administered sleeping pills or sedatives) the mothers become incapable of opposing the measures being carried out by the social services and suffer such traumatic moral and psychological repercussions that they often attempt suicide.

In Rome, according to one witness, a young mother was killed when she threw herself in front of a car after being told her very small baby would not be returned to her. After having their babies taken from them (usually only a few months old, but also children of four, five and six) the Roma families suffer pressure and threats of all kinds to stop them protesting or seeking legal aid (which in Italy, is inadequate when it comes to defending Roma citizens). In many cases, after they have lost custody of their children, the parents have received a written warning or expulsion order.

Eine Petition gegen die geplanten Zwangsmassnahmen des Innenministers kann hier unterschrieben werden, ein Kommunique des Reti Migranti e Antirazziste zum institutionalisierten Rassismus in Italien gibt es hier.

Posted in Antifa, Antisemitismus, Antiziganismus, Italien, Menschenrechte - Freiheitsrechte, Rassismus, Rechtspopulismus, Repression | Leave a Comment »

Rassistisches Pogrom gegen Roma in Italien

Posted by entdinglichung - 16. Mai 2008

In Italien häufen sich die rassistischen Angriffe auf die dort lebenden Roma, animiert von der neuen Regierung unter Berlusconi und Konsorten fühlt sich ein Bündnis aus Mob, Staatsapparat und Eliten, aus Camorra, FaschistInnen, Carabinieri, wohlanständigen BürgerInnen, etc. nun legitimiert, Romasiedlungen wie in Ponticelli/Napoli anzugreifen und niederzubrennen. In Ponticelli startete das Pogrom, wie in derartigen Fällen üblich, mit einem sich als haltlos entpuppenden Gerücht, nach welchem „die Zigeuner“ angeblich ein Baby gestohlen hätten. Resultat: 500 Roma, deren Behausungen zerstört worden sind; in gleichem Zuge fordern laut einer Umfrage 68% aller Befragten die Ausweisung aller Roma aus Italien. Wenige Tage zuvor kam in ein 28 Jahre alter Roma auf einer Carabinieri-Station in Fontana Liri/Latium ums Leben, nach staatlichen Angaben soll er sich selbst aus dem Fenster gestürzt haben, eine beliebte Aussage von (nicht nur) italienischen Sicherheitsbehörden, wenn es darum geht, die eigene Verwicklung in Todesfälle in Polizeigewahrsam zu verwischen. Auch vor dem Profifussball macht der Antiziganismus nicht halt, rassistische Fans der beiden Mailänder Vereine AC Milan und Internazionale [sic!] versuchen „ihre Clubs“ dazu zu bewegen, den Sinti Andrea Pirlo, und die Roma Zlatan Ibrahimović und Siniša Mihajlović rauszuschmeissen.

Die Liste der rassistischen, antiziganistischen Vorfälle liesse sich hier noch fortsetzen (auf einer weniger gewaltförmigeren Ebene lässt sich dergleichen auch in anderen westeuropischen Ländern wie in Britannien finden), der Zustand, dass über 60 Jahre nach dem Porajmos immer noch Roma auf Grund eines tief sitzenden Rassismus innerhalb der „zivilisierten“ Gesellschaften Europas um ihr Leben fürchten müssen, ist nicht hinnehmbar, den angegriffenen Roma muss, wie allen anderen von Rassismus und Antisemitismus attackierten Menschen unsere bedingungslose Solidarität gelten, dem rassistischen Mob (und seinen gesellschaftlichen und staatlichen Helfershelfern) wie in Ponticelli muss, – mit allen nötigen Mitteln – entgegen getreten werden!

Posted in Antifa, Antiziganismus, Europa, Fussball, Italien, Menschenrechte - Freiheitsrechte, Nationalismus, Rassismus, Rechtspopulismus, Repression | Leave a Comment »

Aufschub für Dale Farm und Hovefields

Posted by entdinglichung - 9. Mai 2008

Mehr als 40 Familien in den beiden Traveller-Siedlungen Dale Farm (die grösste Traveller-Siedlung im UK) in Billericay und Hovefields in Wickford dürfen laut eines heutigen Beschlusses des High Courts in London nicht, wie von der von den Tories beherrschten Stadtverwaltung von Basildon/Essex geplant, unter einer bisher bestehenden Räumungsverfügung von ihren Wohnorten vertrieben werden. Gleichzeitig betonte das Gericht aber auch, dass die BewohnerInnen dort illegal siedeln würden und zu einem späteren Zeitpunkt den Ort verlassen werden müssen. Die Landflächen von Dale Farm und Hovefields sind im Besitz der dort wohnenden Traveller, für die dort errichteten Häuser (einschliesslich eines kürzlich errichteten Community Centres für Jugendliche) wurden (wie auch in vielen anderen Orten in Britannien, nach Schätzungen in vermutlich mehr als 90% aller Fälle) von einer zumindest unterschwellig rassistisch orientierten Kommunalverwaltung keine Baugenehmigung erteilt, seit der repressiven Verschärfung der Gesetzeslage 1994 im Rahmen des Criminal Justice and Public Order Act 1994 ist es für Traveller, Romnichal, Roma, Welsh Kale, etc. immer schwieriger geworden, Plätze zum Wohnen zu finden, da seit diesem Zeitpunkt Kommunalverwaltungen nicht mehr verpflichtet sind, Stellplätze zur Verfügung zu stellen. Die damals staatlicherseits ergangene Aufforderung an die Betroffenen, Land zum Siedeln zu käuflich erwerben wird durch die restriktive Genehmigungspraxis örtlicher Stellen ad absurdum geführt.

Posted in Antiziganismus, Britannien, East Anglia, Essex, Menschenrechte - Freiheitsrechte, Rassismus, Repression | 1 Comment »

Thomas Glavinic zur österreichischen Mentalität

Posted by entdinglichung - 4. Mai 2008

Aus dem lesenswerten Artikel How many more of our missing are stuck in some underground prison? von Thomas Glavinic (der u.a. auch den Bombenanschlag von Oberwart 1995, bei dem vier Roma ermordet wurden, thematisiert) aus dem gestrigen Guardian … stellt sich die Frage, ob es in vielen ländlichen Regionen beispielsweise der BRD gross anders ist

The countryside hates everything that is at a distance: the government, the EU, the Americans, the Jews. There are old-boy networks and there is peer pressure. Those who don’t work for their local voluntary fire brigade or at least donate money to their village fete are branded oddballs or outsiders. The rest, on the other hand, could beat up their wives and kids in their spare time. We wouldn’t care. „It’s just none of our business.“

„Him? I can’t believe it! He was always so polite!“ That’s what acquaintances said about Josef Fritzl. It’s what they always say.

Most Austrians think that someone who greets them politely on the street is a decent man, and they would see no reason to question that theory even if that same person had a blood-smeared body bag hanging over his shoulder.

Posted in Antisemitismus, Antiziganismus, Österreich, Nationalismus, Patriarchat, Rassismus, Rechtspopulismus | 1 Comment »

Einfach nur zum Kotzen!

Posted by entdinglichung - 28. November 2007

Ein rassistisches, antiziganistisches Transparent, welches Fascho-Fans (sogenannte Young Boyz) des SV Wilhelmshaven anlässlich des Oberliga Nord-Spiels gegen den VfB Oldenburg in Oldenburg am 25.11. im Stadion entrollten, zusätzliche Informationen zu dem Vorfall gibt es auf der Seite des Wilhelmshavener Netzwerkes gegen Rechts.

gegen_nazis

Posted in Antifa, Antiziganismus, BRD, Fundstücke, Fussball, Rassismus, Sport | 1 Comment »

Rassistische italienische Justiz macht aus Opfern TäterInnen

Posted by entdinglichung - 26. September 2007

Am 10. August verbrannten Eva, Menjii, Danchiu und Lenuca, vier der örtlichen Roma-Community angehörende Kinder in ihrer Behausung in Livorno. Obwohl ein Bekennerschreiben einer faschistischen Organisation vorliegt und viele Indizien auf einen rassistischen Brandanschlag hindeuten, haben die italienischen Behörden die beiden Väter und Mütter der Kinder unter dem Vorwurf der Brandstiftung und Vernachlässigung ihrer Kinder verhaften lassen. Das Vorgehen des Gerichtes ordnet sich – mehr als 60 Jahre nach der Befreiung vom Faschismus – in ein Szenario rassistischer Diskriminierung ein, unter welcher Roma in Italien aber auch im Rest Europas zu leiden haben. Eine Petition für die Freiheit der vier Verhafteten kann hier unterschrieben werden.

Posted in Antiziganismus, Europa, Italien, Menschenrechte - Freiheitsrechte, Rassismus, Repression | Leave a Comment »