Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

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Warum „Scharf Links“ auf diesem Blog nicht mehr verlinkt wird

Posted by entdinglichung - 3. Februar 2008

Das NLO-Spaltprodukt „Scharf Links“ – hxxp://www.scharf-links.de/ konnte mensch bisher als zuweilen in seiner „Materialbeschaffungspolitik“ relativ eklektisch vorgehende aber dennoch zuweilen informative linke Nachrichtenquelle ansehen und war daher auch auf dieser Seite als Weblink vertreten. Nach einem am gestrigen Tage von dem islamistischen und antisemitischen Internetportal Muslim-Markt übernommenen Beitrag auf Scharf Links (der Name führt sich dadurch selber ad absurdum) kann derartiges hier nicht mehr geschehen. In dem Artikel Der afghanische Ablehnungsbetrughxxp://www.scharf-links.de/57.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=518&tx_ttnews[backPid]=56&cHash=7834d3ff0c – wird unter anderem zum Aufbau einer Querfront zur Befreiung der deutschen Heimat aus den Händen der US-Raubtierkapitalisten und ihrer Helfershelfer aufgefordert – Dreck wie mensch ihn von faschistischen oder reaktionären Kräften kennt. Von „Scharf Links“ wird in diesem Zusammenhang eine eindeutige Stellungnahme und Selbstkritik zu diesem Vorfall, verbunden mit einer Erklärung, dass dergleichen in Zukunft unterbleiben wird, erwartet … falls sie noch Wert darauf legen, von revolutionären und emanzipatorischen Kräften als GenossInnen angesehen zu werden.

roterstern

Nachtrag: Der islamistischen Hizbollah wurde auf Scharf Linkshxxp://scharf-links.de/44.0.html?&tx_ttnews[pointer]=1&tx_ttnews[tt_news]=391&tx_ttnews[backPid]=9&cHash=0701287496 – in der Vergangenheit ebenfalls Raum gegeben, ihre „Positionen“ zu erläutern.

Nachtrag 10.05. 2012: Offenbar hat Scharf Links sich einigermassen „bewährt“, das „Interdikt“ ist hiermit aufgehoben

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Helmut Kohl verliert einen Freund

Posted by entdinglichung - 31. Januar 2008

Vor einigen Tagen starb der langjährige indonesische Militärmachthaber Suharto, welcher von Altbundeskanzler Kohl als „Freund“ bezeichnet wurde … und gegenüber FreundInnen ist mensch zuweilen, besonders wenn sie auch noch gute HandelspartnerInnen und WaffenkäuferInnen sind, ein wenig nachsichtig und lässt sich die Freundschaft nicht von Amnesty International und anderen NestbeschmutzerInnen (wie dem stinkbürgerlichen St Galler Tagblatt, welches in seinem Nachruf Suharto als einen der „… schlimmsten Ex-Diktatoren der Geschichte … “ bezeichnete) mies reden. Da stört es dann auch nicht, dass der Weg Suhartos an die Staatsspitze 1965-1966 mit den Leichen von 500.000 bis 1.000.000 Menschen – KommunistInnen und solche die das Pech hatten, für solche gehalten werden, Angehörigen der chinesischen Minderheit in Indonesien, Menschen welche bei lokalen „Abrechnungen“ ermordet wurden, etc. – gepflastert war. Auch wurde die Freundschaft nicht durch die Besetzung Osttimors beeinträchtigt, der zwischen 1975 und 1999 zwischen 100.000 und 200.000 OsttimoresInnen zum Opfer fielen, von den 100.000 Toten in Westpapua und Zehntausenden Getöteten in Aceh ganz zu schweigen, da Kohl und Konsorten deutsche Waffen an Indonesien profitabel verkaufen konnten. Freundschaft ist halt stärker. Und wie sagte in den 1930er Jahren schon Franklin D. Roosevelt über Anastasio Somoza: „Somoza may be a son of a bitch, but he’s our son of a bitch.“

Film über das Santa Cruz-Massaker, bei dem am 12. November 1991 in Dili/Osttimor 271 Menschen vom indonesischen Militär ermordet und 382 verletzt wurden, von 270 Menschen fehlt seitdem jede Spur

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Der Anfang vom Ende

Posted by entdinglichung - 30. Januar 2008

Heute vor 75 Jahren wurde Adolf Hitler vom Reichspräsidenten Paul von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt, womit die institutionellen Voraussetzungen für eine Entwicklung geschaffen wurde, welche in der Shoa – der industriell perfektionierten Ermordung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden sowie in der Ermordung von Millionen anderer Menschen – Roma, sowjetischer Kriegsgefangener, Menschen mit Behinderungen, politischer GegnerInnen, BewohnerInnen der von Deutschland besetzten Länder, u.a. – endete. Dieser, durch den von Nazi-Deutschland 1939 begonnenen Weltkrieg beschleunigte Prozess wurde durch die von den bürgerlichen Eliten in Deutschland gewollte und unterstützte Machtübertragung an die NSDAP sowie durch die weitgehend kampflose Niederlage der ArbeiterInnenbewegung und der Linken in der Zeit um den 30. Januar 1933 mit möglich gemacht. Einzelne, zuweilen heroische aber isolierte Akte des Widerstand 1933 wie der Mössinger Generalstreik oder Ansätze des bewaffneten Widerstandes wie das Feuergefecht von Büchen/Remscheid zwischen Mitgliedern der LO der KPD und Nazis konnten die Stabilisierung des Regimes weder verhindern noch erschweren; Aufrufe zu einem gemeinsamen Widerstand antifaschistischer Kräfte (wie beispielsweise von der KJVD-Opposition oder vom ISK) wurden von den Bürokratien und dem Gros der AktivistInnen von SPD, KPD und Gewerkschaften aus sektiererischer Organisationsborniertheit und in totaler Unterschätzung der destruktiven Potentiale des Nationalsozialismus ignoriert.

Die Konsequenzen für die heutige antifaschistische Linke aus den Ereignissen um den 30. Januar 1933 muss darin bestehen, den Nationalsozialismus/Faschismus, seine zerstörerischen Potentiale und den Vernichtungswillen seiner – antisemitischen und rassistischen – Ideologie nie zu unterschätzen und ihm daher in allen seinen Formen – ohne sich dabei auf den bürgerlichen Staat und die bürgerlichen Eliten zu verlassen – mit allen nötigen Mitteln und einig zu bekämpfen.

Im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus – Kein Vergeben, kein Vergessen!

gegen_nazis

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جورج حبش – George Habash (1926-2008)

Posted by entdinglichung - 28. Januar 2008

Mit George Habash – dem langjährigen Vorsitzenden der Popular Front for the Liberation of Palestine (PFLP) – starb vorgestern eine Person, welche wie fast niemand sonst die Probleme und Schwächen der palästinensischen Linken wie auch der Linken im gesamten Nahen Osten insgesamt verkörperte. Trotz der Hinwendung vom arabischen Nationalismus der Bewegung arabischer Nationalisten vor 1967 zu einer zumindest verbal marxistisch-leninistischen („guevaristischen“) Linie und damit verbunden der Forderung nach dem Sturz der reaktionären Regime in den arabischsprachigen Staaten, gelang es Habash und der PFLP nie, vollständig mit der Ideologie des Panarabismus zu brechen, welcher speziell nach 1989/91 auch wieder in seiner Organisation an Boden gewann. Auch liessen sich Habash und die PFLP desöfteren vor den Karren wechselnder, zuweilen als „progressiv“ bezeichneter arabischer bürgerlicher Staaten wie Syrien oder dem Irak spannen, ordneten die Klasseninteressen von ArbeiterInnen, Frauen, Flüchtlingen und armen BäuerInnen der „nationalen Sache“ und somit den arabischen Bourgeoisien unter und gingen trotz des verbal säkularistischen Anspruches vor allem nach 1993 Bündnisse mit reaktionären islamistischen Gruppierungen wie der Hamas und dem Jihad Islami ein. Auch die von der PFLP speziell in den späten 1960ern und den 1970ern angewandten Kampfmethoden – individueller Terror bis hin zu Selbstmordanschlägen, Flugzeugentführungen, etc. – sowie der zuweilen unter einer Schicht internationalistischer Parolen hervortretene Antisemitismus (wie im Zusammenhang mit der Flugzeugentführung 1976 nach Entebbe) liessen den Anspruch der PFLP, für einem demokratischen, säkulären (und zuweilen sozialistischen) Staat für Alle in Palästina zu kämpfen, wenig glaubhaft erscheinen und waren nicht geeignet, wie zuweilen beabsichtigt im israelischen Proletariat Anhang zu gewinnen. Bleibt anzumerken, dass in den 1970er Jahren die PFLP trotz jener schon damals sichtbaren und beispielsweise in Publikationen der GIM und der Proletarischen Front auch benannten Probleme, die palästinensische Lieblingsorganisation so mancher deutschen K-Gruppe (zum Verhältniss Kommunistischer Bund-PFLP, siehe beispielsweise in der Studie von Michael Steffen zur Geschichte KB (pdf-Datei) die Seiten 110-111) war. Und die Misere der Linken im Nahen Osten wird nur im Bruch mit panarabischem Nationalismus, Islamismus und Antisemitismus, mit einer intransigenten Haltung gegenüber den bürgerlichen Staaten und bürgerlichen politischen Strömungen der Region und einer jegliche Klassenkollaboration ablehnenden, internationalistischen und revolutionären Vorgehensweise zu überwinden sein.

Rote Fahne

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Streiflichter aus Britannien

Posted by entdinglichung - 22. Januar 2008

„Red“ Ken Livingstone, ehemaliger Schosshund von Gerry Healy innerhalb der Labour Party-Linken und derzeit Bürgermeister von Greater London scheint gar nicht glücklich darüber zu sein, dass sowohl eine gestrige Channel 4-Reportage wie auch Nick Cohen im letzten Observer sein Amtsgebaren, seine Aussenpolitik, einige Korruptionslappalien sowie seinen von Mitgliedern von Socialist Action (nicht mit den gleichnamigen Gruppen in den USA und Kanada zu verwechseln), einem halbklandestinen Netzwerk von zum Antiimp-Reformismus konvertierten ExtrotzkistInnen, gebildeten Beraterstab unter die Lupe nahmen und kritisierten. Derartige „Riesenenthüllungen“ von zur Bourgeoisie übergelaufenen Ex-Linken sind zwar nicht unbedingt immer in der Faktenlage falsch, wurden hier aber nicht eingesetzt, um einen bürgerlichen Politikers zu kritisieren (und Livingstone ist ein solcher, welcher sich von anderen derartigen Gestalten im wesentlichen dadurch unterscheidet, dass er zuweilen pseudosozialistisch pfurzt und dass seine BeraterInnen ehemalige Revolutionäre sind), sondern um (von Livingstone in der Praxis nicht repräsentierte, siehe beispielsweise seine autokratischen Allüren und seine Zusammenarbeit mit islamistischen Reaktionären) emanzipatorische Ansätze zu delegitimieren, die kruden antikommunistischen Verschwörungstheorien eines Middle Class-Publikums zu bedienen und Wahlkampf für seinen Tory-Konkurrenten Boris Johnson zu betreiben.

Diskussionen innerhalb der britischen sozialistischen Linken dazu findet mensch im übrigen auf den Blogs von Shiraz Socialist und Liam Mac Uaid.

P.S.: Highlight der Sendung war die Feststellung, dass Socialist Action von einer “Communist 4th International in Moscow” gelenkt werden würde … wer hinter dieser stecken täte, wurde allerdings nicht enthüllt … :-)

Rote Fahne

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Wahlempfehlung aus der Ferne: Regenbogen/Alternative Linke wählen!

Posted by entdinglichung - 15. Januar 2008

Auch wenn die Stupawahlen an der Hamburger Uni schon laufen und eigentlich nicht so wichtig sind und verboten wären, wenn sie etwas substanzielles am Zustand der Dinge ändern würden, so kann mensch sich im Anbetracht der Mutter aller Wahlen (mit einem gewissen Schmunzeln) doch zumindest einer Wahlempfehlung nicht enthalten: In Ermangelung einer heterodox-marxistischen-revolutionären Kandidatur fällt die Wahl hierbei auf Regenbogen/Alternative Linke (siehe auch hier), trotz gewisser Schwächen (zuweilen Eventorientierung und Unbekümmertheit in der Bündnispolitik; ein stärkerer Klassenbezug wäre auch nicht schlecht) haben jene GenossInnen erkannt, dass Veränderungen von unten erkämpft werden müssen und haben in der Vergangenheit ihre Ernsthaftigkeit dabei durchaus bewiesen. Desweiteren hebt sich Regenbogen/Alternative Linke wohltuend von Bürokratismus, Institutionsfixiertheit, Sektierertum und Universitätsborniertheit einiger anderer „progressiver“ Listen ab.

Auf den Listen von Die Linke.SDS und vom Fachschaftsbündnis kandidieren zwar eine Reihe von integren und basisorinetierten AktivistInnen, die Nahverhältnisse jener Gruppen zu Die Linke/Linksruck-Marx21 beziehungsweise Liste Links & Konsorten bergen jedoch die Gefahr, dass im Zweifelsfall eher einer höchstens reformistischen Apparatlogik als dem Bedürfniss einer Verallgemeinerung der Kämpfe gefolgt werden wird. St. Pauli sei hier herzlich gegrüsst und würde sicherlich für ein Stupa eine Bereicherung darstellen aber wohl auch keine Initiativen für ausserparlamentarische und ausserinstitutionelle Massnahmen ergreifen. Und über den Rest der kandidierenden Listen muss wirklich kein weiteres Wort verloren werden …

roterstern

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Ein Kommentar zu den anstehenden „Primaries“ in den USA

Posted by entdinglichung - 28. Dezember 2007

Die neue Ausgabe (Dezember 07/Januar 08) der von Raya Dunayevskaya begründeten marxistisch-humanistischen Zeitung News and Letters enthält neben einem Artikel zum „Erscheinen“ der Hegelschen Phänomenologie des Geistes vor 200 Jahren einen Kommentar, welcher sich wohltuhend von allen, „linke KandidatInnen“ der Democrats im Rahmen der anstehenden Vorwahlen in den USA hypenden Beiträgen abhebt, welcher nachfolgend dokumentiert wird:

Candidates have no answers to crises in capitalism

With less than a year until the U.S. election for president, Bush’s policy on Iraq has „stuck.“ At one time Republicans like Sen. McCain stood alone, even among Republicans, in advocating greater force in Iraq. Other Republican candidates are sounding the same note, now that the troop „surge“ is associated with the chimera of successfully suppressing civil war.

marxhum

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Deutschland, Du Drecksau!

Posted by entdinglichung - 13. Dezember 2007

Ein Plakat, welches humorlose Bullen in Kiel offenbar nicht mochten und daher den Garten der Alten Meierei durchsuchten, gefunden auf Indymedia:

dland

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Wer steckt dahinter?

Posted by entdinglichung - 26. November 2007

respect

Hinter dem Klimawandel stehen, wenn mensch dem Plakat glaubt, George Bush & Konsorten … und hinter dem Plakat die SWP (welche unter anderem den „Linksruck“ gebar). Und wer wird hinter der Klimakatastrophe stecken, wenn die USA in gut einem Jahr einenN neueN PräsidentIn (leider höchstwahrscheinlich nicht z.B. jenen) haben? Warum nicht einfach die die natürlichen Lebensgrundlagen auf Grund seiner ihm innewohnenden Bewegungsgesetze zerstörende kapitalistische Produktionsweise und nicht personalisierend eine der vielen das System repräsentierenden Charaktermasken in den Mittelpunkt der eigenen Kritik stellen. Schliesslich sollte mensch nicht wegen Bush sondern auf Grund der zerstörerischen Potentiale des Kapitalismus eben diesen ablehnen. Und „joining the party“ (unklar, ob RESPECT (es kann nur einen geben!), SWP (hat momentan Probleme), oder beide) for „selling the paper“ (nebst Beförderung dieser Zwecke durch Gründung einer Vorfeldorganisation, welche für alle sichtbar als SWP-Front erkennbar ist und daher zu einer weiteren Struckturverdoppelung des Haufens führen wird aber kaum neue Leute für die Sache gewinnt) ist auch erst einmal keine revolutionäre Strategie, sich in bestehende Umweltgruppen einzubringen (denn wie Marx richtig erkannte: „Jeder Schritt wirklicher Bewegung ist wichtiger als ein Dutzend Programme„) und diese wenn möglich und nötig zu radikalisieren ist da jedenfalls auf lange Sicht revolutionärer.

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Vor 15 Jahren: Der Brandanschlag in Mölln

Posted by entdinglichung - 23. November 2007

Heute vor 15 Jahren am 23. November 1992 wurden Bahide Arslan, Yeliz Arslan und Ayşe Yılmaz in Mölln von den Nazis Michael Peters und Lars Christiansen ermordet. Dies geschah in einer Situation, welche durch die pogromartigen Ausschreitungen des deutschen Mobs in Hoyerswerda, Mannheim-Schönau und Rostock-Lichtenhagen und der damit korrespondierenden rassistischen Agitation für die faktische Abschaffung des Asylrechts in der BRD durch das Gros der politischen Klasse und die Medien geprägt war, wodurch die Nazimörder ihre Tat zusätzlich „durch das Volk“ legitimiert ansahen. Anders als während des „deutschen Herbstes“ 15 Jahre zuvor sah der Staat und die herrschende Klasse kaum Handlungsbedarf, da sich der Naziterror ja nicht wie die Anschläge der RAF gegen „Spitzen der Gesellschaft“ wie den SS-Mann und BDI/BDA-Chef Schleyer sondern gegen Menschen richtete, welche in der deutschen Gesellschaft und Politik einer permanenten Ausgrenzung ausgesetzt waren und sind und auf deren Stimmen (da zumeist nicht wahlberechtigt) als WählerInnen CDU, SPD & Co. – anders als auf diejenigen der rassistischen Claqueure – keinen Wert legen.

Was hat sich seit 1992 geändert? Terroristische Nazis werden vom Staat seitdem zuweilen etwas härter angepackt – allerdings vor allem, weil der bürgerliche Staat die Infragestellung seines Gewaltmonopols nicht schätzt und selber darüber bestimmen will, wann und wie er gegen „im Lande Unerwünschte“ vorgeht. Auch hat die deutsche Bourgeoisie realisiert, dass zuviele rassistische und antisemitische Ausschreitungen im Ausland geschäftsschädigend sein können und daher unterbunden – oder wie im Falle des rassistischen Brandanschlages in Lübeck 1996 den Opfern in die Schuhe geschoben werden – müssen. Auch brauchen die deutschen Eliten die Nazis momentan nicht, um wie 1992/93 mit der Abschaffung des Asylrechts die eigene Politik durchzusetzen, was sich aber, im Falle z.B. von sich ausweitenden Klassenkämpfen (wovon die BRD zur Zeit allerdings leider weit entfernt ist) ändern kann. Schliesslich gibt es in der Geschichte leider genügend Beispiele, wo die Bourgeoisie das (auch für sie nicht ganz ungefährliche) Bündnis mit faschistischen/nationalsozialistischen Kräften suchte; um mittels Zerschlagung der Gewerkschaften die Profitrate zu sanieren und um durch eine Zerschlagung der Linken eventuelle revolutionäre Situationen zu entschärfen. Das reaktionäre Potential für derartige Mobilisierungen und Bündnisse ist in der deutschen Gesellschaft jedenfalls weiterhin reichlich vorhanden

Und in Mölln scheint sich, so Indymedia bezüglich der örtlichen Naziszene auch nicht viel geändert zu haben.

gegen_nazis

Kein Vergeben, kein Vergessen!

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Neues vom Stammtisch – die Demokratische Liga

Posted by entdinglichung - 19. November 2007

Kürzlich formierte sich eine neue Partei, vermutlich angetreten um den 327. Versuch zu unternehmen, dem deutschen Stammtisch und der furchtgeplagten, beschädigten kleinbürgerlichen deutschen Volksseele eine Stimme zu verschaffen. Mensch gab sich den unverfänglichen Namen Demokratische Liga und reitet das derzeitige Steckenpferd (nicht nur) deutscher RechtspopulistInnen, die Islamkritik … der Islam als solcher fungiert hier als aktuelle Inkarnation des je nach geistiger Konjunkturlage gerade am meisten gefürchteten „Anderen“, was der wohlbehüteten Kleinbürgernatur vor dem Hintergrund des im Kapitalismus permanenten Wandels Furcht macht und als Agentur dieses Wandels identifiziert wird, da es anders als mensch selbst ist. Und da die Kleinbürgerseele das „Andere“ nicht ertragen kann – auch weil es einen an die Erbärmlichkeit der eigenen Doppelhaushälften- und Mittelklassewagen-Existenz erinnert, muss das Andere zumindest aus dem Blickfeld des Stammtisches geschafft werden: muss angepasst, ausgewiesen oder ausgeschieden werden.

stammtisch

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Nikolaus, Hartz und das MLPD-Volk

Posted by entdinglichung - 13. November 2007

Der Rotfuchsleitung der Kinderorganisation Rotfüchse der Jugendorganisation Rebell des Politbüros des ZK der MLPD unter der Führung des weisen Engels Stefan hat nach einer neuen Verbandshymne nun auch zum Nikolaustag ein Theaterstück, welches sicherlich die Befindlichkeit mittlerer ParteikaderInnen bedient, erzeugt. In jenem Einakter verjagen die guten Rotfüchse, unter dem Ruf der Parole „Weg mit Hartz IV das Volk sind wir!“ den bösen Hartz und sichern sich vom Nikolaus noch haufenweise Geschenke:

mao singt

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Die Presse nimmt Notiz

Posted by entdinglichung - 9. November 2007

Durch kein Faktum war die Irrelevanz der Partei RESPECT im politischen Leben Britanniens deutlicher zu spüren, als durch die Abwesenheit einer bürgerlichen Medienberichterstattung über den Zerfallsprozess der Partei. Dies ist umso erstaunlicher, als dass die bürgerliche Dreckspresse à la The Sun, Daily Mail (RESPECT-MP George Galloway wurde hier in den letzten Tagen allerdings in jenem Artikel genannt) oder Daily Express ansonsten (vergleiche z.B. die Berichterstattung über den politischen Selbstmord der Scottish Socialist Party oder vor zwei Jahrzehnten zur Implosion der WRP nach der Aufdeckung der Vergewaltigungen durch deren Gott und Vorsitzenden Gerry Healy) keine Gelegenheit ausliess, wahre und unwahre Skandale innerhalb der Linken aufzubauschen und im Sinne einer politisch-moralischen Deligitimierung systemoppositioneller Kräfte zu verwerten.

galloway

Ein Galloway-Rind, bisher am Konflikt in und um RESPECT trotz Namensgleichheit nicht beteiligt.

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Klatsch und Traysch aus RESPECTablen Kreisen

Posted by entdinglichung - 8. November 2007

Nachdem die Spaltung des prinzipienlosen Blockes RESPECT in Official RESPECT und Provisional RESPECT (ist zu befürchten, dass nun auch noch Continuity RESPECT und Real RESPECT auftauchen) nun offenbar in trockenen Tüchern ist, kann mensch sich ein wenig zurücklehnen, und sich wieder einmal ein wenig bestätigt fühlen. Nach Dementis durch die SWP (welche klar macht, dass sie als Organisation unter Wahrnehmungsstörungen leidet) kam nun heraus, dass es doch Kungeleiversuche mit den LibDems in Tower Hamlets gab, was dem selbstkonstruiertem Image der SWP als selbsternanntem linken und sssssozialistischen Flügel innerhalb RESPECTS durchaus unzuträglich ist … irgendwie dumm gelaufen.

reine_leere

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Wunder der Dialektik

Posted by entdinglichung - 2. November 2007

Im Rahmen des verallgemeinerten Auflösungsprozesses von RESPECT geschehen Dinge, mit welchen mensch durchaus gerechnet hat, welche dann aber selbst bei im Nachvollziehen innerlinker fraktioneller Schlachten gestählten BeobachterInnen ein Schmunzeln des Erstaunens erzeugen. So verkündigte die SWP noch kürzlich, Demokratie und Sozialismus innerhalb von RESPECT gegen eine antilinke Hexenjagd verteidigen zu wollen.

reine_leere

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