Entdinglichung

… alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist … (Marx)

Archive for the ‘Vatikan’ Category

Zum neuen Papst

Posted by entdinglichung - 27. März 2013

gefunden auf der Webseite der Revolutionären Internationalistischen Organisation (RIO):

Interview: Neuer Papst aus Argentinien

bishop

Ungeklärte Rolle während der Militärdiktatur: Argentinischer Papst hat anscheinend Dreck am Stecken. Ein Interview mit Myriam Bregman ist Menschenrechtsanwältin des CEPRODH (Zentrum der Akademiker für die Menschenrechte) in Argentinien. Sie führt Prozesse gegen Angehörige der früheren Militärdiktatur. Außerdem ist sie führendes Mitglied der Partei Sozialistischer ArbeiterInnen (PTS, argentinischer Sektion der Trotzkistischen Fraktion – Vierte Internationale)

Die bürgerliche Presse bemüht sich, den soeben zum Papst gewählten Argentinier Jorge Mario Bergoglio als besonders bescheiden darzustellen, er sei auch etwas fortschrittlicher als sein Vorgänger Joseph Ratzinger. Wie stellt sich das aus argentinischer Sicht dar?

Die katholische Kirche ist in schwerste Korruptionsskandale verwickelt, sie deckt die Verbrechen Tausender Geistlicher, die Kinder missbrauchten. Und weil sie deswegen in der ganzen Welt Gläubige verliert, braucht sie eine Art Gesichtsoperation, um weitermachen zu können.

Ich glaube, dass Bergoglio genau dieses Facelifting anstrebt. Die „Bescheidenheit“, die er als Papst zur Schau trägt, soll nur den Schmutz vergessen machen, den diese reaktionäre Institution in den 2.000 Jahren ihrer Existenz angesammelt hat.

Bergoglio wird vorgeworfen, er habe 1976 bei der Entführung der später gefolterten Priester Ferenc Jalics und Orlando Yorio mit der Militärdiktatur zusammengearbeitet. Was ist daran?

Yorio und Jalics waren sogenannte Volkspriester, sie arbeiteten in einem Armenviertel. Ihr Vorgesetzter im Jesuitenorden war Bergoglio. Kurz nach Errichtung der Diktatur wurden sie von Soldaten entführt und fünf Monate lang festgehalten und gefoltert. Der mittlerweile verstorbene Yorio hat bis zuletzt den Verdacht geäußert, Bergoglio habe sie ausgeliefert. Jalics, der heute in Deutschland lebt, hat sich zwar nach eigener Aussage mit Bergoglio versöhnt – aber er dementiert nicht, dass dieser sie ausgeliefert habe.

2010 musste Bergoglio als Zeuge in einem Gerichtsverfahren aussagen – du warst dabei. Was sagte er zu diesen Vorwürfen?

Er habe drei Tage nach der Entführung von Jalics und Yorio gewusst, dass sie im Folter- und Hinrichtungszentrum ESMA festgehalten wurden. Wir fragten ihn, woher er das erfahren habe, worauf er aber sehr ausweichend antwortete. Tausende Familienangehörige der Verschwundenen wissen heute – 35 Jahre später! – immer noch nicht, wohin sie verschleppt wurden und was letztlich mit ihnen geschehen ist. Bergoglio hatte also offenbar gute Beziehungen zum Militär.

Wir befragten ihn auch, ob er wisse, was mit den Kindern der Verschleppten geschehen sei – die „Großmütter der Plaza de Mayo“ demonstrieren seit vielen Jahren dafür, dass das Schicksal ihrer Enkel aufgeklärt wird. Es ist unglaublich, er wollte erst 1985 in einem Verfahren gegen Beteiligte der Diktatur davon erfahren haben! Und dabei wußte jeder Argentinier schon Jahre vor dem Sturz der Militärjunta davon. Bis heute sind 400 Jugendliche weiterhin „enteignet“, mit gefälschter Identität.

Bergoglio sei sehr bescheiden, heißt es in den Medien. Er zögerte jedoch nicht, alle Privilegien seines Amtes auszunutzen, um nicht wie jeder normale Bürger vor Gericht aussagen zu müssen. Zuerst wollte er sich nur schriftlich äußern, was das Gericht aber ablehnte. Das Gericht musste schließlich zur Kurie von Buenos Aires gehen, damit er befragt werden konnte.

Welche Rolle hat er selbst in der Diktatur gespielt?

Die gesamte Hierarchie der katholischen Kirche in Argentinien ist in den Massenmord an AktivistInnen der ArbeiterInnenbewegung und der Linken verwickelt. Ohne aktive Unterstützung der Kirche wäre das Militär nicht in der Lage gewesen, seinen konterrevolutionären Auftrag zu erfüllen.

Wie reagieren die ArgentinierInnen darauf, dass ein Landsmann Papst geworden ist?

Die bürgerlichen Medien bemühen sich rund um die Uhr, ein reaktionäres Klima der „nationalen Einheit“ zu schaffen. Es gibt aber auch progressive Sektoren, die es ablehnen, einer Person zu huldigen, die einen regelrechten Kreuzzug gegen die Rechte der Schwulen, Lesben, Transsexuellen usw. geführt hat.

Als im argentinischen Parlament über die Homo-Ehe debattiert wurde, stellte sich Bergoglio an die Spitze einer landesweiten Kampagne dagegen. In allen Kirchengemeinden des Landes mussten Briefe verlesen werden, in denen das Gesetzeswerk als „Umtrieb des Vaters der Lüge“ bezeichnet wurde, „um die Kinder Gottes zu verwirren und zu täuschen“. Eine solche Wortwahl erinnert mich an die Inquisition im 15. Jahrhundert.

Weiterhin hat er als Chef der argentinischen Kirche Leute wie Christian von Wernich als Priester geduldet – ein Priester, der schon zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, weil er während der Diktatur an Folterungen teilnahm. Als PTS machen wir eine große Aufklärungskampagne über dieses Thema. Wir mobilisieren zu den großen Demonstrationen am 24. März, dem Jahrestag des Militärputsches von 1976.

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Vatikan und Iran Hand in Hand

Posted by entdinglichung - 15. März 2013

von der Webseite des IGB/ITUC:

Faust

Vatican In Unholy Alliance at United Nations

8 March 2013: The ITUC has written to the Vatican calling on it to halt its campaign to stop the United Nations adopting stronger standards on violence against women at the UN Commission on the Status of Women meeting in New York.

“It is shocking that the Vatican is leading an unholy alliance, with Iran, to stop the UN stepping up action to protect women and girls from violence,” said ITUC General Secretary Sharan Burrow. “Hundreds of millions of women have experienced violence, assault and genital mutilation, and hundreds of millions more will if governments, led by the UN, fail to step up action. The idea that somehow ‘cultural or religious practices’ can be used as an excuse for violence, torture, mutilation or murder cannot be allowed to prevail in the modern era. We call on the Vatican and its government allies to drop their resistance to full protection for girls and women.”

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Aus gegebenem Anlass

Posted by entdinglichung - 14. März 2013

nicht nur wegen des Gitarrensolos heute noch aktuell: Anti-Pope von The Damned (1980)

I’m going back to church tonight / Take me back when I was eight / But I don’t mean to pray / I’m gonna nick the collection plate

ansonsten: Pope Francis: questions remain over his role during Argentina’s dictatorship (Guardian)

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K-TV? Tradition, Familie und Privateigentum? Kath.net? Nein, Bahamas!

Posted by entdinglichung - 5. März 2013

gefunden nicht bei offen rechtskatholischen Projekten wie K-TV, Kath.net oder Tradition, Familie und Privateigentum sondern in der mit Ungeglaubter Glaube, gläubiger Unglaube: Katholizismus im Land der permanenten Reformation betitelten Veranstaltungsankündigung auf der Heimatseite des deutsch-abendländischen Männermagazins Bahamas (wird hier nicht verlinkt, bitte selber mittels google raussuchen):

„Der scheidende Papst Benedikt XVI. hat offenkundig genug von den kalten Böen, die ihm ständig die Soutane aufwirbelten, den äußerst lästigen Benedetto-Chören und den ständigen Mikrophonrückkopplungen. Der Vorsteher der meistgehassten und meistverfolgten Religionsgruppe der Welt hat kaum seinen Rücktritt angekündigt, da erhebt sich im deutschen Blätterwald und den nie fehlenden Umfragen die fast einhellige Forderung nach Reformen, nach einem neuen aggiornamento an den postmodernen Zeitgeist, nach einer Vertiefung der Ökumene, nach weiblichen Priestern, schwulen Ehepaaren und selbstverständlich nach einem nichtweißen Kirchenoberhaupt, sprich: nach einem Obama-Papst, einem Krankenhausclown mit großem Latinum.“

ein Versuch von Wertmüller & Co., sich mit Jürgen Elsässer zu versöhnen?

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Zur aktuellen Papstwahl

Posted by entdinglichung - 4. März 2013

bedingungs- & besinnungslose, kritische (politische, nicht militärische) Unterstützung (ohne Illusionen) der Kampf-Kandidatur der Genossin Laurie Pennie für das Amt des Papstes!

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Demo im Vatikan

Posted by entdinglichung - 17. Dezember 2012

Manifestation pour le mariage pour tous au Vatican auf Solidarité Ouvrière:

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Kapitalismus gegen Feiertage

Posted by entdinglichung - 9. Mai 2012

In vielen und vor allem in einer Frage sind sich die herrschende Klasse und ihre puritanischen, salafistischen, etc. HelfershelferInnen einig: Das Proletariat hat zuviel freie Zeit und treibt dazu in dieser Zeit auch noch allehand Unsinn, anstatt sich der Kontrolle des kapitalistischen Arbeitskomanndos und dem ideologischen Dreck religiöser Spassbremsen zu unterstellen. Dabei wird derzeit vermehrt selbst der compromesso storico zur Festkultur – welcher Resultat langanhaltender Kämpfe zwischen religiösen Autoritäten und den Bedürfnissen v.a. der ländlichen wie städtischen Massen nach unproduktiver Zeit wie auch nach eigensinniger Sinnstifftung war – gebrochen, die Regierung Portugals hat laut BBC sich in Zeiten der Krise daher folgendes ausgedacht … und auch der Vatikan nickt den Angriff auf die Errungenschaften der Subalternen brav ab und zeigt dabei wie üblich seinen nackten Klassencharakter:

„Portugal has taken austerity measures to a new level with the decision to scrap four of its 14 public holidays.

Two religious festivals and two other public holidays will be suspended for five years from 2013.

The decision over which Catholic festivals to cut was negotiated with the Vatican.

Portugal has already cut public sector wages and raised taxes to reduce its budget deficit and deal with its economic crisis.

The country agreed a 78bn euro bailout deal with the European Union, European Central Bank and International Monetary Fund last year and recently passed the latest review of its spending cuts.

It is hoped the suspension of the public holidays will improve competitiveness and boost economic activity.

The four days affected are All Saints Day on 1 November; Corpus Christi, which falls 60 days after Easter; 5 October, which commemorates the formation of the Portuguese Republic in 1910; and 1 December, which marks Portuguese independence from Spanish rule in 1640.“

(You Gotta) Fight for Your Right (To Party!) … R.I.P. MCA!

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Papst Luzifer Ratzinger XVI.?

Posted by entdinglichung - 24. November 2011

Eine lustige Stilblüte von der rechtskatholischen Vollpfostenseite kath.net, gefunden auf dem Atheist Media Blog:

„Benedikt XVI. ist ein Lichtträger“

auf Wikipedia findet sich dazu folgendes:

Luzifer, auch Lucifer, ist der lateinische Name des Morgensterns (Venus). Wörtlich übersetzt bedeutet er „Lichtträger“ (zu lat. lux, „Licht“ und ferre, „tragen, bringen“). Im Lauf der Zeit wurde im christlichen Sprachgebrauch der Begriff Luzifer gleichbedeutend mit einem Namen des Teufels.

kath.net liefert hiermit ungewollt (?!) eine Steilvorlage für die Konkurrenz aus dem durchgeknallteren Bereich des Evangelikalismus à la Ian Paisley oder C. Peter Wagner, für welche der Papst der Antichrist und die katholische Kirche ein babylonischer Mysterienkult ist … von dieser Seite sei zum Thema der Roman Ahasver von Stefan Heym empfohlen … ansonsten gab es von 1883 bis 1907 in den USA eine individual-anarchistische Wochenzeitung mit dem Titel Lucifer the Lightbearer, einige eingescannte Ausgaben des Blattes hier.

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Papst Wojtyla selig gesprochen – zu früh zu schnell?

Posted by entdinglichung - 25. Mai 2011

Ausnahmsweise aus gegebenem Anlass mal der Hinweis auf eine GegenstandPunkt-Veranstaltung:

Papst Wojtyla selig gesprochen – zu früh zu schnell? Jenseits und andrerseits

Zeit: Donnerstag, 26.05.2011, 19.30 Uhr
Ort: LMU München, Geschwister-Scholl-Platz 1, Raum DZ 003, U-Bahn: Universität
Veranstalter: AK GegenArgumente

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Vermischtes

Posted by entdinglichung - 10. Februar 2011

Ungeordnet und ohne System:

* First Annual Convention of Home Based Women Bangle Workers Union in Hyderabad (HBWBWU) (LEF)

* Nepal: Love Marriages and Revolution (Revolution in South Asia)

* Bosnia: Declaration of the new Young Bosnia (In Defense of Marxism)

* Socialist Feminism and the Revolutionary Party (Freedom Socialist Party)

* Jungheinrich AG: Eine Belegschaft wehrt sich. Aktiv ohne IG Metall (Infoarchiv Norderstedt)

* Women’s Fightback 7, February-March 2011 (AWL)

* How to enforce democratic centralism, Japanese style (David Osler)

* Beleidigen, drohen, klagen: Tollhaus NPD (NPD-Blog)

* Les organes de Benoît XVI sont déjà des reliques (ESSF)

* Jena bleibt hässlich! (Aftershow) … dazu ein Lied:

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Erzbischof mit Torte

Posted by entdinglichung - 9. November 2010

mehr zur Tortung von André-Joseph Léonard, Erzbischof von Mechelen beim HPD:

… vielleicht ist es beim nächsten Mal ein Leberkäse …

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Rede von Sue Cox auf der „Protest the Pope“-Demo, 18.09. 2010

Posted by entdinglichung - 20. September 2010

Der vollständige Text hier

„Sue Cox is a sex abuse survivor who was raped by a Catholic priest when she was a child.

She received a lifetime achievement award this year for her contribution to the treatment of addiction, and used that occasion to highlight her background and the Church’s appalling attitude.

After fifty years of fear, she has found the courage to face the Church and their empty obsequious apologies.

A champion of the Protest the Pope Campaign, Sue Cox gave the following speech at the start of the March & Rally on Saturday 18th September 2010:“

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Zum Rücktritt von Bischof Mixa

Posted by entdinglichung - 23. April 2010

Ob Mixa die kleidsame Bommelmütze nun an die Bistums-Kleiderkammer Augsburg zurückgeben muss?

Wir haben das gleichzeitige Vorhandensein von sadistischen und masochistischen Strebungen als das Wesentliche beim autoritären Charakter bezeichnet. Unter Sadismus verstehen wir das Streben nach uneingeschränkter Macht über einen anderen Menschen, das mehr oder weniger mit Destruktivität vermischt ist. Der Masochismus dagegen zielt darauf ab, dass der Betreffende sich in einer überwältigend starken Macht auflöst und so an deren Kraft und Ruhm teilhat. Ursache sowohl für die sadistischen als auch für die masochistischen Tendenzen ist die Unfähigkeit des isolierten einzelnen, auf eigenen Füssen zu stehen, und sein Bedürfnis nach einer symbiotischen Beziehung, welche diese Vereinsamung überwindet. (Erich Fromm: Die Furcht vor der Freiheit, 1941/1980)

Es ist zu erwarten, dass es dem betroffenen Verein nicht schwer fallen wird, für den nun unbesetzten Arbeitsplatz einen passenden Ersatz zu finden – sind doch in den mit der Verwaltung und Verbreitung ewiger Wahrheiten beschäftigten Läden derartig zugerichtete Personen in nicht geringer Anzahl im Angebot vorhanden.

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Vermischtes

Posted by entdinglichung - 15. April 2010

1.) Weiteres zur English Defence League (EDL):

* Bob from Brockley: The mutating forms of post-fascism, and immigration politics

* Bartholomew’s Notes on Religion: The English Defence League and Politically Incorrect

* Workers Liberty: Now… an Australian Defence League

2.) Karl Pfeifer zur Webseite Hagalilwatch:

„Seit einigen Monaten gibt es die Website hagalilwatch, die vorgibt Kritik zu üben, sich jedoch tatsächlich darauf spezialisiert, anonym die Website Hagalil.com anzugreifen. Seltsam, wenn jemand, der seinen Namen nicht nennt, versucht hagalil.com – das durchaus kritisierbar ist, Kritikern jedoch auch ein Forum bietet – als „kommunistisch“ zu denunzieren.

…“

3.) Bernhard Schmid auf Trend zu Hools und Nazis bei Paris-Saint Germain:

„Tod eines Hooligans

Am 28. Februar dieses Jahres war Yann Lorence von mehreren Personen, mutmaßlich um die dreißig, mit Schlägen und Tritten traktiert worden. Zu diesem Zeitpunkt lag er bereits am Boden. Doch die Darstellung seiner Fußballkumpane, wonach er beim Bierholen „in der Nähe eines Getränkeverkaufs“ niedergeschlagen worden sei, erwies sich schnell als unhaltbar: Der nächste Getränkekiosk befand sich zu dem Zeitpunkt, als der 37jährige zu Boden ging, über 400 Meter entfernt. In unmittelbarer Nähe des Orts, wo er niedergeschlagen wurde, befinden sich jedoch die „gegnerischen“ Zuschauerränge – jene der Tribune Auteuil genannten Nordkurve im Parc des Princes, dem am südwestlichen Stadtausgang von Paris erbauten Stadion des PSG. Die Reihen dieser Nordkurve waren zu dem Zeitpunkt, als sich das fragliche Geschehen ereignete, von einer „gegnerischen“ Gruppe, einer Mischung aus Neonazis und Fußballhooligans, zu der auch Yann Lorence gehörte, attackiert worden. Und ihre Insassen hatten sich zur Wehr gesetzt. Dass ein einzelner Angreifer, der bereits zu Boden gegangen war, die geballte Wut der Übermacht von mehreren Dutzend der Verteidiger – von denen vier inzwischen festgenommen worden sind – zu spüren bekam, ist durch nichts zu rechtfertigen. Aber fraglich ist auch, wie es überhaupt so weit kommen konnte.

Der Begriff „gegnerisch“ sollte theoretisch fehl am Platze sein, denn beide Zuschauerkurven, die da auf harte Weise miteinander kämpften, gehören zum selben Fußballclub. Am Abend jenes 28. Februar empfing der Pariser PSG den führenden Verein der zweitgrößten französischen Stadt, l’Olympique de Marseille, zu einem Spiel der französischen Nationalliga – am 26. Spieltag der ‚Ligue 1’ (ungefähr vergleichbar mit der Bundesliga). PSG und OM sind für ihre Rivalitäten und für die verbalen Kraftsprüche ihre Anhänger, „Anti-Pariser“ versus „Marseillehasser“, bekannt. Doch die Spannung, die sich an jenem Abend schon vor Spielbeginn in offener Gewalt entlud, hatte sich nicht zwischen Paris- und Marseillefans aufgebaut. Vielmehr waren es die Fans aus der ,Tribune Boulogne’ genannten Südkurve des PSG, die jene in der Nordkurve des „eigenen Vereins“ angriffen. Das Gewaltklima zwischen beiden war schon in den Monaten zuvor notorisch gewesen; und manche Anhänger äußern im Nachhinein die Auffassung, dass „irgendwann etwas Gravierenderes passieren musste“, was sich im Grundsatz bereits vorher angekündigt habe.“

4.) Rachel Tabachnik auf Talk to Action zum Antisemitismus der Religious Right in den USA:

Meanwhile Christian Zionists broadcast narratives which demonize liberal Jews, rewrite Nazi Germany as a liberal phenomenon, and objectify Jews as supernaturally controlling the destiny of the planet, all with little or no objection from those who are supposedly monitoring anti-Semitism. From Pat Robertson’s 1991 publishing of his book New World Order to the present, Christian Zionists have legitimized grand conspiracy ideology as legitimate religious belief and have played a significant role in reinvigorating 1920s and 1930s conspiracy theories which are generally associated with white supremacist groups. These revived narratives target Jews as the source of the socialism/communism which is supposedly swallowing up America and paving the way for the Antichrist, the coming one-world dictator who John Hagee claims will be „partially Jewish.“

One narrative seen throughout Christian Zionist media is referred to as fishers and hunters. Christian Zionists describe themselves as the fishers who are to lure Jews to Israel prior to the time of the „hunters“ who will force Jews to leave their current home nations in a second holocaust. Bruce Wilson and I have both written previously about Tom Hess (an apostle in the NAR who works with the Israeli Knesset’s Christian Allies Caucus) who uses his book Let My People Go to warn American Jews to disentangle themselves from the „fleshpots of America“ and flee to Israel before it is too late. The cover of the book is a graphic of a Jewish businessman tied to a Wall Street sign.

This end times scenario has a prerequisite of a second Holocaust which will force all remaining Jews to move to Israel and therefore requires a massive wave of worldwide anti-Semitism which, despite Christian Zionist efforts, has not yet developed. But the perverse genius of Christian Zionism is that they can spread their anti-Semitic conspiracy ideology well beyond white supremacists and to nations around the globe, thus helping to advance their own prophecy narrative while appearing to be „pro-Israel.“ (View a short video example of Cindy Jacobs subtly, or maybe not so subtly, promoting negative Jewish stereotypes at a conference in Indonesia in 2008.)

5.) Der Daily Racist im Wahlkampf:

6.) Hagen Rether zur Furcht vor der Freiheit:

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Entschuldigungen, der Vatikan und der Genozid in Ruanda 1994

Posted by entdinglichung - 30. März 2010

Nachfolgend dokumentiert ein lesenswerter Artikel von Martin Kimani zur Verwicklung und zur Vergangenheitsbewältigung der römisch-katholischen Kirche 16 Jahre nach dem Genozid in Ruanda, bleibt anzumerken, dass fast alle Religionsgemeinschaften in Ruanda mit Ausnahme der Zeugen Jehovas und der Muslime am Morden beteiligt waren:

For Rwandans, the pope’s apology must be unbearable

If sexual abuse in Ireland warrants his contrition, what contempt is shown by the Vatican’s silence over its role in genocide

Martin Kimani

If you are an Irish Catholic, and have suffered sexual abuse at the hands of a priest, you were recently read a letter from Pope Benedict that tells you: „You have suffered grievously and I am truly sorry. I know that nothing can undo the wrong you have endured. Your trust has been betrayed and your dignity has been violated.“

For any practising Catholic in Rwanda, this letter must be unbearable. For it tells you how little you mean to the Vatican. Fifteen years ago, tens of thousands of Catholics were hacked to death inside churches. Sometimes priests and nuns led the slaughter. Sometimes they did nothing while it progressed. The incidents were not isolated. Nyamata, Ntarama, Nyarubuye, Cyahinda, Nyange, and Saint Famille were just a few of the churches that were sites of massacres.

To you, Catholic survivor of genocide in Rwanda, the Vatican says that those priests, those bishops, those nuns, those archbishops who planned and killed were not acting under the instruction of the church. But moral responsibility changes dramatically if you are a European or US Catholic. To the priests of the Irish church who abused children, the pope has this to say: „You must answer for it before almighty God and before properly constituted tribunals. You have forfeited the esteem of the people of Ireland and brought shame and dishonour upon your confreres.“

The losses of Rwanda had received no such consideration. Some of the nuns and priests who have been convicted by Belgian courts and the International Criminal Tribunal for Rwanda, respectively, enjoyed refuge in Catholic churches in Europe while on the run from prosecutors. One such is Father Athanase Seromba, who led the Nyange parish massacre and was sentenced to 15 years in jail by the tribunal. In April 1994, Seromba helped lure over 2,000 desperate men, women and children to his church, where they expected safety. But their shepherd turned out to be their hunter.

One evening Seromba entered the church and carried away the chalices of communion and other clerical vestments. When a refugee begged that they be left the Eucharist to enable them to at least hold a (final) mass, the priest refused and told them that the building was no longer a church. A witness at the ICTR trial remembered an exchange in which the priest’s mindset was revealed.

One of the refugees asked: „Father, can’t you pray for us?“ Seromba replied: „Is the God of the Tutsis still alive?“ Later, he would order a bulldozer to push down the church walls on those inside and then urge militias to invade the building and finish off the survivors.

At his trial, Seromba said: „A priest I am and a priest I will remain.“ This, apparently, is the truth, since the Vatican has never taken back its statements defending him before his conviction.

In the last century, Catholic bishops have been deeply mired in Rwandan politics with the full knowledge of the Vatican. Take Archbishop Vincent Nsengiyumva. Until 1990, he had served as the chairman of the ruling party’s central committee for almost 15 years, championing the authoritarian government of Juvenal Habyarimana, which orchestrated the murder of almost a million people. Or Archbishop André Perraudin, the most senior representative of Rome in 1950s Rwanda. It was with his collusion and mentorship that the hateful, racist ideology known as Hutu Power was launched – often by priests and seminarians in good standing with the church. One such was Rwanda’s first president, Grégoire Kayibanda, a private secretary and protege of Perraudin, whose political power was unrivalled.

The support for Hutu Power was therefore not unknowing or naive. It was a strategy to maintain the church’s powerful political position in a decolonising Rwanda. The violence of the 1960s led inexorably to the 1994 attempt to exterminate Tutsis. These were violent expressions of a political sphere dominated by contentions that Hutu and Tutsi were separate and opposed racial categories. This, too, is one of the legacies of the Catholic missionary, whose schools and pulpits for decades kept up a drumbeat of false race theories.

This turning away from the Rwandan victims of genocide comes at a time when the Catholic church is increasingly peopled by black and brown believers. It is difficult not to conclude the church’s upper reaches are desperately holding on to a fast-vanishing racial patrimony.

Perhaps it is time Catholics forced the leaders of their church to deal with a history of institutional racism that endures, if the church is truly to live up to its fine words. Apologies are not sufficient, no matter how abject. What is demanded is an acknowledgment of the church’s political power and moral culpability, with all the material and legal implications that come with it.

The silence of the Vatican is contempt. Its failure to fully examine its central place in Rwandan genocide can only mean that it is fully aware that it will not be threatened if it buries its head in the sand. While it knows if it ignores the sexual abuse of European parishioners it will not survive the next few years, it can let those African bodies remain buried, dehumanised and unexamined.

This is a good political strategy. And a moral position whose duplicity and evil has been witnessed and documented. For, it turns out, many people, scholars, governments and institutions inside and outside Rwanda are excavating their own roles in the genocide. The Vatican stands as an exception, its moral place now even lower than that of the government of France for its enduring friendship with genocidaires.

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